110 Tonnen schwere Stahlkonstruktion wird in den kommenden Wochen auf dem Mindener Dom errichtet
VON HANS-JÜRGEN AMTAGE
Minden (mt). Es ist eine extreme Herausforderung für die Ingenieure und Bauarbeiter gleichermaßen. Das Projekt "Vierungsturm mit Geläut", mit dessen Realisierung bereits im Dachstuhl des Mindener Domes begonnen wurde, sucht in Deutschland seines Gleichen.
Man habe in den vergangenen Wochen den Eindruck haben können, dass das rund 800.000 Euro teure Bauvorhaben in eine Art Dornröschenschlaf gefallen sei, schildert Arno Doebler. Zunächst waren Bauzäune nordöstlich des Domes errichtet worden. Dann wurden tonnenschwere Stahlträger angeliefert, die sang- und klanglos im Dach des Sakralbaues zu verschwinden schienen. Doch das täuscht.
Doebler ist als Diplom-Ingenieur beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB) tätig und für Hochbaumaßnahmen des Landes im Heimatraum zuständig. So auch für den Mindener Dom. Denn das Land hält beim Dom das Kirchenpatronat und ist damit für die Instandhaltung aber auch Vorhaben wie den Vierungsturm zuständig. Denn dieser Turm über der Kuppel im Schnittpunkt von Lang- und Querhaus war bis zur Zerstörung des Mindener Domes durch alliierte Bomben im März 1945 über Jahrhunderte fester Bestandteil des mächtigen Kirchengebäudes.
Gemeinsam mit Architekt Bernhard Brüggemann von der Arbeitsgemeinschaft Historische Bauten (B!), der seit gut drei Jahrzehnten deutschlandweit gerade auch große Kirchenbaumaßnahmen betreut, stellte der BLB-Vertreter gestern die "Herausforderung Vierungsturm" dem MT vor. Mit hohem Zeitaufwand sind in den vergangenen Wochen die Vorbereitungen für das Ein- und Aufsetzen des Glockenturmes gelaufen, der 24 Meter über den Dachfirst hinausragen und in der Spitze genauso hoch wie der Dachreiter des Westwerkes sein wird. Fast 110 Tonnen schwer ist das gesamte Stahlobjekt mit seiner Kupferverkeidung und den fünf Glocken.
Entsprechend aufwendig sind schon die Vorarbeiten. Zunächst wurde eine Rahmenkonstruktion geschaffen, um den Dachstuhl abzufangen, wenn er in dem Bereich geöffnet wird, aus dem der Vierungsturm herauswachsen soll.
Der gesamte Dachstuhl des Querhauses ist äußerst filigran. Beim Wiederaufbau des Domes Anfang der 1950er-Jahre waren die Lohnkosten billig, das Material extrem teuer. So wurde mit hohem Personal- und Stundenaufwand ein Dachstuhl aus einem feinen Stahlgestänge errichtet - in einer Art Falttechnik, sodass es nach der Fertigstellung nur noch auseinandergezogen werden musste. Die Scharniere an den Streben deuten noch heute auf die Technik hin.
In diesem Gewirr von Verstrebungen müssen jetzt die Bauarbeiter auf engstem Raum die Unterkonstruktion für den Vierungsturm einbauen. Brüggemann und andere Baufachleute haben vielfach gerechnet wie hoch die Belastungsmöglichkeit der Mauern und Pfeiler des Domes ist, wie sich das Schwingen der Glocken auswirkt und wie das mächtige Stahlgerüst, das an vier Stellen auf Brückenlager aufgesetzt wird, in den Turm eingebracht werden kann. Eine Meisterleistung aller Beteiligten.
Die Stahlbaufirma Teufert aus Quakenbrück ist derzeit damit beschäftigt, die Unterbaukonstruktion am Firmenstandort zu errichten. In vier Teile zerlegt, wird der mehr als 30 Tonnen schwere Unterbau voraussichtlich am 9. September mit einem Schwertransport nachts nach Minden gebracht. Zwei Tage zuvor soll das Dach geöffnet werden. Eine Haube aus Aluminiumgestellen und Lkw-Planen wird die Öffnung überdecken, um die dann offen liegende Kuppel in der Vierung des Domes vor Regenfällen zu schützen.
Ist die Unterkonstruktion mit ihren vier Spinnenbeinen unter schwierigsten Bedingungen eingebaut, wird zunächst eine Schutzwanne in Form eines Kreuzes aufgesetzt, die im Brandfall herunterfallende Teile auffangen und somit den Dombau schützen soll.
