GWD Minden schlägt Rostock 35:27 und kehrt in die 1. Bundesliga zurück / Schefvert: Diese Stadt verdient die 1. Liga
"Dieser Erfolg ist wichtig für alle Sportfreunde in der Stadt und in der Region. Minden gehört einfach in die 1. Liga", strahlte GWD-Coach Ulf Schefvert nach schwer erkämpftem Sieg über den erwartet unbequemen Gegner.
"Ich kann versprechen, dass wir nicht nachlassen werden. Jetzt wollen wir auch den Zweitliga-Titel holen", hofft Schefvert nun, das der Druck von allen Beteiligten abfällt.
GWDs bester Torschütze Dalibor Doder im Sekt-Regen. | Foto: Alex Lehn
"Glückwunsch für die Mindener Mannschaft. Der TBV Lemgo freut sich zwei attraktive Derbys in der nächsten Saison", war Lemgos Coach Dirk Beuchler einer der ersten Gratulanten in der Kampa-Halle.
Derweil ließen sich die Mindener Spieler von ihren Fans feiern. Aljoscha Schmidt sorgte zusammen mit Georg Auerswald für die ersten Bierduschen. Trainer Ulf Schefvert musste als Erster dran glauben. Seine Jungs verpassten ihm mit vereinten Kräften ein Gerstensaft-Bad von Feinsten. Der Schwede nahm es mit einem Lächeln.
"Einsatz aller Beteiligten hat sich gelohnt"
Einen Kommentar zum Aufstieg finden Sie hier.
"Der Einsatz aller Beteiligten hat sich gelohnt. Es ist in Erfüllung gegangen, was sich die Jungs über die gesamte Saison hart erarbeitet haben", sprach Dirk Schlüter, der Sprecher des GWD-Beirates, allen Akteuren ein Lob aus.
"Ich bin einfach nur heilfroh, dass der Druck nun weg ist. Der Sieg im heutigen Spiel war natürlich wichtig für die Stimmung", war GWD-Manager Horst Bredemeier glücklich, dass seine Mannschaft praktisch "auf dem Zahnfleisch" gehend am Ziel angekommen ist. "Wir werden jetzt auch in den restlichen fünf Spielen alles geben und nicht zwischendurch nach Mallorca reisen", versprach "Hotti" ein seriöses Saisonfinale.
Auch Bredemeier konnte eine Bierdusche nicht verhindern. Die "jungen Wilden" wie Sören Südmeier, Markus Fuchs und Florian Freitag erwischten den Manager in der Umkleidekabine.
2700 Zuschauer wurden zuvor Zeuge eines denkwürdigen Zweitliga-Spiels. Am Ende stand nämlich ein falsches Resultat an der Anzeigetafel. Das reguläre Resultat lautete 35:27 für Minden. Auch über den Live-Ticker und über die Agenturen ging das falsche Resultat (36:28). Der Grund des Fehlers lag in einem Missgeschick der heimischen Zeitnehmer. Beim Stand von 14:15 gab es Probleme mit der Hallenuhr. Es folgte eine Unterbrechung, in der die Uhr wieder auf den Stand gebracht wurde, doch leider auf den falschen. Statt mit 14:15 ging es mit 15:16 weiter.
Kampfgericht gibt beiden Teams ein Tor mehr
Die Probleme am Zeitnehmertisch spiegelten die große Unsicherheit der Mindener Mannschaft auf dem Parkett wider. Eine Halbzeit lang tat sich der Tabellenführer überaus schwer. Die GWD-Deckung fand keinen Zusammenhalt, Torhüter Anders Persson wurde immer wieder kalt erwischt. Die Mindener Zuschauer trauten bei Rückständen von 6:10 (17.), 10:14 (23.) und 13:15 ihren Augen nicht.
"Es war eben das erwartet verkrampfte Spiel. Gut, dass wir zur Pause wenigstens auf ein Tor an Rostock herangekommen sind. Uns allen war klar, dass wir in der zweiten Hälfte mehr zuzusetzen hatten", analysierte Mindens Team-Manager Günter Gieseking das Geschehen.
"Wir wussten, dass wir mehr zuzusetzen hatten"
"Tiger" sollte Recht behalten. Gleich nach dem Wechsel glich GWD-Torjäger Aljoscha Schmidt beim 18:18 (33. Minute) erstmals aus. Beim 21:20 sorgte Oliver Tesch für die ersten GWD-Führung nach der Pause.
Entscheidend war in dieser Phase der Wechsel der Torhüter. Konstantin Madert löste den glücklosen Anders Persson ab. Madert fand gleich mit einigen Paraden ins Spiel und wurde in den letzten 25 Minuten zum wichtigen Rückhalt.
Und spätestens nach dem Vorstoß vom 24:23 zum 29:24 sprang der Funke dann vom Spielfeld auf das Publikum über. "Nie mehr 2. Liga", und "oh, wie ist das schön", skandierten die grün-weißen Fans nun von den Rängen.
Nach dem 33:25 (54.) verabschiedeten sich kurz hintereinander mit Dalibor Doder und Aljoscha Schmidt die beiden Saison-Bestschützen der Mindener. Ulf Schefvert wechselte durch, schickte mit Sören Südmeier, Christian Skusa, Gerrit Bartsch und Jannik Oevermann die Ersatzbank auf das Feld. Sieg und Aufstieg waren Minden nun nicht mehr zu nehmen.
Und der Rest ging im Konfetti-Regen, grünem Disco-Rauch und jubelnden Spielern unter. Minden ist wieder erstklassig, wenn auch nach schwerer Geburt.
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