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12.01.2012
Sprengstoff-Schnüffler im Museum
NRW-Polizeihunde üben Bombensuche in Minden / Spürhunde riechen kleinste Mengen
VON JAN HENNING ROGGE

Minden (mt). Wenn Ino etwas gefunden hat, verhält er sich ganz still. Der fünfjährige belgische Schäferhund setzt sich und blickt auf sein Herrchen. Um den Rest kümmern sich Polizeibeamte - und Ino darf endlich spielen.

Video

Ino ist ein Sprengstoff-Spürhund. In Nordrhein-Westfalen hat er 40 Kollegen. Viele von denen waren gestern im Preußen-Museum - und wurden dort fündig. "Wir sind hier für eine Übung", sagt Nicole Höpfner, Lehrtrainerin an der Diensthundeschule in Schloß Holte-Stukenbrock. Gemeinsam mit einem Kollegen führte sie die Schulung durch. "Hier sind Hundetrainer aus ganz NRW und wir trainieren zusammen."

Das sieht dann so aus: Ino kommt mit seinem Hundeführer in den Ständersaal unter dem Gebäudedach. Im Übungsszenario könnte hier irgendwo eine Sprengladung oder Ähnliches versteckt sein. Mit seiner feinen Nase beginnt der Hund sofort zu schnüffeln, schwanzwedelnd sucht er zwischen Stühlen und Gebälk.

Der Hundeführer zeigt dem Rüden, wo er suchen soll. Plötzlich ist der sonst so lebhafte Hund ganz still, legt sich hin und sucht den Blickkontakt zu seinem Herrchen. Er hat etwas gefunden. Ein kleines Stück Pistolenmunition liegt in einer Ritze am Gebälk. Inos Belohnung: Der Hundeführer spielt mit ihm. Hinter einem lederbespannten Tau darf der Schäferhund begeistert herjagen.

40 Sprengstoffhunde gibt es in Nordrhein-Westfalen.

Ino ist seit gut zwei Jahren Sprenstoff-Spürhund. Mit etwa zehn Jahren geht er in Rente. Bis dahin wird er seine Nase weiterhin für die Polizei hinhalten. Seine Karriere begann er als Schutzhund bei der Polizei. "Wenn ein Hund die Fähigkeit dazu hat, wir er entweder zum Rauschgift- oder Sprengstoff-Spürhund ausgebildet", sagt Nicole Höpfner.

Für Ino ist die Arbeit noch nicht getan. Jetzt muss er noch das versteckte Sprengstoffpäckchen finden. "Wir arbeiten hier mit echtem Sprengstoff", erklärt die Trainerin. "Allerdings ist die Menge winzig." Auf einem Wattebäuschchen in einem Reagenzglas ist das Mittel aufgebracht, eine Explosion wäre völlig ungefährlich. Der Schäferhund kann den Sprengstoff riechen - obwohl das Reagenzglas mehrfach in eine zugeklebte Tüte eingewickelt ist. Inos Nase lässt sich nicht täuschen.

Ino bei der Arbeit: Der belgische Schäferhund ist auf der Suche nach einem Päckchen mit Sprengstoff. MT- | Fotos: Manfred Otto

 Seine Arbeit ist anstrengend. "Für einen Hund wäre so ein Raum eigentlich schon zu groß", sagt Nicole Höpfner. Teamwork ist auch bei Hunden angesagt. "Da würden wir mit drei Spürhunden arbeiten." Jetzt hat Ino das Päckchen unter dem Stuhl erschnüffelt. Für ihn ist damit fürs Erste Feierabend. Übernachtet wird in der Bückeburger Kaserne. Und dort werden er und sein Herrchen dann am Donnerstag wieder auf die Suche gehen. Und zwischendurch viel spielen.

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Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 11.01.2012 um 21:31:38 Uhr

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