Saisonal und damit gesund ist das Gericht, das Claudia Kulp, Köchin der "Ersten Sahne" in dieser Puls-Ausgabe kredenzt. Die 33-Jährige, die für die BASF-Kantine, die Mensa des Besselgymnasiums und das Bäcker-Bistro an der Königstraße kocht, tischt ein Schweinerückensteak mit einer Kartoffel-Wirsing-Roulade und Paprikasoße auf. "Das gesamte Gemüse ist in Bio-Qualität zu haben", erklärt die Köchin, die im Porta-Berghotel gelernt hat, die Vorzüge, mit saisonalen Produkten zu kochen.
Obwohl bei der Zubereitung der gemüsigen Roulade ein wenig Fingerfertigkeit von Vorteil ist, lässt sich das Gericht schnell zaubern. Als erstes kocht Claudia Kulp die Kartoffeln, blanchiert die Wirsingblätter und Erbsen und schreckt beides in Eiswasser ab. Dann werden die Erbsen mit etwas Salz püriert. "Erbsen kann man sehr gut tiefgekühlt verwenden", rät die Köchin. Die Vitamine seien beim einfrieren nicht verloren gegangen.
Nun geht es den fertig gekochten Kartoffeln an den Leib. Auch sie werden püriert - allerdings zusammen mit Ei und Stärke und dann mit Salz abgeschmeckt. "Und jetzt ist etwas Geschick gefragt - es wird gebastelt", kündigt Claudia Kulp an, die seit sie denken kann Köchin werden wollte.
Für 30 Minuten bei 175 Grad im Ofen
"Ich wollte immer etwas Kreatives machen", erzählt sie, nimmt Wirsingblätter, die sie als Rechteck überlappend ausbreitet und verteilt auf ihnen das Kartoffelpüree und die Erbsen-Masse. Darauf streut sie ein paar klein gewürfelte Paprika und wickelt die Blätter mit der Masse zu einer Roulade, die sie dann in eine Auflaufform gibt. Zum Schluss werden die Rouladen in der Form mit Gemüsebrühe aufgegossen und für etwa 30 Minuten bei 175 Grad in den Ofen geschoben.
Zeit genug, um sich dem Fleisch und der Soße zu widmen. Für Letztere würfelt Claudia Kulp eine Zwiebel und eine Paprika. Die Zwiebel wird in Pflanzenfett glasig gedünstet, bevor die Paprika mit in die Pfanne wandert. Nach ein paar Minuten löscht die Köchin das Gemüse mit Gemüsebrühe ab und dickt es
mit ein bisschen Stärke an. Dann kommt als fetter, aber leckerer Geschmacksträger die Sahne zu der Soße. "Kurz köcheln lassen, mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer abschmecken und fertig", sagt Claudia Kulp, die schon das Steak in der Hand hat, um es anzubraten. "Fleisch kaufe ich immer beim Schlachter meines Vertrauens", erzählt die "Erste Sahne"-Köchin. Wichtig sei, dass die Farbe stimmt. "Gutes Fleisch ist rosa und nicht grau", erklärt Claudia Kulp - und es liege auch nicht im Fleischsaft, denn dann sei es ausgetreten.
Die Steaks brät Claudia Kulp in Bratfett. Vier bis fünf Minuten von jeder Seite. Und nicht zu heiß, "sonst brennt das Fleisch an", warnt sie - und erklärt, dass Schweinefleisch im Gegensatz zum Rind ganz durch sein muss. "Es darf nur einen Hauch von rosa haben", so die ausgebildete Köchin, die auch zu Hause dafür zuständig ist, dass etwas Gutes auf den Tisch kommt. "Ich koche eigentlich gern und auch immer frisch", erzählt sie. Nur wenn die Lust ausnahmsweise mal nicht ganz so groß ist, dann gebe es auch schon mal Hawaitoast. "Den mögen die Kinder auch gern", sagt sie und schmunzelt.
Sie selbst mag eigentlich alles. Nur bei Austern bleibt ihr Mund zu. "Die mag ich gar nicht", gibt die 33-Jährige zu und erzählt, dass sie am aller liebsten Hausmannskost isst. "Ich liebe es bodenständig", sagt Claudia Kulp, während sie die Rouladen aus dem Ofen holt und gemeinsam mit dem Fleisch, das sie mit Salz und Pfeffer gewürzt hat, und der Soße auf dem Teller anrichtet. Um das Hauptgericht abzurunden, empfiehlt Claudia Kulp vorweg einen kleinen gemischten Salat mit gebackenen Champignons und als Nachtisch eine Orangencreme.
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