In zwei Teilen wird dann der Turm selbst aufgesetzt. Zunächst die Laterne in Form eines Oktogons, in die später die Glocken eingehängt werden. Dann der Helm mit Kugel und Kreuz an der Spitze, die sich nach Fertigstellung des Turmes in einer Höhe von 56 Metern befinden werden.
Beide Teile des Turmes werden erst vor Ort mit Kupfer verkleidet, da die Platten während des Schwertransportes beschädigt werden könnten.
Im Dezember soll der Vierungsturm errichtet sein, so hoffen Arno Doebler und Bernhard Brüggemann. Voraussetzung ist, dass das Wetter mitspielt und die Arbeiten verhältnismäßig reibungslos laufen. Möglichst im Januar soll die Errichtung ganz abgeschlossen sein.
Dann würde ein mehr als sechs Jahrzehnte gehegter Wunsch der Domgemeinde Realität sein: Der im Ursprung mehr als 1200 Jahre alte Dom wäre wieder "komplett".
Minden (nik). Die Polizei Minden-Lübbecke kann jetzt in zwei Fahrtrichtungen und über vier Spuren gleichzeitig blitzen. Grund ist ein neues Messgerät... mehr
Nach Polizeiangaben fuhr die 49-Jährige kurz nach 6 Uhr in Richtung Porta Westfalica. Kurz hinter der Auffahrt Dankersen geriet der Wagen aus bislang... mehr
Seit Anfang des Jahres wurden mehr als 200 Verstöße registriert. Und nur ein Beamter reicht für die Bedienung der Technik aus. Gestern stellte die... mehr
Minden (mt). Die Polizei NRW will für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen, deswegen werden vorgesehene Geschwindigkeitsmessungen vorab bekannt... mehr
Dienstagabend haben sich die Rebootler getroffen, um sich zu gründen. Mehr als drei Stunden wurde über die zwölf Paragrafen lange Satzung diskutiert... mehr
Das strengt beide an. Zwischendurch braucht das Paar immer mal wieder eine Pause, um sich zu setzen und auszuruhen. Ruheplätze und Nischen entlang... mehr
Allerdings, das muss der Fairness halber gesagt werden: den Anlieger am Petershäger Weg besucht der orangefarbige Kehrwagen der Städtischen Betriebe... mehr
Doch wie sieht es in der Modebranche - in der Jugend und Schönheit oft im Mittelpunkt stehen - aus? Ist eine 60-jährige Verkäuferin noch trendig genug... mehr
Seit Anfang des Jahres wurden mehr als 200 Verstöße registriert. Und nur ein Beamter reicht für die Bedienung der Technik aus. Gestern stellte die... mehr
Unterstützung bietet (neben Angehörigen und Ärzten) vor allem qualifiziertes Pflegepersonal. Die Ansprüche an Schwestern und Pfleger sind hoch...... mehr
In der Kategorie "Duo Streichinstrument/Klavier" vertraten die Mindener Schülerinnen Emma Dziuk (13) und Franziska Frederking (16) den heimischen... mehr
Seit 20 Jahren gehört Uwe Hachmeister der Feuerwehr an, auf 40 Jahre blickt Günter Schneider zurück. Die Wahlen in dem eingetragenen Verein brachten... mehr
Das erfolgreiche Quartett mit Vater Rolf Dörmann, Tochter Sarah und Sohn Henrik Dörmann sowie Martina Dettmann kam bei seinem Sieg nach einer Stunde... mehr
Unter Leitung von Johanna Gartmann musizierten dort der Gospelchor "Feel Go(o)d", der Jugendchor "You and me" und es spielte ein Bläserchor unter... mehr
Die Sitzung wurde vom Fraktionsvorsitzenden Kurt Riechmann geleitet. Aufgrund des Todes des FWG-Vorsitzenden und Gründungsmitglieds Wilhelm Schwenker... mehr
Das kleine Zirkusunternehmen hat seine Zelte auf dem Platz am Feuerwehrgerätehaus an der Holzhauser Straße aufgeschlagen. Sein Winterquartier hatte... mehr
"Insgesamt verliefen die vier Tage ruhig und nur in wenigen Fällen mussten wir tätig werden", lautet das positive Resümee des Einsatzleiters Hartmut... mehr
Diepenau-Essern (usw). Über 80 Kinder jedes Alters waren der Einladung des TSV Essern zu einer Kinderkarnevalsfeier in der bunt geschmückten Turnhalle... mehr
Theilemann soll - von der Bezirksregierung Detmold zugesprochene - 969000 Euro bekommen, die der Landesbetrieb Straßen NRW mit seiner Zentrale in... mehr
stehenden Code hier ein*: