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25.04.2012
Zwei Verletzte und Millionenschaden
Zwei Personen erleiden Rauchgasvergiftungen / Denkmalgeschütztes Haus an der Hahler Straße einsturzgefährdet
VON JAN HENNING ROGGE UND SVEN KIENSCHERF

Minden (mt). Zwei Verletzte, eine Million Euro Sachschaden - das ist die Bilanz eines Feuers in einem Mehrfamilienhaus an der Hahler Straße in der Innenstadt. Vermutlich brach der Brand in einer Wohnung im zweiten Stock aus.

Video

Die Bewohner des Hauses Nummer 9 wissen nicht, wie es nun weitergeht. Die Bauaufsicht hat das Gebäude wegen Einsturzgefahr gesperrt. "Der Arbeitsvertrag, den ich gerade unterschrieben habe, liegt noch drin", sagt ein junger Mann. Gegen 5.45 Uhr sei er von seinem Nachbarn geweckt worden, sofort habe er das Haus verlassen. Eine Bewohnerin aus dem Hinterhaus berichtet, dass sie nur ihr Laptop gerettet habe. Die Bewohner haben bei Nachbarn und Verwandten eine vorläufige Bleibe gefunden. Der Hausbesitzer war gestern nicht zu erreichen.

"Die Brandursache ist unklar", sagt Burkhard Lübker, Pressesprecher der Polizei. "Wir ermitteln sowohl in Richtung technischer Defekt, als auch in Richtung fahrlässige Brandstiftung."

Um 5.51 Uhr wird die Feuerwehr vom Mitarbeiter einer Reinigungsfirma gerufen. Sven Schubert und sein Kollege retteten mit ihrem Hubwagen einen Bewohner, der sich auf die Dachterrasse geflüchtet hat. Minuten später treffen die Rettungskräfte ein. Zehn Menschen haben da das Gebäude schon verlassen, zwei Menschen werden von der Feuerwehr gerettet. Etwa 60 Rettungskräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren Stadtmitte, Hahlen und Bölhorst sind im Einsatz, die Löschgruppe Leteln besetzt die Feuerwache.

Zu diesem Zeitpunkt können die Feuerwehrleute das Gebäude nicht mehr betreten. "Ein Innenangriff war uns nicht möglich, da das Treppenhaus in Vollbrand stand", sagt Norbert Riechmann, Pressesprecher der Feuerwehr. "Der Löschangriff fand über zwei Drehleitern statt."

Löschangriff von zwei Seiten: Mit einer Drehleiter an der Hahler Straße und der Petershäger Teleskopmastbühne am Königswall nimmt die Feuerwehr den Brand in die Zange. | Foto: Alex Lehn

Gegen 8.15 Uhr wird die Teleskopmastbühne der Petershäger Feuerwehr angefordert, mit dem die Feuerwehr vom Klausenwall aus dicht an den brennenden Dachstuhl herankommt. Die Maßnahmen zeigen Erfolg, doch es dauert bis etwa 14 Uhr, als der Brand gelöscht ist. "Die Brandstelle wird aber weiter überwacht", sagt Norbert Riechmann.

Die Bewohner werden während der Löscharbeiten im nahen Gerichtszentrum versorgt. "Zwei Personen mussten mit einer Rauchgasinhalation im Mindener Klinikum behandelt werden", sagt Einsatzleiter Brandamtmann Michael Rogge. Ob das Haus zu retten ist, ist unklar. "Wir haben das Bauordnungsamt hinzugezogen."

Um 15.15 Uhr gibt die Polizei den Verkehr auf der während der Löscharbeiten gesperrten Kreuzung Hahler Straße/Königswall wieder frei.

Fotostrecke
Minden: Mehrfamilienhaus in der Oberen Altstadt brennt
 
Klicken Sie auf ein Foto, um die Fotostrecke zu starten (44 Fotos).



Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2013
Dokument erstellt am 25.04.2012 um 00:29:44 Uhr
Letzte Änderung am 25.04.2012 um 00:29:56 Uhr

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