"Wieso sollen die Kinder in der Schule Zeitung lesen, das tun die doch schon morgens beim Frühstück zu Hause", sagt die Mutter. Sie ist empört, dass "gute" Schulzeit mit dem Durchblättern und Besprechen der Tageszeitung draufgeht. Und das, klagt sie beim Zeitungstrefff-Team, nicht nur im Deutschunterricht. Auch der Politiklehrer hat offenbar das "Mindener Tageblatt" zur Grundlage einer Unterrichtsreihe gemacht.
Wie schön, denkt das Zeitungstreff-Team. Grad so soll es doch sein. Zurzeit bekommen rund 1000 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8, 9 und 10 aller Schulformen jeden Tag ein MT oder einen Vlothoer Anzeiger in die Klasse - und in den Herbstferien auf Wunsch auch nach Hause.
Am Frühstückstisch - wie die Mutter optimistisch meinte - lesen jedoch längst nicht alle von ihnen Zeitung, wie Vergleichszahlen aus den Vorjahren zeigen. Vor allem Hauptschullehrer wünschen sich am Ende des Zeitungstreff oft einen Sponsor, damit die Jugendlichen weiter täglich Zeitung lesen können. Hier hat oft keine einzige der Familien ein Abonnement, die Schüler kennen bis dahin höchstens die Boulevardpresse. Aber auch für die Mehrzahl der Gymnasiasten ist der Zeitungstreff die erste Begegnung mit regelmäßiger Zeitungslektüre.
"Für mich ist irgendwie ein Fenster aufgegangen - es macht Spaß zu wissen, was in der Welt passiert" - das sagte im letzten Jahr ein Schüler nach dem Zeitungstreff. Schön wär´s, wenn das für viele andere auch so wäre. Denn vor allem geht es ja um politische Bildung und Medienpädagogik.
Die teilnehmenden Klassen bieten ein buntes Bild - wie bunt, kann man auf dieser Seite sehen. Da stellen sich einige der Teilnehmer vor.
















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