Sonnabend, 18.05.2013
iPad | MT-Blogs | MTMobil | Impressum | Kontakt | Sitemap | Newsletter

12.05.2012
Rat schafft Voraussetzung für Regioport
Hafenprojekt bleibt umstritten/Bürgermeister: Befinden uns mitten im Verfahren/Bewilligungsbescheid liegt in Münster
VON HANS-JÜRGEN AMTAGE

Minden (mt). Der Mindener Rat hat am Donnerstagabend bei sieben Gegenstimmen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den neuen Hafen "Regioport" am Mittellandkanal geschaffen.

Mit großer Mehrheit sprach sich die Stadtverordnetenversammlung für die Änderung des Flächennutzungsplanes "Regioport Weser" als Entwurf aus. Mit dieser Änderung soll die vorgesehene Hafenfläche für die Landwirtschaft zurückgenommen und als Sonderbaufläche ausgewiesen werden.

Zudem geht es um die Anbindung der Hafenanlage an die Cammer Straße und die Magdeburger Straße als Hauptverkehrsader.

Städtebauliche Aktivitäten zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft sollen in dem Veränderungsentwurf ebenfalls dargestellt werden. Gleichzeitig beauftragte der Rat die Stadtverwaltung, die Änderung des Flächennutzungsplanes öffentlich auszulegen und die notwendigen Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher Belange zu dem Hafenprojekt einzuholen.

Drehscheibe für Container

Bis Ende 2014 sollen mit dem interkommunalen Regioport im Planungsgebiet ein Hafen in Minden neu gebaut und ein Hafen in Bückeburg ertüchtigt werden, da der jetzige Containerhafen an der Karlstraße nach Angaben der Mindener Hafen GmbH nicht mehr ausreicht. Vorgesehen ist langfristig eine trimodale Logistikdrehscheibe für den Containerverkehr mit Anschluss an Straße, Schiene und Wasserstraße. Wobei bereits jetzt feststeht, dass ein Gleisanschluss voraussichtlich nicht vor 2022 möglich ist.

Erfolgen soll die Inbetriebnahme des neuen Hafens etwa zeitgleich mit der Fertigstellung der Bauarbeiten an der Schleuse zwischen Weser und Mittellandkanal. Die neue Schleuse, die voraussichtlich Ende 2013 in Betrieb gehen wird, ermöglicht die Befahrbarkeit der Mittelweser mit sogenannten Großmotorschiffen mit einer Länge von bis zu 110 Metern. Sowohl der Bau der Weserschleuse als auch des neuen Containerterminals sind nach Ansicht des Planungsverbandes Regioport, der von den Städten Minden und Bückeburg, sowie den Kreisen Minden-Lübbecke und Schaumburg getragen wird, zukunftsweisende Maßnahmen für die Region. Diese Ansicht vertritt auch das NRW-Wirtschaftsministerium.

Während diese Seite von einem Leuchtturmprojekt spricht, ist das Hafenvorhaben in Teilen der Politik und der Bevölkerung umstritten. Besonders, nachdem der geplante Regioport vor einigen Monaten deutlich verkleinert wurde. Die Kritiker befürchten Millionenverluste, Lärmbelästigung und andere Beeinträchtigungen, fordern die Aufgabe des Vorhabens.

Das wurde auch in der Ratssitzung deutlich, als besonders die Fraktion Die Linke vor der Abstimmung mahnte, das Hafenprojekt "nicht mal eben zu beschließen". Kritik kommt auch von den Bündnisgrünen.

Bürgermeister Michael Buhre (SPD) unterstrich unterdessen die Notwendigkeit der Beschlussfassung, um Planungsreife zu erhalten und damit auch die für das Vorhaben notwendigen öffentlichen Mittel. Der Bewilligungsbescheid für den Regioport liegt zurzeit bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Münster.

Bürgermeister Michael Buhre erinnerte am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung auch daran, dass mit dem Änderungsbeschluss der Flächennutzungsplan noch nicht beschlossen sei: "Wir befinden uns mitten im Verfahren."

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2013
Dokument erstellt am 11.05.2012 um 23:27:19 Uhr
Letzte Änderung am 13.05.2012 um 12:50:19 Uhr

Texte und Fotos aus MT-Online sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Diesen Artikel in Netzwerken veröffentlichen:



Kommentare
Aber der MT-Redakteur hatte den Bürgerbeteiligungstermin (in der KTG-Mensa) verpasst. Da hatte ich die Planer einmal kräftig durchgeschüttelt. Da gab es riesigen Trommelfeuer-Applaus darauf dass ich niedrigere Container-Umschlagszahlen als Wirtschaftlichkeitsziele zu bedenken gab. Insofern hat das MT auch nicht mitbekommen, dass dies für alle Seiten zu akzeptablen Änderungen führte. Denn kleiner ergibts weniger Lärmbelastung, zudem geringeres Fehlplanungs-Risiko. Darum ist auch die Aussage, dass Projekt-Verkleinerung zu Projekt-Abbruch führen solle, völlig unlogisch. Ich habe eine solche Aussage in der Ratssitzung nicht gehört. Was ich gehört habe, kam nur von einzelnen Spätnachdenkern welche bei dem Bürgerbeteiligungstermin zuvor nicht zu sehen und nicht zu hören waren. Das konnte das MT ja nicht richtig einordnen, wenn das MT selbst nicht richtig am Ball ist. Meine Beurteilung ist, dass die anfänglichen Regioport-Bedenken nun keine mehr sind.
Matthias Beier UB-UWG
Unabhängige Bürger im Kreistag

