52 Mindener Hobbyfilmer reichten historisches Material ein / DVD-Edition ab sofort erhältlich
Die Eröffnung des Melitta-Bads ist mehr als 43 Jahre her, die letzte Fahrt der Mindener Straßenbahn sogar über 50 Jahre. Durch die Aufzeichnungen vieler Hobbyfilmer bleiben die Ereignisse lebendig.
"Aber es sind nicht nur die großen Ereignisse, die die Geschichte ausmachen. Vor allem durch Aufnahmen vom täglichen Leben, von Vereinen, von der Arbeitswelt konnten wir den Zeitgeist einfangen", erzählt Stefan Radüg. Er ist Redaktionsleiter bei Kamera Zwei in Hannover und verantwortlich für das Projekt. Gemeinsam mit Redakteur Marc Höppner und einem Team aus Cuttern und Filmern nahm er sich des Materials an.
Gut 180 Filmsequenzen von 52 Hobbyfilmern wurden bis August beim Mindener Tageblatt abgegeben. Für das Team von Kamera Zwei fing damit die Arbeit an: sortieren, sichten, digitalisieren - schließlich ist der Großteil des Materials noch auf Filmrollen gefilmt worden -, schneiden, interviewen, texten und abmischen. Nach der dreimonatigen Arbeit ist Radüg, der ähnliche Produktionen schon in anderen Regionen begleitete, vor allem von den Hobbyfilmern begeistert. "Es gab so viel Material, das mit Liebe zum Detail das Alltagsleben in und um Minden zeigt, das ist toll."
Da sind die Aufnahmen aus den 1930-er Jahren, auf denen die Heringsfischer aus Petershagen bei ihrer Arbeit auf der Nordsee zu sehen sind. "Wie die kleinen Schiffe damals auf der hoher See durchgeschaukelt wurden, das ist schon spannend", berichtet Radüg.
Spannungsbogen soll nicht unterbrochen werden
Besonders gefallen ihm Aufnahmen vom Torfstechen im Hiller Moor aus den 1950er-Jahren. Wo die Menschen in harter Arbeit das Brennmaterial Torf aus dem Boden brachen, ist seit 1974 ein Naturschutzgebiet. Radüg: "Die Arbeit von damals ist Geschichte. Geschichte, die durch Filmaufnahmen weiterlebt."
Den Filmemachern war es wichtig, den Spannungsbogen nicht zu unterbrechen. In der Serie wechseln heitere Themen ernste ab. Lockere Sequenzen sind beispielsweise die Übung der Freiwilligen Feuerwehr Todtenhausen aus dem Jahr 1982, die Feier nach dem Sieg der Handballer GWD Minden bei der Deutschen Meisterschaft 1967 oder Aufnahmen vom Freischießen und von Jahrmärkten. Ernst dagegen ist das Video eines Brandes in der Bäckerstraße.
Untermalt sind die Filme nicht nur mit Musik sondern auch mit Interviews von Zeitzeugen. Heinz Röthemeier (ehemaliger Mindener Bürgermeister), Dr. Monika Schulte (Mindener Geschichtsverein), Dr. Günther Rook (MTV 1860 Minden), Heinz Wähler (ehemaliger Chefredakteur des MT), Dr. Hans Nordsiek (ehemaliger Leiter des Kommunalarchivs) und Landrat Dr. Ralf Niermann erinnern sich mit persönlichen Anekdoten an die Zeit vor der Jahrtausendwende.
Projektleiter Stafan Radüg ist zufrieden mit dem Werk. "Es ist die größte Filmesammlung aus der Region. Nicht nur das Leben in Minden, auch das aus den Dörfern und Städten im Umkreis wird hier in bewegten Bildern wiedergegeben", erklärt Radüg. Über 160 Spielminuten auf vier DVDs, unterteilt in verschiedene Zeitabschnitte, zeigen Minden so, wie es früher einmal war. "Unsere Heimat in bewegten Bildern" nennen die Produzenten die filmische Zeitreise.
Für 49,90 Euro ist die DVD-Edition "Unser Mindener Land" erhältlich bei express - Reisen/Tickets/Zeitschriften, Obermarktstraße 28-30, Minden,
im Online-Shop des Mindener Tageblatts und für Abonnenten der Zeitung unter Telefon (05 71) 8 82 72. Die Liefergebühr bei Versand per Zusteller beträgt 0,32 Euro.
Außerdem ist die Edition erhältlich in vielen Buchhandlungen im Mühlenkreis und angrenzenden Städten.
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