Wettbewerb "Jugend testet": Schüler untersuchen Haltbarkeit von Lippenstiften und Verhalten in sozialen Netzwerken
Ob Regenschirme, Schwimmbrillen oder Kaugummi - beim Wettbewerb "Jugend testet" der Stiftung Warentest können Schüler alles testen, was sie interessiert. Thema und Prüfmethode bestimmen sie dabei selbst. Die Idee brachte Lehrer Ingolf Radtke mit in die zehnte Klasse der Gesamtschule Porta Westfalica (Wahlpflichtbereich). Chantal Korff und Jennifer Wortmann bildeten zu zweit die Lippenstift-Gruppe.
Spaß und Zoff liegen in sozialen Netzwerken eng beieinander. Kimberley, Peter, Jennifer, Max und Lukas (von links) haben mit Fragebögen das Verhalten ihrer Mitschüler untersucht.
"Für den Test haben wir uns zunächst neun verschiedene Lippenstifte besorgt. Von günstig bis teuer war alles dabei", erzählen die beiden Testerinnen. Zwischen einem und zwölf Euro haben die Stifte gekostet. Bei der Auswahl der Farben - von Braun über Lila bis Knallrot - haben sie sich die Beiden ziemlich experimentierfreudig gezeigt. Dann wurden die Kriterien aufgestellt: Wie ist das Gefühl auf den Lippen - geschmeidig, schmierig oder gar klebrig? Wie übersteht der Lippenstift das Essen und Trinken? Wie sind Geruch und Geschmack?
Warum das Küssen nicht so prickelnd war
Auch die Haltbarkeit beim Küssen war natürlich ein wichtiges Kriterium. Allerdings war dieser Test bei Weitem nicht so prickelnd, wie man sich vorstellt: "Geküsst wurde lediglich auf den eigenen Handrücken." Ein ganz wichtiger Punkt für die Schülerinnen war natürlich das Preis-Leistungs-Verhältnis: Schließlich will der Lippenstift vom Taschengeld bezahlt werden.
All diese Faktoren haben Chantal und Jennifer mithilfe einer Tabelle ausgewertet. Was die beiden Testerinnen überrascht hat: "Der Billigste war der Beste." Tatsächlich habe der Ein-Euro-Lippenstift vom Textil-Discounter in puncto Haltbarkeit am meisten überzeugt und "die Sieben-Stunden-Marke geknackt", erzählen sie. Zum Vergleich: Andere Produkte waren schon nach zwei Stunden auf und davon. Von 16 Stunden Haltbarkeit konnte bei allen getesteten Lippenstiften keine Rede sein.
Die zweite Testgruppe in der Klasse hat sich mit Sicherheit im Internet beschäftigt - ein umfangreiches Thema mit vielen Aspekten. Dazu haben Kimberley, Peter, Jennifer, Max und Lukas zunächst einen Fragebogen mit zehn Fragen zum Ankreuzen (Multiple Choice) für etwa 300 Mitschüler entwickelt. Sie wollten unter anderem wissen: Was für Internet-Accounts hast Du? Wie lange bist Du am Tag online? Was gibst Du alles von Dir preis? Vorgegebene Antwortmöglichkeiten waren hier zum Beispiel: Geburtstag, Schule, Telefonnummer, Beziehungsstatus, Hobbys, Videos oder Partybilder. Diese Frage zielt auf den Schutz der Privatsphäre in sozialen Netzwerken, der vor allem für Minderjährige wichtig ist.
Ein Ergebnis der fünf Tester: Je nach Alter nutzen die Portaner Gesamtschüler das Internet unterschiedlich. Die Fünftklässler verbringen vor allem Zeit mit Online-Spielen. Bei Achtklässlern werden soziale Netzwerke zunehmend interessant und bei den Abschlussjahrgängen geht es quasi nicht ohne. Wie sich die Portaner Gesamtschüler im Internet verhalten, lässt sich anhand der Ergebnisse gut nachvollziehen. Übrigens: An der Schule gibt es auch so genannte "Cyber-Cops". Das sind Oberstufenschüler, die anderen bei Fragen und Problemen im Internet helfen.
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