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23.05.2011
Porta Marathon zeigt sich "very british"
Ehepaar Wrapson aus England gewinnt Königsstrecke / Dauer(b)renner Schirrmacher und Rösener feiern dritten Sieg in Folge
VON MARCUS RIECHMANN

Porta Westfalica (mt). Man spricht Englisch und Westfälisch an der Porta: Zwei alte Laufkönige und zwei neue Regenten aus einem alten Königreich drückten dem 3. Porta Marathon ihren Stempel auf.

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Erneut führte an den Lokalmatadoren Michael Schirrmacher und Silke Rösener kein Weg vorbei: Im Halbmarathon siegten sie bei ihren dritten Porta-Starts zum dritten Mal. Neu ist das Regentenpaar im Marathon: Das Ehepaar Stephen und Yvette Rapson aus England landete einen familiären Doppelsieg in der Königsdisziplin - das gab es beim Porta-Marathon noch nie.

Sowohl der Sieg zweier Läufer aus dem Ausland und erst recht der familiäre Doppelerfolg waren ein Novum beim Lauffest im Schatten des Kaiserdenkmals. Doch nicht nur die Sieger sorgten für Glanz und große Momente: Mit tausenden Gästen wurde der Porta-Marathon zu einem Volksfest in Barkhausen - und scheint auch in Minden langsam anzukommen. Die Aktion "Minden rollt den roten Teppich aus" erfreute auf dem Marktplatz nicht nur die Läufer, sondern lockte auch mehr Zuschauer denn je an die Strecke.

Bei strahlendem Sonnenschein und wie alle Starter des Tages schwungvoll angetrieben von den Trommelrhythmen von Deixa Falar gingen gestern Morgen rund 170 Marathonis auf die 42,195 Kilometer lange Strecke. Bei den Männern raste Stephen Wrapson aus dem englischen Windsor nach 2:40:19 Stunden ins Ziel und stellte damit eine persönliche Bestzeit auf. Eine gute dreiviertel Stunde konnte er sich ausruhen, bevor er seine südafrikanische Ehefrau Yvette bejubeln durfte. Sie lief mit einer Zeit von 3:28:10 Stunden ins Ziel und machte den Familiensieg perfekt.

"Da muss ich wohl wieder Marathon laufen"

Start zum Marathon mit Sieger Stephen Wrapson (5.v.l.) und dem besten Mindener Läufer, Theo Block (rechts).

"Das war einfach klasse heute. Wir wollten uns mit dem Marathon auf einen Ironman vorbereiten und jetzt haben wir gewonnen", freute sich der siegreiche Triathlet, der in Minden bei seinem ebenfalls im Marathon gestarteten Freund Thomas Korff in Häverstädt wohnte. Schon jetzt plant das Siegerpärchen, auch 2012 dabei zu sein. "Das war unser erster Marathon in Deutschland, aber sicher nicht der letzte. Wir wollen wieder nach Porta kommen. Es war einfach klasse", lobte Yvette nach ihrer Premiere. Und als einer der ersten Topläufer an der Porta lobte ihr Mann sogar die oft als winklig und windig kritisierte Strecke: "Der tolle, flache Kurs hat mir zur Bestzeit verholfen", meinte Wrapson voll Überzeugung.


Weniger leicht als die beiden Marathon-Sieger hatten es Silke Rösener und Michael Schirrmacher aus der halblangen Strecke. In 1:16,41 Stunden verpasste Schirrmacher die Wunschzeit von "unter 1:15" knapp. Er musste mal wieder das Rennen als Solist von der Spitze bestreiten und kam fast exakt mit der Zeit des Vorjahressiegs an (1:16,39). "Nach der ersten Kurve war ich allein unterwegs", fehlten ihm ein paar schnelle Konkurrenten an der Seite. Er erlebte erstmals einen kleinen Einbruch auf seiner Hausstrecke. "Fünf Kilometer vor dem Ziel bin ich fast gejoggt", gestand er. Nicht nur über seinen erneuten Sieg im Halbmarathon durfte er sich freuen, bevor er zum Duschen in der Zeit vor der Siegerehrung nach Hause trabte: Auch sein Marathon-Streckenrekord von 2:38 Stunden aus dem Jahr 2009 hielt dem Angriff von Stephen Wrapson stand. Damit das auch 2012 so bleibt hat der Mann von Eintracht Minden eine simple Lösung parat: "Da muss ich wohl wieder Marathon laufen."
Rösener genießt Lauf über den roten Teppich

Die Siegerpaare: Michael Schirrmacher und Silke Rösener (links) gewannen den Halbmarathon, das Ehepaar Yvette und Stephen Wrapson aus England den Marathon.