@ Watergate: Gut aufgepasst :-) In Münster liegt der Antrag; über den Bescheid weiß ja scheinbar niemand sicheres. Merkwürdig war in der Ratssitzung allerdings die Verwirrung um den Grund der Abstimmung. Z.T. kam der Eindruck auf, der Antrag - der wohlgemerkt schon seit Monaten unterwegs ist - könnte ohne selbige gar nicht auf den Weg gebracht werden. Und die Versuche einer Argumentation waren teils derart holprig, dass die Mahnung der Linken, man versuche hier quasi unbemerkt und en passent den RegioPort letztendlich unumkehrbar zu machen, gar nicht so abwegig klang...

Liegt denn der Bescheid oder der Antrag bei der WSD?

Muss nicht für die Bewilligung de Födergelder Trimodalität vorliegen?

Bahnanschluss nicht vor 2022 bedeutet fehlende Trimodalität und wäre normalerweise der Tod für den Föderantrag und damit das Ende der Hafenplanung. Aber genau wie Studien versacken, Unterlagen nicht bereit gestellt werden, politischer Wille vor Sachverstand geht, so wird dieser Förderantrag "zurechtgel..äh gebogen" worden sein.

Der Hafen wird ein Desaster werden - aus rein politischem Willen. Selbst bei den Kindern in Kindergärten herrscht mehr Sachverstand und Ehrlichkeit als bei den Mindenern Planungsverantwortlichen.

Herr Buhre braucht doch gar nicht Argumentieren. Der Beschluß ist einfach notwendig - weil politisch gewollt - und wenn man etwas soo doll will, dann muss es wohl notwendig sein.

Wen interessiert es denn auch, dass es die GMS mit 110m Länge auf der Weser gar nicht gibt und diese gar nicht auf der Mittelweser fahren könnten? Logik ist nicht gefragt, Sachverstand auch nicht (sagte ich bereits).

Also dann - weiter so Herr Buhre - mit Vollgas ins Verderben.

"Der Bewilligungsbescheid für den Regioport liegt zurzeit bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Münster." So weit richtig. Der Vollständigkeit halber muss Herr Buhre aber auch damit zitiert werden, dass eine Rückmeldung schon im März erwartet wurde. Die blieb bislang aus. Nur "Nachfragen" (Buhre) kamen von dort. Auch erwähnenswert der Verbleib der von Ratsherrn Freise erfragten Planco-Studie, die scheinbar bei Frau Lohmeier im Rathaus 'versackt' ist - denn nur bis dorthin konnte die Spur während der Ratssitzung verfolgt werden. Spontan fiel mir da ein Name ein: Klinter. Und damit verbunden ein sehr ungutes Gefühl...



Sie müssen angemeldet sein, um diesen Artikel kommentieren zu können !

WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder




´
WEITERE MELDUNGEN AUS ANDEREN RESSORTS
Nachrichten aktuell

Donauwörth/Berlin - Ermittler haben am Freitag das Haus des zurückgetretenen CSU-Landtagsfraktionschefs Georg Schmid im bayerischen Donauwörth durchsucht... mehr
Westerwelle: Deutschland steht an der Seite Israels
Jerusalem/Tel Aviv - Bürgerkrieg in Syrien und Nahost-Friedensprozess: Bei beiden Themen gibt es Hoffnungsschimmer. Außenminister Westerwelle wirbt bei seinem Israel-Besuch für die neue... mehr

Obama im Sog der Affären: "Ich entschuldige mich nicht"
Washington - Barack Obama kann den Negativ-Schlagzeilen vorerst nicht entkommen. Am Freitag begann der Kongress die Aufarbeitung des Skandals um seine Steuerbehörde... mehr

Zyklon, Flut und Stürme: Schäden und Tote bei Unwettern
Berlin - Zyklon "Mahasen" fegt über Bangladesch, 34 Menschen sterben bei Unwettern in China, in Nigeria erschlägt ein Baum Dutzende Dorfbewohner und in Norditalien kommt es zu massiven... mehr

Neue Atommüll-Endlagersuche auf der Kippe
Berlin - Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) stemmt sich gegen ein Scheitern seines Gesetzes für eine bundesweite Suche nach einem Atommüllendlager... mehr




