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02.07.2011
Erbitterter Kampf gegen Feuerwand
Tönsmeier-Mitarbeiter bangen um Arbeitsplatz
VON STEFANIE DULLWEBER

Porta Westfalica (sbo). "So etwas habe ich noch nie erlebt. Das ist doch mein Arbeitsplatz", sagt Edgar Au und blickt entsetzt auf die brennenden Müllberge. Seit 20 Jahren arbeitet er bei Tönsmeier, jetzt hat er Angst um seine berufliche Zukunft.

Seit der Alarmierung gestern Morgen um 9.24 Uhr ist für die Tönsmeier-Mitarbeiter in Porta Westfalica nichts mehr so, wie es vorher war.

"Das Schlimmste ist, dass man einfach nichts machen kann", ist Jakob Brosinski völlig verzweifelt. Er arbeitet bereits seit 19 Jahren für das Portaner Unternehmen und hat schon vor dem Eintreffen der Feuerwehr versucht, mit seinen Kollegen das Feuer zu bekämpfen - vergeblich.

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Eigentlich seien die meisten Mitarbeiter aufgefordert worden, das Gelände zu verlassen und nach Hause zu fahren. "Aber wir bleiben hier und stehen zur Verfügung, falls wir irgendwie helfen können", sagt Brosinski. Immer wieder lässt der den Blick über das Gebäude schweifen und schüttelt ungläubig den Kopf. Den beißenden Geruch von verbranntem Müll und die drückende Hitze des Feuers scheint er gar nicht wahrzunehmen.

Beim Frühstück vom Feuer überrascht

Video

"Wir waren gerade beim Frühstück, als wir von dem Brand erfahren haben", erinnert sich Edgar Au und zeigt auf das Gebäude, an dem die Flammen schon eine Außenlampe komplett geschmolzen haben: "Unser Kaffee steht da jetzt immer noch." Ein Baggerfahrer hätte das Feuer bemerkt und die anderen Mitarbeiter per Funk benachrichtigt. Er und seine Kollegen hätten alles stehen und liegen gelassen, schnell die Schläuche geholt und versucht den Brand zu löschen", beschreibt Jakob Brosinski das weitere Vorgehen, das durch einen Notfallplan geregelt ist. "Jeder weiß, wofür er zuständig ist. Es gibt auch zentrale Sammelstellen."

Keine Pause für die Einsatzkräfte

Vom Boden und aus der Luft versuchen die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle zu bekommen. | Foto: Alexander Lehn

Unterdessen kommt ein Feuerwehrmann vom Tönsmeier-Gelände. Seine Nase ist blutig, das Gesicht schweißüberströmt. Doch eine Pause können sich die Einsatzkräfte nicht leisten. Bereits wenige Minuten später ist die Wunde versorgt und der Helfer nimmt den Kampf gegen die Flammen wieder auf.

Hin und wieder würde es kleinere Brände geben, die aber schnell gelöscht werden könnten, so Edgar Au weiter. "Aber in einem solchen Ausmaß hat es hier noch nie gebrannt", kann sich Au an kein vergleichbares Unglück erinnern.

Nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch viele Portaner Bürger stehen sichtlich geschockt vor der Absperrung der Feuerwehr. "Ich habe die riesige Rauchwolke gesehen und habe zuerst gedacht, dass an der Schule etwas passiert ist", erklärt Florian Brinkmann, warum er sich so früh mit seinem Fahrrad auf den Weg gemacht hat.

Video

Aus dem Radio haben die Schülerinnen Annika Woike (18), Davine Ottensmeier (17) und Franziska Fürstenberg (17) von dem Brand bei Tönsmeier erfahren und sind in einer Freistunde zum Unglücksort gepilgert. "So etwas kenne ich sonst nur aus dem Fernsehen", sagt Annika Woike und muss beim Anblick der riesigen Feuerwand an den 11. September und den Einsturz des World Trade Centers denken. "Wir haben alle schon unsere Mütter angerufen", sagt Davine Ottensmeier. Ihr mache der Anblick Angst. Franziska Fürstenberg hat schon öfter ausgediente Elektrogeräte zu Tönsmeier gebracht. "Da hinten steht sicherlich noch unsere alte Mikrowelle."

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Szenen und Fakten am Rande eines Großbrandes
Während es auf dem Tönsmeier-Gelände in Porta lichterloh brannte, war die Geschäftsführung des Unternehmens in Polen. Dort wurde gestern eine weitere Entsorgungsanlage Tönsmeiers eröffnet.

