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Minden/Hannover (mt). Langsam fährt die Mindener Straßenbahn durch die Obermarktstraße, ein Auto mit geschwungenen Kotflügeln rollt am Denkmal des Großen Kurfürsten vorbei, um den herum junge Bäume stehen - die ersten Bilder des DVD-Projekts "Unser Mindener Land" flimmern digitalisiert über den Schnittcomputer.
Schon jetzt lässt sich erahnen, was für ein einzigartiges historisches Dokument hier entsteht. Bei den Redakteuren des MT-Kooperationspartners Kamera Zwei in Hannover kommt Begeisterung auf. "Tolle Aufnahmen", sagt Stefan Radüg, Geschäftsführer und Redaktionsleiter.
Schwarz-Weiß-Aufnahmen vom Heringsfängerfest in Petershagen flimmern über den Bildschirm, Männer mit Südwester, ein Segelboot. Dann spielende Kinder, sie schaukeln, spielen Ball. "Zeig das noch mal", sagt Radüg zu Redakteur Marc Höppner. Die Mädchen in flatternden Rücken und Kniestrümpfen, Jungen in kurzen Hosen springen Seil, spielen mit einem Dackel. Die fröhlichen Kinder von damals sind vermutlich längst Großeltern. Einzigartige Aufnahmen aus den 50er Jahren zeigen, wie sie damals ihre Freizeit verbrachten.
"Viele Leute können sich gar nicht mehr daran erinnern: Wie sah denn die Bäckerstraße aus, als noch Autos durch die Straße fuhren und es keine Fußgängerzone war", sagt Radüg. Das Weserufer, heute mit hohen Bäumen bewachsen, habe damals ganz anders ausgesehen.
Um diese Zeitreise auf DVD zu ermöglichen, werden die Aufnahmen der Leser nun digitalisiert. "Die Filmrollen sind nur mit einem Projektor zeigbar, heute arbeitet man mit dem Computer", sagt Radüg. "Der Vorteil der Digitalisierung ist, dass die Bilder angepasst werden können. Manche Filme sind über die Jahrzehnte schlechter geworden - man kann die Bilder heute mit technischen Mitteln brillanter, schöner machen, als sie über die Jahrzehnte geworden sind."
Fachleute aus dem Mindener Land dabei
Nun beginnt die heiße Phase, in der entschieden wird, welche Aufnahmen benutzt werden können. Mit fachlichem Rat stehen den MT- und Kamera-Zwei-Redakteuren Experten, darunter Dr. Hans Nordsiek, ehemaliger Leiter des Mindener Kommunalarchives, und seine Nachfolgerin im Amt, Dr. Monika Schulte, die auch Geschäftsführerin des Mindener Geschichtsvereines ist, zur Seite.
Mangelware sind indes noch Aufnahmen aus den Anfangsjahren des Filmes: "Wenn Leser oder Archive noch Filmmaterial aus den 20er- oder 30er- Jahren hätten, das wäre toll", sagt Radüg. "Solche Aufnahmen würden dem Projekt noch den letzten Schliff geben." Im Oktober soll es dann so weit sein, dann sollen die DVDs fertiggestellt sein.
Bis Montag, 16. August, werden noch Filme angenommen. "Wir hoffen, dass wir bis dahin noch etwas Material zusammenbekommen", sagt Radüg. Aber irgendwann müsse die Annahme dann doch beendet werden, damit die Filme bearbeitet werden könnten. "Für besonders tolles Material können wir aber noch bis Ende August eine Ausnahme machen", lässt er sich eine Hintertür auf.


















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