Die Zwischenbilanz: Vandalen werden abgeschreckt, Fahrraddiebe allerdings eher nicht.
Deutlich zurückgegangen sei der Vandalismus an der Mosaikschule, so Gunda Evers vom Kommissariat Vorbeugung. Nach den Sommerferien 2011 wurden auf dem Schulgelände sieben Kameras aufgestellt. "Zuvor häuften sich mutwillige Beschädigungen wie Glasschäden und Schmierereien an Hauswänden. Seit Inbetriebnahme der Kameras ist es zu keinen weiteren Vandalismusschäden gekommen", sagt Leonie Bartsch, Pressesprecherin der Stadt Minden.

Streng geregelt sind Videoüberwachungen im öffentlichen Raum, besonders aber an Schulen. Um die Grundrechte der Schüler zu wahren, sind sie beispielsweise grundsätzlich nur außerhalb der Unterrichtszeiten erlaubt und können nicht flächendeckend sein. Der Schulträger muss nachweisen, dass er gute Gründe hat, einen bestimmten Bereich zu überwachen.
In Minden sollen drei weitere Schulen, darunter die Freiherr-von-Vincke-Schule, mit Kameras ausgestattet werden. Die Ausgaben sollen sich mittelfristig rechnen: Auf 45 000 Euro bezifferten die Städtischen Betriebe den jährlichen Schaden durch Zerstörungen.
Weniger wirksam als gegen Zerstörungen scheinen die Kameras zur Überwachung von Fahrradständern zu sein. Hautpschule Minden-Süd und Ratsgymnasium nutzen Aufzeichnungsgeräte mit ganz unterschiedlichem Erfolg.
Nachdem es auf dem Gelände der Hauptschule Minden Süd gehäuft zu Beschädigungen und Diebstählen von Fahrrädern gekommen war, wurde auf Anregung der Eltern 2009 eine Kamera angeschafft. "Im Falle einer Beschädigung oder eines Diebstahls wird das Bildmaterial von einem Lehrer oder einem Hausmeister überprüft, um die Identität des Täters festzustellen. Dann wird dieser angesprochen und erhält Gelegenheit, den Schaden auszugleichen beziehungsweise das Rad zurückzugeben", berichtet Bartsch. Die Eltern des Besitzers müssen dann entscheiden, ob sie Strafanzeige erstatten wollen. So hätten sich in der Vergangenheit bereits mehrfach Diebstähle gütlich klären lassen. Zudem gebe es Abschreckungseffekte.
Anders am Ratsgymnasium. Hier wurden vor etwa vier Jahren ebenfalls auf Anregung der Eltern Kameras installiert, die tagsüber auf die Fahrradständer gerichtet sind. Nachts wird auch das Gebäude von außen aufgenommen. Die Videos werden einige Tage beim Hausmeister gespeichert und falls nötig gesichtet. Die Diebstähle gingen hier nur leicht zurück, erklärt Schulleiter Karl-Friedrich Schmidt. "Was wir immer ganz gut sehen ist, wie die Jungs das mit dem Fahrradklau machen", sagt er ironisch: Einer steht Schmiere, der andere probiert aus, welches Rad sich wegtragen lässt. Kapuzen und Käppis erschweren die Identifizierung, aber Schmidt ist sicher: "Das sind keine Schüler von uns."
Einzig sicher sind die Räder der Fünftklässler – die stehen so weit hinterm Haus, dass jeder auffallen würde, der ein Rad wegträgt. Immerhin; Die Erkenntnisse nutzten die Lehrer, um Schüler zu warnen: "Schließt die Räder richtig an."

