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21.09.2009
Darstellungsformen

Im Zeitungstreff-Ordner, den alle teilnehmenden Lehrer bekommen haben, hat das Dortmunder Media Consulting Team viele Informationen zusammengestellt. Da finden sich auch viele Arbeitsblätter zum Üben | MT-Foto: Manfred Otto

Informierende Darstellungsformen:
  • Nachricht, Meldung, Bericht
  • Reportage
  • Feature
  • Interview
Meinungsbetonte Darstellungsformen:
  • Kommentar
  • Glosse
  • Rezension
  • Leserbrief
  • Umfragen
Informierende Darstellungsformen:

Nachrichten, Meldung, Bericht
Nachrichten bilden das Gerüst der Tageszeitung, ob als Meldung oder längerer Bericht. Sie informieren in knapper und sachlicher Form über aktuelle Ereignisse, die von allgemeinem Interesse sind.

"Nachrichten sind aktuelle Mitteilungen über Ereignisse, Sachverhalte oder Äußerungen, die die Öffentlichkeit interessieren, weil sie bisher Unbekanntes enthalten, das folgenreich, nützlich oder unterhaltsam oder auch alles zugleich ist. (...)

Nachrichten entstehen in allen Lebensbereichen. Und so haben sie auch ihren Platz in allen Ressorts: im Lokalen und in der Wirtschaft, im Feuilleton und im Sport, auf der Wissenschaftsseite und im Reiseteil. Sie stehen dort in einem Gemisch mit anderen journalistischen Darstellungsformen. Nur einem Ressort ist es vorbehalten, nichts anderes als Nachrichten zu bringen: dem Nachrichtenteil (wenn auf seinen Seiten auch Kommentare stehen, sind diese deutlich abgetrennt und gekennzeichnet). Im Nachrichtenteil, meist die ersten Seiten einer Zeitung, laufen Informationen aus der ganzen Welt und allen Lebensbereichen zusammen, also auch aus den anderen Ressorts, wenn sie besonders wichtig sind." (Literatur: Hruska, Verena (1993): Die Zeitungsnachricht. Information hat Vorrang. Bonn, S. 12)

Meldungen und Berichte folgen einem strengen Aufbau, der sich stark von literarischen Texten oder Schulaufsätzen unterscheidet.

Bei Nachrichten wird das wichtigste gleich am Anfang vorweggenommen. Das ist notwendig, um den Lesern die schnelle Orientierung und die Auswahl unter den vielen Artikeln in der Tageszeitung zu erleichtern.

Meldungen/Nachrichten sind die kürzeste Form von Zeitungsartikeln. Sie stellen Vorgänge kurz und sachlich dar und sind in der Regel Einspalter, die zwanzig Zeilen nicht übersteigen.

Der Bericht ist eine Nachricht in ausführlicher Fassung. Er berichtet über Ereignisse umfassender und vermittelt auch Zusammenhänge, Vorgeschichte und Hintergründe.

Der schwierige erste Satz
Der Einstieg hat das Wichtigste zu sagen. An einem guten Einstieg oder Vorspann (auch Lead genannt) basteln Journalisten häufig besonders lang. Der Vorspann muss den Leser in die Nachricht einführen, in knapper Form die wichtigsten Informationen zusammenfassen und gleichzeitig zum Weiterlesen anreizen.Vor allem bei "harten Nachrichten" sollen alle wesentlichen Informationen mit so wenigen Wörtern wie nötig vermittelt werden. Am besten sind verständliche, treffende Formulierungen in klaren, kurzen Sätzen. Besser als eine lange Satzkonstruktion sind mehrere kurze Sätze mit einfachen Nebensätzen für den Einstieg. Nach den ersten Sätzen entscheiden die Leser, ob sie den Artikel lesen oder abbrechen komplizierte Sätze schrecken eher ab.

In jeder Nachricht ob kurze Meldung oder Bericht sollen nach Möglichkeit die sieben W-Fragen beantwortet werden:

   * Wer?
   * Was?
   * Wo?
   * Wann?
   * Wie?
   * Warum?
   * Welche Quelle?


Reportage
Die Reportage ist ein tatsachenbetonter, aber persönlich gefärbter Erlebnisbericht. Sie ist eine lebendige journalistische Darstellungsform, führt den Leser an den Ort des Geschehens und versucht, Leser bzw. Leserin den ganzen Text über bei der Stange zu halten. Am Beginn steht meist eine interessante Szene, eine anregende Einzelheit, die die Neugier der Leser weckt und zum Weiterlesen reizt. Die Informationen sollen möglichst so verteilt sein, dass der Leser den ganzen Artikel hindurch das Gefühl hat, immer etwas Neues zu erfahren. Eine hübsche Einzelheit, eine Pointe sollte der Journalist sich für den Schluss reservieren.

Feature
Das Feature ist nicht ganz so einfach zu definieren. Der Begriff hat sich zunächst im angelsächsischen Journalismus als Oberbegriff für journalistische Formen eingebürgert, mit deren Hilfe Informationen anschaulich und unterhaltsam präsentiert werden. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet "charakteristischer Zug".

Das Feature soll unterhalten, hinter die Ereignisse schauen lassen, erklären, einordnen und generalisieren. Der Wechsel zwischen Anschauung und Abstraktion, zwischen Schilderung und Schlussfolgerung kennzeichnet die Darstellungsform Feature.