Ein Pressesprecher der Bahn fragte gestern beim MT an, ob man abschätzen könne, ab wann der Bahnverkehr wieder aufgenommen werden kann. Das MT sei näher an den Informationen, so der Sprecher.

Michael Horst von der Feuerwehr Porta Westfalica sagte während der Löscharbeiten: "Es brennt 30 bis 40 Mal im Jahr in der Papiersortieranlage. Die Einsätze dauern in der Regel nur 15 Minuten." Später sagte ein Tönsmeier-Sprecher dazu: "Unsere Brandmeldeanlagen sind so sensibel, dass auch Kondenswasser aus nass gewordenem Papier Alarm auslöst." Es handele sich in den meisten Fällen um Fehlalarme.

Insgesamt wurden für den Brand mehr als 500 Einsatzkräfte am Sammelplatz Kanzlers Weide zusammengezogen. 30 000 Liter Löschschaum wurden angefordert. Für die Fahrzeuge wurden 2500 Liter Dieselkraftstoff angeliefert.

Im Einsatz waren zwei Löschhubschrauber der Bundeswehr, die in einem Kiesteich Wasser aufnahmen, außerdem zwei Beobachtungshelikopter der Polizei.     (sbo/nik)

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 01.07.2011 um 22:56:04 Uhr
Letzte Änderung am 02.07.2011 um 04:16:18 Uhr

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Kommentare
Der einzige Kommentar, der mir nach dem Lesen vieler Beiträge noch einfällt: Wieviele der Schreibenden hat die Schule nicht zu Ende besucht, oder ist der deutschen Sprache noch mächtig? Jjeder kann sich mal verschreiben oder vertippen - auch ich, aber nach dem was so an Texten, schlechtem Deutsch und wirklichem Mist geschrieben wurde - kann man sich nur noch an den Kopf fassen. Herr, lass Gehirn regnen. Das alles zu lesen, tut weh.In D. geht es bergab!

Die Bemerkungen zum 11. September waren sicher ungeschickt und unüberlegt, hier sollte man auch von 17/18-jährigen jungen Erwachsenen mehr Sensibilität erwarten dürfen, abgesehen von diesem gewissen Katastrophentourismus der sich in der Generation Facebook bemerkbar macht, in der Freistunde mal schnell zum Großbrand-Gaffer zu werden - wie unnütz, dadurch evtl. nur die Arbeit der Einsatzkräfte zu behindern...

Angesichts der tiefschwarzen Verrauchung und dem unangenehmen Geruch (wohne auch nur ca. 1 km vom Brandort entfernt) kommen aber auch mir erhebliche Zweifel, wie die in diesen Fällen stets gebetsmühlenartig geäußerte "Entwarnung" stimmen soll, es waren keine Schadstoffe vorhanden...

Zwei kurze Anmerkungen zur MT-Berichterstattung:
1. Die reißerische Überschrift auf Seite 1 ist doch wohl etwas übertrieben, oder wie definiert das MT den Begriff "Region"?
2. Wenn in diesem tiefschwarzen Qualm keine Schadstoffe waren, dann frage ich mich, wieso es in den Kommunen keine Brenntage mehr gibt bzw. das Verbrennen von Strauch- und Baumschnitt verboten ist. Immerhin verbrannten doch gestern gepresste Materialien aus den gelben Säcken, oder?.
Abschließend auch von mir großes Lob und großen Respekt an alle Hilfskräfte, insbesondere natürlich die freiwilligen!!!

Wer bitte glaubt daran, dass es bei einem Verbrennungsprozess dieser Art von Müll (Kunststoffen, etc...) zu keiner Entstehung von Schadstoffen in der Luft gekommen ist? Wie kann es sein, dass so schnell Entwarnung gegeben wurde und sich die Experten wieder auf den Weg nach Hause machten? Immerhin bilden sich bei Verbrennung von Kunststoffen Säuren wie z.B. Salz- und Blausäure, die ja beide nicht grade umweltfreundlich sind. Ich denke, die Bevölkerung soll schon wieder von den wahren Ergebnissen ausgeschlossen werden. Außerdem sind wir nicht bei der Springer Presse, die Kommentare wie z.B. "11. September 2001" gehören in so einen Bericht nun absolut nicht rein.

ist man mal einen tag weg passiert so was. ich hätte es gerne früher mitbekommen aber es ging wohl nicht.



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