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23.02.2012
Ein tödlicher Unfall mehr auf B 482
Frau am Mittwoch auf Gegenfahrbahn getötet / Schon 26 Tote seit 2004 auf 39 Kilometer
VON HARTMUT NOLTE

Minden (mt). Die Bundesstraße 482 hat sich am Mittwochmorgen erneut als Todesstrecke erwiesen. Eine Frau aus Minden starb am frühen Morgen bei einem Unfall etwas südlich der Abfahrt Dankersen.

Frontal fuhr dieser Opel in das quer stehende Auto. Hier löste der Airbag aus. | MT-Foto: S. Koch

Nach Polizeiangaben fuhr die 49-Jährige kurz nach 6 Uhr in Richtung Porta Westfalica. Kurz hinter der Auffahrt Dankersen geriet der Wagen aus bislang ungeklärter Ursache nach links auf den Gegenfahrstreifen. Offenbar hatte sie zuvor einen in gleicher Richtung fahrenden Lkw gestreift. In Fahrtrichtung Süden sind an dieser Stelle zwei Fahrstreifen, nur einer in Richtung Norden.

Der Wagen blieb quer auf der Gegenfahrbahn stehen und wurde vom Kombi eines 56-jährigen Portaners erfasst. Der Opel prallte mit seiner Front so heftig in die rechte Fahrzeugseite des stehenden BMW, dass die Autofahrerin noch am Unfallort starb, wie der Notarzt feststellte. Der Portaner wurde leicht verletzt.

Mit der Mindenerin sind in den vergangenen acht Jahren 26 Menschen auf der nur 39 Kilometer langen Fernstraße zwischen Autobahnauffahrt bei Holtrup und Landesgrenze bei Wasserstraße/Leese ums Leben gekommen. Am schrecklichsten dabei der Unfall bei Lahde am 12. Juli 2010. Damals starben fünf Menschen aus einer Stolzenauer Familie, darunter drei Kleinkinder. Ihr Kleinbus geriet in den Gegenverkehr, kollidierte mit einem Sattelzug.

Immer wieder liest sich das in den Aufnahmeprotokollen der Polizei so oder ähnlich: "Der Wagen geriet aus unbekannter Ursache in den Gegenverkehr". Warum am 5. Januar 2011 bei den Jösser Höpen ein 50-Jähriger sein Auto in den Gegenverkehr gegen einen Sattelzug steuerte, bleibt ewig unbekannt.

Immer wieder in den Gegenverkehr

Video

Weitere schwere Unfälle: 16. Januar 2011 bei Meißen: Zusammenstoß im Gegenverkehr, drei Schwerverletzte; 22. November 2011: Sattelschlepper im Nebel in den Gegenverkehr, ein Schwerverletzter; 5. Oktober 2011 bei Lerbeck: durch Sekundenschlaf in den Gegenverkehr, zwei Schwerverletzte; 5. Juni 2011 Kraftwerk Lahde: Zusammenstoß mit Sattelzug im Gegenverkehr. Und Sattelzüge als Beteiligte auch am 2. Januar 2011 bei Wietersheim, am 19. Mai bei Lahde und am 28. Mai bei Windheim.

Nach der Tragödie vom Juni 2010 hat eine Kommission 55 Gegenfahrbahn-Unfälle untersucht und eine akustische Mittelmarkierung empfohlen, bei der der Fahrer "geweckt" wird, wenn er auf die falsche Seite fährt.

Auf gerader Strecke der B 482 ereignete sich der tödliche Unfall. | Grafik: A. Hoffmann

Viele warten auf der Schnellstraße mit langen Geraden hinter langsam fahrenden Lkw ungeduldig aufs Überholen. 2:1-Spuren an manchen Stellen reichen ihnen nicht. Die Polizei hat reagiert: Aus vier Starenkästen auf 39 Kilometer und zuätzlich bei mobilen Tempokontrollen blitzt man, so oft es geht. Vor einem Jahr verhängte die Polizei in nur fünf Tagen 514 Verwarnungen, 207 Bußgelder und 32 Fahrverbotsanzeigen. 2011 waren von 32 377 mobil angepeilten Fahrzeugen 713 zu schnell (2,2 Prozent), aus den Starenkästen wurden 19 655 von gemessenen 3,8 Millionen Autofahrern als Temposünder auf der B 482 entlarvt (0,5 Prozent), in jedem Fall ein hohes Unfallrisiko.



Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 22.02.2012 um 23:24:46 Uhr

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Kommentare
Das liegt doch nur an diesen blöden überholspuren die se da hin gebaut haben. Entweder sollten die es zurück bauen auf 2 spuren oder endlich mal eine mittelleitplanke dort hinbauen. Damit nicht noch mehr sterben ! Nur muss endlich mal was gemacht werden als nur doof rum zu labern !

@ Joachim Schulz

Dem 1. Teil stimme ich im Grundsatz zu, wobei es mit Sicherheit genügend Transportunternehmer gibt, die das anders sehen.

Teil 2 ist der größte Schwachsinn überhaupt! .... "Unfallvermarktung vor der Unfallprävention", "rechtschaffende Bürger werden kriminalisiert".... Mit diesen Sprüchen bedienen Sie genau das Klischee der LKW und - Vielfahrer.

Da hier das Thema Maut für LKW auf Landstraßen angesprochen wird eine paar Worte von mir als ehemaliger LKW- und Reisebusfahrer. Das Wort "Mautflüchtlinge" ist nichts weiter als ein verhetzender Schwachsinn der durch die Medien erfunden wurde. Kein normaler Transportunternehmer schickt seine LKW auf mit PKW übervolle Landstraßen wo er einen enormen Zeitverlust, wesentlich erhöhten Dieselverbrauch und Verschleiß an den Fahrzeugen hat, weil kein Transportunternehmer die Maut selber bezahlt, denn die wird auf den Frachtpreis aufgeschlagen was letztlich der verdummte Bürger an jeder Ladenkasse selber bezahlen muß.

Ein Aussenstehender kann wohl kaum vom Straßenrand erkennen ob ein LKW auf der Durchfahrt ist oder im Zielververkehr die nächste Firma oder Zentrallager zur Be- oder Entladung anfährt.

Tehma überholen von LKW. So zum Beispiel darf in Frankreich und anderen EU-Staaten fast jeder LKW Tempo 90 km/h auf Landstraßen fahren wo fast überall eine Tempolimit von 90 km/h und Überholverbot für PKW besteht. Dadurch wird diese Unfallquelle vermieden. Tatsache ist, dass in Deutschland durch versteckte Fallen vermeidbare Unfälle produziert werden und die Unfallvermarktung ein fester Bestandsteil der Staatseinnahmen ist.

Nach meiner jahrzehntelangen Erfahrung werden mindestens 90% der Polizeieinsätze zur Geldbeschaffung und nicht zur Unfallvermeidung getätigt. Den Rest besorgt die Justiz, wo selbst durch Bagatellen rechtschaffende Bürger kriminalisiert werden, um einen Vorwand zur Geldbeitreibung zu. schaffen. Zum Erhalt dieses Systems tragen die Medien einen wesentlichen Beitrag durch ihr teils verhetzenden und in jeden Fall verdummenden Publikationen. Die Unfallursachen sind seit Jahrzehnte die gleichen.

Bei uns geht aber die Unfallvermarktung vor der Unfallprävention. Das sind die eigentlichen Probleme im Straßenverkehr.

Was ist wichtiger? Schnell ankommen oder lebend und unverletzt ankommen?

Also konsequente Geschwindigkeitsbegrenzungen (von mir aus auf 50 km/h) und Überholverbot auf solchen Strecken. Dann kann auch die gefährliche wechselnde Zweispurigkeit entfallen.

Da aber hierzulande die Devise "Freie Fahrt für freie Bürger" über allem zu stehen scheint, wird niemand, der wiedergewählt werden möchte, solche Maßnahmen durchsetzen.

Irgendwo müssen die LKW ja lang.Jeder geht Einkaufen und denkt die Lebensmittel etc. wachsen dort ?! Wir sind an Fahrzeiten gebunden und nehmen die schnellsten Routen.Nicht alle sind Mautflüchtige.Jeder brauch uns Keiner will uns !!!



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