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21.02.2009
Grün, rosa oder blau - Hauptsache täglich
Pille ab dem 16. Lebensjahr auch ohne Einwilligung der Eltern / Verhütungsring weniger leicht zu vergessen
VON NINA KÖNEMANN

Minden (mt). Jeden Tag eine kleine bunte Pille: Bei manchen grün, rosa oder blau - Antibabypillen sollen ungewollte Schwangerschaften verhindern. Je nach Fabrikat wechselt zwar die Farbe, der Effekt ist aber überall gleich. Trotzdem ist es wichtig, die richtige Sorte zu nehmen.

Welche Antibabypille die richtige ist, sollte ein Frauenarzt entscheiden. | Foto: dpa-Archiv

Deswegen sollte eine Antibabypille immer nur vom Frauenarzt verschrieben werden. "Bei der Pille handelt es sich um Hormone. Für diese Behandlung wurde ein Hausarzt nicht explizit ausgebildet", informiert Gynäkologin Dr. Angelika Richter. Da es sich grundsätzlich um ein Medikament handelt, ist die Antibabypille immer verschreibungspflichtig und wird deswegen nur mit Rezept verkauft.

Muss ich einen Erziehungsberechtigten mit zum Frauenarzt nehmen?

Bis zum 14. Lebensjahr muss dem Gynäkologen immer die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten vorliegen, um ein Pillenrezept ausstellen zu dürfen. Ab dem 16. Lebensjahr darf der Frauenarzt die Pille auch ohne Einwilligung verschreiben. Dazwischen befindet sich eine Grauzone. "Generell wird aber auch hier die Pille nur in schwierigen Einzelfällen verschrieben - zum Beispiel, wenn es familiäre Probleme gibt", sagt Richter.

Nehme ich von der Pille zu?

"Ein klares Nein", sagt Angelika Richter. Es gebe nur wenige Mädchen, die nach Einnahme der Pille zunähmen und das liege dann meistens an einem veränderten Essverhalten und nicht an den Hormonpillen. Trotzdem halte sich das Gerücht seit Jahren wacker.

Welche Nebenwirkungen können sich einstellen?

Die Anzahl der Nebenwirkungen ist hoch. "Von Herz-Kreislaufbeschwerden bis Lungenembolie oder Übelkeit kann eigentlich alles passieren", sagt Richter. Die Wahrscheinlichkeit nehme zwar mit der richtigen Pillenwahl ab, sei aber nie ganz auszuschließen. "Auch deswegen ist es wichtig, sich die Pille vom Facharzt verschreiben zu lassen", sagt Richter.

Wie sicher ist die Pille wirklich?

Die Fehlerquote der Antibabypille liegt zwischen 0,1 und 0,9 Prozent. Das heißt: Von 1000 Frauen werden statistisch gesehen zwischen einer und neun ungewollt schwanger. "Diese Zahl stimmt aber nur so lange, wie die Pille auch den Anweisungen entsprechend eingenommen wurde", informiert Angelika Richter. Wird sie vergessen, ist die Wahrscheinlichkeit natürlich um einiges höher.

Was kostet die Antibabypille?

Die Preise der Antibabypillen variieren je nach Hersteller und Sorte. Bis zum 19. Lebensjahr wird die Pille von der Krankenkasse bezahlt und per Rezept immer für einen Zeitraum von drei Monaten verschrieben. Ab dem 20. Lebensjahr können dann auch Rezepte für die Zeitspanne von sechs Monaten ausgestellt werden. Die Preise für ein halbes Jahr liegen je nach Marke zwischen 55 und 65 Euro.

Welche Alternativen gibt es?

Was viele nicht wissen: Die Pille ist nicht die einzige Möglichkeit zur effektiven Verhütung. "Verhütungsringe oder -pflaster sind um einiges sicherer", informiert Angelika Richter. Zum einen würden sie den Organismus weniger belasten, "außerdem muss man sie nicht täglich nehmen und vergisst sie damit weniger häufig", sagt Richter. Auch Krankheiten seien kein Problem mehr. "Bei Erbrechen oder Magen-Darm-Beschwerden ist die Wirkung der Antibabypille für den ganzen Monat ausgesetzt. Pflaster und Ring verhüten hingegen weiter". Was aber bei allen Präparaten unbedingt beachtet werden sollte: "Geschlechtskrankheiten und Aids werden trotzdem übertragen. Pille und Verhütungsring ersetzen nicht das Kondom."

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Copyright © dpa/Von Nina Könemann - Deutsche Presseagentur 2012
Dokument erstellt am 20.02.2009 um 21:24:34 Uhr
Letzte Änderung am 21.02.2009 um 00:45:16 Uhr

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