Herforder Büro für Lichtplanung entwickelt neue Beleuchtungsanlage für Veranstaltungsraum im Mindener Hansehaus
VON JAN HENNING ROGGE
Minden (mt). Das Hansehaus in Minden wird vielfältig als Veranstaltungsort genutzt. Genauso vielfältig ist die neue Lichtanlage. Trotzdem kommt sie mit sieben Schaltern aus. Finanziert hat sie der Verein zur Pflege der Kultur an der Weser.
"Das Licht muss zu den unterschiedlichen Nutzungen passen", sagt Diplom-Ingenieur Sascha Homburg vom Herforder Büro für Lichtplanung Studio Candela, das die neue Beleuchtung geplant hat. Konzerte, Lesungen, Empfänge oder Seminare - mal muss der ganze Raum hell erleuchtet sein, mal genügt ein stimmungsvolles Licht auf der Bühne. Für das Hansehaus heißt das: "Eine Lichtanlage, die verschiedene Lichtkonzepte abbilden kann."
Eine besondere Herausforderung im Haus am Papenmarkt war für die Lichtplaner der Denkmalschutz. "Die Möglichkeiten, Leuchtkörper zu installieren sind hier stark eingeschränkt", sagt Sascha Homburg. Mächtige Deckenbalken und eine Vertäfelung, ein Treppenaufgang und ein Kamin gliedern den Raum. "Die gegebene Struktur ist hier sehr stark, weshalb wir uns bemüht haben, die Leuchten möglichst unauffällig zu integrieren." So wurden Lampengehäuse extra farblich an die Decke angepasst und an den Querbalken "versteckt".
Drei verschiedene Lichtarten gibt es in dem Gebäude. "Wir haben ein gleichmäßiges Grundlicht über Leuchtstofflampen, wie es zum Beispiel bei Seminaren benötigt wird", sagt Sascha Homburg. "Die zweite Lichtart betont die rechte Wand, die für Ausstellungen genutzt werden kann. Hier kommen Halogenstrahler zum Einsatz." Das dritte Licht interpretiert ein historisches Vorbild: "Wir haben zwei moderne Kronleuchter hineingehängt, die dimmbar sind und über brillante Lichtpunkte eine gewisse Festlichkeit erzeugen." Ihr Einsatz bietet sich zum Beispiel bei Empfängen oder Konzerten an.
Alle Lichter sind kombinierbar, die Leuchtstofflampen sind unabhängig voneinander zu schalten. Per Knopfdruck lassen sich komplett unterschiedliche Lichtstimmungen erzeugen. Für den Innenarchitekten und Lichtanwender ist die Lichtplanung ein wichtiger Teil der Architektur: "Mit Licht lassen sich gezielt Räume verändern. Ich kann Räume größer, kleiner oder höher wirken lassen. Man kann Menschen mit Licht in Gebäuden lenken."
Das Herforder Studio beleuchtet auch Geschäftsräume, Industriebauten und Privathäuser. In der Region gehören Kunstobjekte wie die Herforder Großskulpturen "Safety Cones" von Dennis Oppenheim ebenso dazu wie das Café Wandelhalle in Bad Oeynhausen.
Ein multifunktioneller Raum wie das Hansehaus stellt spezielle Anforderungen. "Licht erzeugt Aufmerksamkeit, kann aber auch stören", erklärt Sascha Homburg und nennt ein Beispiel: "Bei einem Konzert soll die Aufmerksamkeit bei den Musikern sein. Die müssen ihre Noten gut lesen können, ohne geblendet zu werden. Aber auch der Konzertbesucher braucht noch etwas Licht, weil er sein Programmheft lesen möchte." Hinzu kommt die sinnliche Komponente. Niemand möchte ein Streichkonzert im Neonlicht erleben. Im Hansehaus ist das jetzt zwar möglich - zum Glück aber nicht nötig.
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