Das Verfassen von Artikeln
Länge eines Artikels:
Die Länge eines Artikels wird nach Zeilen bestimmt. Eine Zeile des Mindener Tageblatts hat 33 Anschläge (= Anzahl der Buchstaben und Leerzeichen pro Zeile). Dein Bericht sollte möglichst nicht länger sein als 80 Zeilen à 33 Anschläge, eine Meldung etwa 20 Zeilen. Auf einer Zeitungsseite ist nicht unbegrenzt Platz. Deswegen kann es vorkommen, dass die Redaktion einen eingesandten Bericht kürzt.
Art des Artikels:
Bevor du anfängst zu schreiben, musst du dir überlegen, welche Stilform du wählst. Meldung: Höchstens 20 Zeilen lang. Sachlich wird das Wichtigste berichtet. Was der Journalist macht und denkt, interessiert hier nicht. Die Wir- und Ich-Form ist deshalb auch verboten! Deine Meinung und wertende Adjektive haben in der Meldung nichts zu suchen.
Nachrichtlicher Bericht:
Zwischen 40 und 80 Zeilen lang. Gibt sachlich Tatsachen und Ereignisse wieder und geht anders als die Meldung mehr auf Hintergründe ein. Wie bei der Meldung ist die Wir- und Ich-Form verboten; deine Meinung und wertende Adjektive haben hier nichts zu suchen.
Feature:
Lebendig geschriebener Bericht zwischen 80 und 100 Zeilen, bei dem neben Fakten und Hintergründen auch Atmosphäre und Eindrücke Platz haben.
Reportage:
Lebendig geschriebener Bericht. Die Atmosphäre, Situationen, Geschehnisse werden so beschrieben, dass der Leser meint, er wäre dabei. Die Reportage bietet sich vor allem bei Besuchen und Besichtigungen an: in einer Firma, im Krankenhaus, der Polizeistation, ein Tag im Altenheim und Ähnliches. Hier ist manchmal die Wir- oder Ich-Form erlaubt. Persönliche Eindrücke werden geschildert.
Interview:
Die Aussagen eures Gesprächspartners stehen im Mittelpunkt. Meist wird es als reines Frage-Antwort-Interview geschrieben. Die freie Form des Interviews hebt zwar auch auf Frage-Antwort ab, unterbricht aber die Wiedergabe des Gesprächs durch Zusammenfassungen ausgelassener Gesprächsphasen in indirekter Rede oder durch Beobachtungen, die du beim Interview an deinem Gesprächspartner gemacht hast. Wichtig: Die Aussagen des Gesprächspartners müssen wortgetreu wiedergegeben werden.
Kommentar:
Deine Meinung zu einem Thema steht im Mittelpunkt. Erläutere in wenigen Worten das Thema, begründe deine Meinung mit Argumenten und ende mit einer deutlichen Schlussfolgerung.
Für alle Artikelformen, außer dem Kommentar, gilt: Die wichtigsten Fragen (wer, wo, was, wann, wie, warum, welche Quelle) müssen beantwortet werden.Aufbau des Artikels:
Der Aufbau hängt von der Artikelform ab.
Beim nachrichtlichen Bericht steht das Wichtigste am Anfang und die Informationen werden nach Wichtigkeit angeordnet.
FALSCH: Der Sprecher der großen Computerfirma hat in einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag in Stuttgart Sorge um den Umsatz geäußert. Hintergrund ist die Entdeckung von Computer-Viren, ...
BESSER: Gefährliche Computer-Viren sind im Umlauf. Das teilte ... Eine Reportage oder ein Feature sollte mit einer interessanten oder kuriosen Einzelheit beginnen, um zum Lesen zu reizen. Zeitungsartikel sind keine Verlaufsprotokolle.
Der Vorspann sollte ein Appetithäppchen sein und zum Weiterlesen anregen. Er ist kurz, möglichst zwei bis drei Sätze lang und liefert die Kernaussage des Textes.
FALSCH: In Päpinghausen empfing Landwirt Bakemeier die Schülerinnen und Schüler und stellte seinen Hof und seine Bullenmast vor. Für seine 72 Mastplätze kauft er nur bayerisches Fleckvieh. Die Buchten haben Spaltböden, kein Strohstreu...
BESSER: In Reih und Glied stehen die braun-weiß gefleckten Bullen nebeneinander. Außer dem Geruch erinnert nichts an einen Stall, wie man sich einen Bauernhof vorstellt kein Stroh, kein Heu, die Tiere stehen auf Spaltböden aus Beton. Hier mästet Landwirt Manfred Bakemeier aus Päpinghausen seine 72 Bullen...
In welcher Reihenfolge ist der Inhalt des Artikels sinnvoll geordnet? Die Absätze nach dem Vorspann sollten durch Einzelheiten die Kernaussage ergänzen. Dann folgen allgemeine Hintergrundinformationen.
Verständlich und anschaulich schreiben
Verständlich und lesefreundlich schreiben das ist einfacher gesagt als getan. Wichtigste Voraussetzungen, um richtig verstanden zu werden, sind eine sinnvolle, erkennbare Gliederung und kurze Sätze. Als Faustregel gilt: Kein Satz länger als 17 Wörter. Hier noch ein paar Tipps:
Überschriften:
Überschriften macht die Redaktion, denn sie müssen genau passen. Wenn du für deinen Artikel einen Überschriften-Vorschlag machen möchtest, solltest du Folgendes beachten:
Die Überschrift soll zum Lesen anreizen und schlagwortartig den Inhalt des Artikels wiedergeben. Deshalb sollten Artikel und Hilfsverben in der Überschrift möglichst weggelassen werden. Auch hier gilt: lieber Aktiv als Passiv (nicht: Freizeitangebot wird kritisiert, sondern: Jugendliche fordern Skaterbahn).
Aber: sei nicht enttäuscht, wenn dein Vorschlag nicht genommen wird. Die Länge der Überschrift lässt sich meist nicht vorplanen, denn sie hängt davon ab, wie die Zeitungsseite bei Redaktionsschluss aussieht.
Sorgfalt:
Bitte vorsichtig mit Namen, Daten und Zahlen umgehen. Keiner ist begeistert, wenn sein Name falsch geschrieben in der Zeitung steht. Die Anrede "Herr" und "Frau" kommt in Zeitungsartikeln nicht vor. Schreibe dafür Vorname, Name und Funktion auf: "Elke Huber, Sozialarbeiterin im Jugendamt". Wenn du sie mehrmals erwähnst, wechsele ab, schreibe mal "die Sozialarbeiterin" oder "Elke Huber".
Es gibt auch Ärger, wenn eine Veranstaltung mit falscher Zeit oder falscher Ortsangabe veröffentlicht wird.
Die Redaktion des Mindener Tageblatts ist dir bei Fragen zur Recherche und bei der Suche von Gesprächspartnern gerne behilflich.
Unter Kontakt findest du die Telefonnummern des Zeitungstreff-Teams.



stehenden Code hier ein*: