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Sämtliche Künstler treten an diesem Abend auf, ohne eine Gage zu erhalten. Sie alle wollen darauf aufmerksam machen, dass die Förderung der freien Kulturszene seitens der Stadt wichtig ist, um diese Lebendigkeit zu erhalten. Beim Publikum kommt diese Botschaft ganz offensichtlich an: Wohin einen der eigene Weg auch führt, überall sind die Veranstaltungsstätten gut gefüllt, an einigen Orten mussten im Verlauf des Abends sogar Zuschauer abgewiesen werden. "Abschließende Zahlen haben wir noch nicht, aber es war bestimmt so viel Publikum unterwegs wie 2008. Damals waren es gut 2000 Zuschauer", sagt Gertraud Strohm-Katzer, die diesen Abend organisiert hat. Nach meinem Gefühl dürfte diese Zahl in diesem Jahr übertroffen worden sein.
Bei dieser Programmfülle kann ein Artikel selbstverständlich nicht alles abbilden, sondern nur einen ganz subjektiven Eindruck wiedergeben, dessen Auswahl in keinem Fall ein Qualitätsurteil über die ungenannten Programmpunkte fällt.
Der strahlende Sonnenschein lenkt meinen Schritt zunächst zum Keilstück, wo die Contra-Dancers gerade die Windmühlenquadrille aufführend, die ein Amerikaner zu einer deutschen Melodie ersonnen hat. Noch sind es kleine Gruppen von Zuschauern, die an dieser Station haltmachen, um sich die traditionellen Volkstänze anzusehen. Auch das Eine-Welt-Dorf ist die Zahl der Flaneure noch überschaubar. Gudrun Mehrhoff erzählt hier Märchen, eines aus Tansania und eines aus der Sammlung der Grimms - den Froschkönig. Vor allem die Erwachsenen spricht ihr Vortrag an, während der kleine Wasserlauf hinter ihr die Kinder magisch anzieht.
Ein ganz anderes Bild eine Stunde nach Beginn im BÜZ: Beim Auftritt von Ostwestfalens dienstältester Boygroup, den Globetrottels, sind alle Stühle besetzt, Zuhörer stehen in mehreren Reihen bis in den Eingang. Wohlklingend und mit Selbstironie besingen die sechs Herren ihr Altern in "Cholesterin". Ihren legendären Vorgängern, den Comedian Harmonists, huldigen sie mit "Onkel Wumba aus Kalumba" inklusive minimalistischem Rumba-Schritt. Ihr temperamentvoller "Bratislava-Lover" hat eindeutig das Zeug zum Hit. Ganz andere Töne schlägt das Trio Spitfish mit Miriam Stock (Gesang, Piano), Volker Beckmann (Schlagzeug) und Henning Wandel (Bass) an. Das Publikum hat sich hier in der kurzen Pause mindestens zur Hälfte gewandelt - ein deutliches Indiz dafür, dass die Möglichkeit, sich sein ganz persönliches Programm zu erwandern angenommen wird. Spitfishs Popmusik mit Einflüssen aus Jazz und ein wenig Folk, lässt sich in keine Schublade pressen, erzeugt eine leicht melancholische Stimmung, ohne in Traurigkeit abzugleiten. Miriam Stocks Gesang erinnert ein wenig an Sheryl Crow oder Suzanne Vega, der von Bass und Schlagzeug sehr gefühlvoll untermalt wird.
Die Tucholsky-Bühne hat tatsächlich wieder 13 Zuhörer ins Keilstück gelockt und unterhält dort mit einem Leseprogramm, das an diesem Abend einmal nicht vom Regisseur bestimmt wurde.
Mit Musik der Barockzeit bietet "Concerto Ludovico" mit Cathrin Schulze-Dorfkünig (Orgel), Hanno Holm (Violine), Andreas Neuhaus (Posaune) und Sebastian Lauckner (Dulcian) einen willkommenen Moment der Kontemplation. Zwischen Ernst und Heiterkeit changieren Guido Meyers Texte, die im Hansehaus von Nadir Al-Badri auf der Trompete untermalt werden. Das "Viermalvier des Lebens" rechnet er im Duktus von Marcel Reich-Ranicki vor, während sein Protagonist Seele einen wahren Albtraum durchlebt.
Zu später Stunde ist auch der Jazz Club noch immer gut gefüllt, als hier der Gitarrist Klaus Merkel, der monatlich die Jam-Sessions leitet, mit seiner Band auftritt, die ebenfalls regelmäßig bei den Sessions mitmachen. An diesem Abend sorgen Niko Deppisch (Bass), Andre Deterding (Schlagzeug), Andreas Kipp (Piano), Martin Flathe (Percussions), Heiko Biermann (Saxofon) und Sängerin Jördies Treude dafür, dass die Stimmung hier nach einem abwechslungsreichen Programm gehalten wird.
Ein rundum gelungenes Programm, von dem sich auch die Kulturpolitikerinnen Monika Meinert und Edith von Wrisberg sowie Ulrike Faber-Hermann vom Kulturbüro mit viel Ausdauer überzeugten. Schade, dass man zwangsläufig so viel verpassen musste.























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