Weserspucker-Turnier endet mit Neuauflage des Vorjahres-Endspiels und Dortmunder 5:0-Sieg
VON SEBASTIAN KÜLBEL UND MARCEL WÄHLER
Minden (mt/maw). Borussia Dortmunds Spieler wussten, bei wem sie sich zu bedanken hatten. Kaum war der 5:0-Finalsieg beim 27. Weserspucker-Turnier für Fußball-Traditionsmannschaften in der Kampa-Halle perfekt, da fielen die Schwarz-Gelben Christian Wörns um den Hals.
Der 66-malige Nationalspieler führte die Borussen in der Neuauflage des Vorjahresfinales gegen das Weserspucker-Team zur Titelverteidigung. Und nach dem Sieg im Neunmeterschießen 2011 war es diesmal eine klare Sache für die Ex-Profis.
"Bei Dortmund war jeder Schuss ein Treffer, das Ergebnis war ein bisschen zu hoch", haderte Weserspucker-Trainer Rolf Kuntschik, und BVB-Leistungsträger Lothar Sippel merkte an: "Das Weserspucker-Team hat in der Vorrunde den besten Fußball gespielt. Im Finale hatten wir das Glück, in Führung zu gehen."
Dennoch bauten die Dortmunder völlig verdient mit dem vierten Titel ihre Position als Weserspucker-Rekordchampions aus. Wie bei vorigen Turniersiegen Michael Rummenigge oder Fredi Bobic führte diesmal Christian Wörns den BVB zum Titel. Der frühere Verteidiger überzeugte mit solider Technik, überragender Fitness und erzielte im Finale drei seiner fünf Turniertore. Neben ihm überzeugte Lothar Sippel, der mit 46 Jahren immer noch ein brillanter Hallenspieler ist.
Ähnlich stark präsentierte sich in der Vorrunde der 1. FC Nürnberg, der dem gewohnt guten Thomas Ziemer diesmal den flinken Michael Wiesinger zur Seite gestellt hatte. Vorne blühte Sasa Ciric auf, der mit sieben Treffern Torschützenkönig wurde. Auch der beste Turnier-Torwart kam in Darius Kampa vom "Club". Mit diesem Quartett schaffte es der Weserspucker-Dauergast bei seiner 20. Teilnahme in Minden endlich mal wieder ins Halbfinale, in dem erst nach Neunmeterschießen gegen das Weserspucker-Team Schluss war.
Die heimische Ü-35-Auswahl spielte nicht nur dank Ex-Profi René Müller ein starkes Turnier. Trotz der im Vorfeld geäußerten Unsicherheit über die eigene Leistungsstärke schafften die Gastgeber als einzige Mannschaft drei Vorrundensiege, darunter das 8:2 gegen die Euro-Kicker.
Das zusammengewürfelte Allstar-Ensemble mit den Trainern Eduard Geyer und Klaus Toppmöller war sportlich die große Enttäuschung des Turniers. "Das Alter hat eine große Rolle gespielt", erklärte Toppmöller die drei Niederlagen in der Vorrunde, bei denen sein Team spielerisch zu viel Stückwerk geliefert hatte.
Immerhin brachten die Euro-Kicker in Marek Lesniak, Ratinho oder Ansgar Brinkmann neue Namen in die Kampa-Halle. Die waren bei den etwa 2400 Zuschauern genauso gefragt wie BVB-Star Wörns oder das prominente Trainer-Duo der Allstars, für die Toppmöller eine lobende Bilanz zog: "Hier sind einige sehr gute Mannschaften, das Publikum nimmt es toll an. Das ist schon eine runde Sache."
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