Der FDP-Mann und Fraktionschef im Stadtrat tritt als Kandidat zur Bürgermeisterwahl an, "weil ich die Stadt weiter entwickeln möchte". Als Lehrer und Landwirt sei er schließlich erfahren in der Entwicklung von Kindern und Natur.
"Ich gebe Jugendlichen das Rüstzeug für die Zukunft und sorge mit Saat und Pflege für das richtige Wachstum der Pflanzen", erklärt Wehmeyer. Zudem verweist er auf 30 Jahre bürgerschaftliches und politisches Ehrenamt.
Am 22. September 1948 als Sohn eines Landwirts in Hävern geboren, ist der heutige Meßlinger seinen Zielen treu geblieben. Über einen Onkel kam er in Kontakt mit dem Lehrerberuf, dessen Erreichen sich mit der plötzlichen Krankheit des Vaters fast zerschlagen hätte. Der Sohn musste auf dem elterlichen Hof anpacken.
So rückte eine Landwirtsausbildung in den Vordergrund und Günter kam zum Lehrjahr auf "Voages Hof" nach Meßlingen. Hier hatte August Poos das Sagen, der auch Ortsbürgermeister war.
Neben der Landwirtschaft interessierte den Lehrjungen auch die Tochter des Lehrherrn, die er später heiratete.
Stolz ist Opa Günter auf den ersten Enkel Mats Gustav. Mit seinen sechs Monaten hat er noch nichts auf dem Trecker verloren. "Wenn er älter ist, nehme ich ihn mit auf den Acker", freut sich Wehmeyer.
Da werden noch einige Fahrten anstehen, denn Opa Günter bewirtschaftet noch 60 Hektar Ackerland in Meßlingen und Hävern. Dabei bedeutet das Treckerfahren nicht nur Arbeit: "Auf dem Trecker habe ich schon viele gute Ideen für die Politik gehabt". So wird auch ein Bürgermeister Wehmeyer weiter auf dem Trecker sitzen, um Kraft zu tanken.
Nach dem Landwirtslehrjahr folgte ein Landwirtschaftsstudium, jedoch setzte der junge Günter dann doch sein Lebensziel um und schloss ein Lehramtsstudium an. Es folgten Anstellung an der Hauptschule Petershagen und der Wechsel zur Hauptschule Espelkamp.
Dort ist der Frühaufsteher immer einer der Ersten. "Ich brauche keinen Wecker, morgens um sechs bin ich wach". Nach der Tasse Kaffee und dem Mindener Tageblatt wird mit Ehefrau Sigrun gefrühstückt. Dann folgt der Schulalltag. "Wenn ich von der Schule komme, brauche ich nach dem Essen mein Nickerchen", gibt der Kandidat preis. Ob sich das tägliche Nickerchen auf dem Bürgermeisterstuhl beibehalten lässt?
Wirtschaftliches Denken gehört ebenfalls zum Alltag von Günter Wehmeyer, muss ein Landwirt doch ein Unternehmen führen. "Wenn ich kein Geld habe, kann ich keine Maschine kaufen", verweist der FDP-Mann auf klare Ausgabenregeln. Diese Erfahrung will er auch als Bürgermeister einsetzen. Die fehlende Verwaltungserfahrung sei dabei nicht hinderlich, gebe es doch in den Rathäusern einen guten Mitarbeiterstab. Gemeinsam sei die Aufgabe zu meistern.
Dass dies gelingt, ist sich auch Ehefrau Sigrun sicher: "Günter nimmt die Menschen mit, weil er sich in der Aufgabe selbst fordert". Seine Stärke sei, dass er das Gesagte auch vorlebe. "So ist das auch in der Familie", erklärt Sigrun Wehmeyer.
Kontakt zur Politik hatte Günter Wehmeyer schon früh. Sein Vater kandidierte in Hävern für den Ortsrat. Intensiver wurden die politischen Bindungen nach der Heirat mit Sigrun Poos. Deren Vater war als ehemaliger Meßlinger Ortsbürgermeister nach der Gebietsreform für die FDP im Rat der Stadt Petershagen tätig.
So folgte 1976 der Eintritt in die Partei. Zwei Jahre später war er stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender. Als Schwiegervater August Poos 1993 sein Ratsmandat aus Altersgründen aufgab, rückte Günter Wehmeyer nach. Das Amt des Ortsvorstehers folgte dann 1997.
Somit wurde die Tradition des "Voages Hofes", die politische Führung in Meßlingen zu stellen, fortgesetzt. Diese Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement möchte der Kandidat auf die ganze Stadt ausweiten: "Wichtig ist der Kontakt zu den Menschen, denn gemeinsam kann man etwas bewegen".
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