Anzeige

Start
Letzte Meldungen aus der Region
Leichtathletik: Frederike Straeten gewinnt zum vierten Mal in Folge Bad Oeynhausener Stadtlauf
Den Männer-Hauptlauf über 10 Kilometer gewann bei Dauer-Nieselregen Volkmar Rolfes vom TuS Eintracht Bielefeld in 33:59 Minuten. Er verwies Michael... mehr

Handball: GWD Minden unterliegt Hannover-Burgdorf 27:30
Minden (tok/kn). Lange Gesichter bei den Spielern von Handball-Bundesligist GWD Minden. Trotz einer 16:13-Halbzeitführung unterlagen die Grün Weißen... mehr

Porta: Bürgermeister Böhme hört Mitte 2014 auf
Porta Westfalica (dh). Die Portaner Bürger wählen im kommenden Jahr nicht nur einen neuen Stadtrat, sondern auch ein neues Stadtoberhaupt.... mehr

Blomberg/Freiburg: Polizei ruft 13-Jährige und 53-Jährigen zu Rückkehr auf
Zwei Wochen nach dem Verschwinden der 13-jährigen Maria-Brigitte Henselmann und ihres 53 Jahre alten Internet-Bekannten Bernhard Haase aus Blomberg ... mehr


Meistgeklickt

Minden: Hagemeyer schließt Logistikzentrum am Petershäger Weg
Jürgen Ahrens bestätigte gestern entsprechende MT-Informationen. "Mit der Einführung einer neuen Datenverarbeitung haben wir festgestellt... mehr

Petershagen: Spezialhundestaffel sucht nach vermisstem Eldagser - Tiere schlagen an
Laut Auskunft von Polizei-Pressesprecher Burghardt Lübker gab es bis gestern Morgen keine konkreten Hinweise, dass der vermisste Mann im Wasser sei... mehr

Minden unterstützt Neuordnung der Netze
"Bei der äußerst komplexen Thematik müssen wir uns auch darauf verlassen, dass man gut beraten wird." Bürgermeister Michael Buhre... mehr

Vertane Chancen bringen GWD Minden gegen Hannover aus dem Lauf
Es war die erste Heimniederlage unter dem neuen Trainer Sead Hasanefendic. Der GWD-Coach erhielt vor der Partie noch eine Hiobsbotschaft.... mehr

Mordfall Gabriele Obst: Ehemann streitet Tat weiterhin ab
Halle/Bielefeld (nw). Noch immer rätseln die Ermittler im Mordfall Gabriele Obst über das Motiv des dringend tatverdächtigen Ehemanns... mehr

Neues Nichtraucherschutzgesetz tritt in Nordrhein-Westfalen in Kraft
mit 44 Kommentaren

Klubs, Gaststätten und öffentliche Räume nur für Raucher darf es in NRW nicht mehr geben. Auch beim Tanz in den Mai in Hahlen wurden Glimmstängel im... mehr

Tödliche Schüsse auf Landrat - Ermittler fahnden nach Motiven
mit 21 Kommentaren

Hameln (dpa). Nach den tödlichen Schüssen auf den Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont, Rüdiger Butte (SPD)... mehr

Erster Spatenstich für 200-Meter-Anlage am Veltheimer Sprengelweg
mit 14 Kommentaren

Beide gehen davon aus, dass das bislang höchste Minden-Lübbecker Windrad bis Ende des Jahres steht. "Wir werden das genauso durchziehen... mehr

Gesetz gegen den Häuserschrott soll helfen
mit 13 Kommentaren

Brandruinen stehen leer, Industriehallen verwahrlosen und Wohnblocks werden so lange ausgeschlachtet... mehr

Dienstagmarkt in Minden bekommt seine letzte Chance
mit 12 Kommentaren

In einer Pilotphase vom 30. April bis zum 16. Juli soll das Wochenmarktgeschehen am Dienstagvormittag auf dem Kleinen Domhof stattfinden... mehr


Weltnews - Politik
Ermittler durchsuchen Wohnung von Ex-CSU-Fraktionschef Schmid
Donauwörth/Berlin - Ermittler haben am Freitag das Haus des zurückgetretenen CSU-Landtagsfraktionschefs Georg Schmid im bayerischen Donauwörth... mehr

Westerwelle: Deutschland steht an der Seite Israels
Jerusalem/Tel Aviv - Bürgerkrieg in Syrien und Nahost-Friedensprozess: Bei beiden Themen gibt es Hoffnungsschimmer. Außenminister Westerwelle wirbt... mehr

Obama im Sog der Affären: "Ich entschuldige mich nicht"
Washington - Barack Obama kann den Negativ-Schlagzeilen vorerst nicht entkommen. Am Freitag begann der Kongress die Aufarbeitung des Skandals um seine... mehr

Zyklon, Flut und Stürme: Schäden und Tote bei Unwettern
Berlin - Zyklon "Mahasen" fegt über Bangladesch, 34 Menschen sterben bei Unwettern in China, in Nigeria erschlägt ein Baum Dutzende Dorfbewohner und... mehr


Bild des Tages

Bild vom 17.05.2013

12.05.2013

11.05.2013