Vereinskameradin Silke Rösener war nach dem Lauf rundum glücklich. Nach einer bis zum März währenden viermonatiger Verletzungspause lief sie gestern so, als wäre nichts gewesen, zum Sieg - dem dritten in Folge nach Halbmarathon 2009 und Marathon 2010. "Schön, dass alles so gut geklappt hat", war sie nach 1:30 Stunden von sich selbst überrascht und von der Unterstützung in Minden begeistert: "Über den roten Teppich zu laufen war toll. Die Kulisse auf dem Markplatz war erstaunlich gut."

Die Marathon-Staffel von Eintracht Minden, der als Verein die sportliche Leitung des Laufspektakels innehatte, siegte gestern in der Besetzung Ulli Drees, Wolfgang Vehlewald, Gastläufer Stefan Rüter und Oliver Neidiger in 2:41:24 Stunden rund sieben Minuten vor der Staffel der LG Porta mit Adrian Schürmann, Nils Kohlstädt, Alexander Eschweiler, Jan Lindenau.

Erfolgsstaffel: Das Sieg-Quartett von Eintracht Minden mit Ulli Drees, Wolfgang Vehlewald und Oliver Neidiger (von links) sowie MT-Mitarbeiter Stefan Rüter (2.v.r.).

Über die 10 Kilometer holte sich der für Münster startende Mindener Jan Niklas Sielemann in 34:28 Minuten den Sieg vor Steffen Lang (TSV Kirchdorf/34:44) und Dauerbrenner und Vorjahressieger Achim Hagemeyer (Espelkamp/35:55). "Nach zwei Kilometer waren die beiden weg", war Hagemeyer früh klar, dass er gestern nicht um den Sieg mitlaufen konnte. Bei den Frauen wiederholte die Espelkämperin Anke Kemmener den Sieg aus 2010. In 39:58 Minuten war sie nur 35 Sekunden langsamer als im Vorjahr. "Es war ein bisschen warm aber sonst richtig gut heute", freute sich Kemmener über einen für knapp 2000 Läufer und etliche tausend Gäste rundum gelungenen Lauftag.

Den bereicherten auch die Jugend-Staffeln über die Halbmarathon-Strecke. Unter 21 teilnehmenden Staffeln, darunter 16 des Mindener Besselgymnasiums war das Sportschul-Siebtklässlerteam "Black Pussy" mit Jannis Steffen, Fin-Lucas Rathert, Niklas Hoserek und Tobias Arnold in 1:35:00 Stunden nicht zu schlagen.

Fahrenkamp schwitzt gern in grüner Regenjacke

Starker Schlussspurt: Tobias Arnold führte die Bessel-Staffel zum Sieg.

Lauf-Chef und Porta-Möbel-Mitinhaber Achim Fahrenkamp zog zufrieden Bilanz nach einem langen Tag. "Wir hatten mit knapp 2000 Läufern etwas weniger als im vergangenen Jahr, aber aus Eventsicht war es der mit Abstand beste Porta-Marathon. Hier war richtig was los, der Tag war top. Was mich besonders gefreut hat: Bei den Bambini-Läufen hatten wir mit 631 noch mehr Kinder am Start als im letzten Jahr mit 613", sagte Fahrenkamp. Eine Zufriedenheit, die auch auf eine vierte Auflage schließen lässt. Doch dazu wollte Fahrenkamp noch nichts sagen. "Wir machen erstmal eine gemeinsame Manöverkritik", kündigte er an und schloss: "Aber es wäre doch schade, wenn es diese Veranstaltung nicht mehr gäbe." Nach einem Schlussstrich unter das Erfolgsprojekt hört sich das nicht an. Die Wrapsons können wohl die nächste Reise nach Minden planen.

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Dokument erstellt am 23.05.2011 um 01:42:24 Uhr

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