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27.08.2009
Enge Bande zu beidseitigem Nutzen
Auf Gemeindegebiet liegen Mülldeponie und Förderschulen / Kritik an Kreisumlage
VON HARTMUT NOLTE

Hille (mt). Wenn die Gemeinde Hille von Aktivitäten des Kreis Minden-Lübbecke profitiert, dann hat das meist mit Energie- und Abfallwirtschaft zu tun.

Die Deponie Pohlsche Heide in Mindenerwald. Hierher kommt der Abfall aus dem Kreis Minden-Lübbecke. | Foto: Edwin Dodd (Archiv)

Aus der Mülldeponie Pohlsche Heide, die der Kreis auf Hiller Gemeindegebiet einrichten durfte, ist längst ein modernes Entsorgungszentrum geworden und soll zu einem Forschungszentrum ausgebaut werden.

Gehört zur Mühlenroute des Kreis Minden-Lübbecke: Die Windmühle in Südhemmern. | Foto: Ingrid Schütte (Archiv)

Insofern hat sich die Zustimmung der Gemeinde, dort draußen im Mindenerwald alle Kreis-Kommunen ihren Abfall ablagern zu lassen, sich für die Hiller ausgezahlt, nicht nur mit der Gewerbesteuer.

Auch im Tourismus verknüpfen sich die Bande zwischen Kreis und der Gemeinde zu beiderseitigem Nutzen, und wer die Programme der Parteien liest, erfährt, dass das noch stärker miteinander verbunden wird. Was aber sicher wieder zu Kompetenzabgrenzungsproblemen führen wird.

Die Mühlenroute, die den Mühlenkreis touristisch bekannt werden ließ, hat ihren Ursprung schließlich in Eickhorst. Museumseisenbahn und Südhemmeraner Mühle finden hier ihre Verknüpfung, und anderseits ist der Müllersteig, den der Kreis auf dem Gebirgskamm als Touristen-Wanderweg erschloss und bewirbt, sicherlich auch ein Plus für die Tourismusbranche in der Gemeinde Hille, zu der nicht nur der Gastronomiebetrieb und Kurbetriebe zählen.

Auf zahlreichen Feldern dokumentiert sich das gegenseitige Geben und Nehmen von Kreis und Gemeinde auch in Hille. Da sind die Förderschulen des Kreises in Eickhorst und in Mindenerwald, der von Kreis aufgestellte Landschaftsplan Bastau-Wickriede - übrigens seinerzeit der erste in Nordrhein-Westfalen -, die Arbeitsteilung bei der Betreuung der Anspruchsberechtigten nach Sozialgesetzbuch II, die Unterhaltung der Kreisstraßen, um noch einige zu nennen.

Spannungsfrei aber war das Verhältnis zwischen Kreis und Gemeinde Hille auch nicht immer. Die Hiller Politiker und Politikerinnen sowie die Verwaltungsspitze galten als besonders kreiskritisch, stieß bei ihnen als kleiner Gemeinde jede Kreisumlageerhöhung doch relativ tiefer in die eigene Haushaltskasse als bei größeren Kommunen.

So waren die Töne aus der Gemeinde Hille deutlich zu vernehmen, dass der Kreis eher auf Kosten seiner Kommunen seine Finanzen absichere als bei seinen eigenen Ausgaben den Gürtel fester zu schnallen.

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Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 26.08.2009 um 21:25:23 Uhr

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