Sie reicht von einer eher nachrichtlichen Darstellung (Nachrichten-Feature) über die Ergänzung der Nachricht durch die Beschreibung eines bestimmten Aspekts (Begleit-Feature) bis zum eigenständigen Feature als Personen- oder Ortsbeschreibung (Porträt-Feature) und zur Analyse sozialer und zeitgeschichtlicher Probleme (Themen-Feature). Vor allem Wochenzeitungen und Zeitschriften benutzen häufig das Feature als Darstellungsform.

Der Aufbau ist naturgemäß freier, es gibt keine so formalisierten Regeln wie bei Nachrichten. Der Stil ist oft feuilletonistisch, farbig und personalisiert.

Das Interview
Das Interview ist eine Darstellungsform und gleichzeitig die häufigste Methode der Recherche von Journalisten. Es gibt Frage-Antwort-Interviews und Interview-Stories. Das Gespräch, die Aussagen des Gesprächspartners stehen bei beiden Arten im Mittelpunkt. Das Interview dient häufig als Ergänzung zu einem Bericht, um von einem Fachmann nähere Erläuterungen oder Einschätzungen zu einem Thema/Ereignis zu erhalten. Oder es dient dazu, die Persönlichkeit eines Menschen und seine Auffassungen näher zu bringen.Meinungsbetonte Darstellungsformen:

Kommentar, Rezension
Die klassischen meinungsbetonten Formen in der Zeitung sind der Leitartikel und der Kommentar.

"Der Kommentar interpretiert und bewertet aktuelle Ereignisse und Meinungsäußerungen. Gegenüber dem Leitartikel ist er, wenigstens scheinbar, eine nicht so subjektive, eine eher sachbezogene Meinungsstilform. Die Sprachwurzel ¸mens" des lateinischen Wortes commentari (= überdenken) deutet darauf hin, dass der Kommentar mit Verstand zum Verstehen führen will: Er argumentiert, indem er Tatsachen in Zusammenhänge stellt, das Entstehen von Meinungen untersucht und deren Bedeutung diskutiert. Er ist die Meinungsstilform, die eher Fragezeichen als Ausrufezeichen setzt.

Kommentare sind in den meisten Regionalzeitungen recht kurz sie müssen deshalb zielsicher, genau, klar gegliedert sein und unzweifelhaft die Meinung des Autors ausdrücken.

Wichtig ist eine gute und klare Argumentation, mit der die Meinung begründet wird. Man sollte sich deshalb lieber auf wenige Gesichtspunkte eines Themas konzentrieren und gut abwägen.

Glosse
Die Glosse ist ein kurzgefasster, pointierter Kommentar, der bissig-ironisch zu Tagesereignissen Stellung nimmt. Sie ist im allgemeinen kürzer als der Kommentar und konzentriert sich meist nur auf einen Aspekt. Die zugespitzte Form der Argumentation läuft auf eine Schlusspointe hinaus.

Gute Glossen sind sehr schwer zu schreiben leben sie doch von Ironie, Satire und Sprachwitz.

Glossen im Lokalteil werden häufig Lokalspitze genannt.

Rezension
Die Rezension oder Kritik ist die meistgebrauchte meinungsäußernde Form im Kulturbereich. Bücher, Kino- und Fernsehfilme, Theaterstücke, Kunstausstellungen oder Konzerte werden besprochen. Sie sollen dem Leser die Entscheidung erleichtern, ob er sich einen Film, ein Konzert oder ein Theaterstück ansieht, ein Buch kauft oder eine Ausstellung besucht. Bei Fernsehkritiken oder einmaligen Schauspielen/Ereignissen erscheinen die Rezensionen nur im Nachhinein.

Die Rezension sollte auf jeden Fall Informationen über den Inhalt und die Autoren/Regisseure/Schauspieler/Künstler enthalten. Der Rezensent muß seine Kritik gut begründen, damit sie für die Leser durchschaubar und brauchbar ist und dieser sich auch selbst ein Urteil bilden kann.

Leserbrief
Leserbriefe gehören zwar nicht unbedingt zu den journalistischen Darstellungsformen, sind aber ein wichtiger Teil der Zeitung, weil hier die Leser und Leserinnen selbst zu Wort kommen.Umfragen
Umfragen sind besonders beliebt bei Zeitungstreff-Autoren und übrigens keine journalistische Darstellungsform. Umfragen können einen Einstieg ins Thema bieten und schlaglichtartige "landläufige" Auffassungen darstellen, mit denen du dich im Artikel auseinander setzt. Dann reicht es meistens, zwei, drei Meinungen zu zitieren und die Befragten mit Alter, Geschlecht und vielleicht Beruf zu charakterisieren.

Steht die Umfrage im Mittelpunkt und willst du das Meinungsbild wiedergeben, dann musst du unbedingt angeben, wie viele Leute wo befragt wurden. Es ist ein Unterschied, ob du dich in die Fußgängerzone gestellt und jeden gefragt hast, der zufällig vorbeikam, oder ob du gezielt eine bestimmte Gruppe ausgesucht hast, z.B. Schüler auf dem Schulhof oder nur ältere Leute, nur Frauen oder nur Männer in der Fußgängerzone.

Sei vorsichtig mit Prozentangaben nenne besser absolute Zahlen. Wenn du zum Beispiel 30 Leute befragt hast, ergeben 20 Leute davon schon 67 Prozent. Nennst du nur die Prozentzahl, vergessen die Leser möglicherweise, dass es sich trotz der großen Prozentzahl nur um 20 Personen handelt.

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