Volker Echtermeyer prüft Möglichkeiten der Hilfe für Notleidende in Haiti / Zuletzt vor einem Jahr vor Ort
Als vor genau einem Jahr am 12. Januar 2010 ein schweres Erbeben Haiti verwüstet hatte, lieferte Help medizinisches Material zur Versorgung von 60000 Menschen und verteilte Lebensmittel. Damals war Echtermeyer zusammen mit Dr. Arslan Asadi, Facharzt an der Allgemeinchirurgie des Mindener Klinikums, Mitglied eines Ärzteteams, das zwei Wochen lang zahlreiche Verletzte operierte. Am 6. Januar brach er nun erneut mit einer Delegation der Hilfsorganisation zu den Einsatzorten auf.
Zwei Tage hatte die Anreise zum Help-Landesbüro in Petit Goave im Westen Haitis über Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, gedauert. Zahlreiche Bettler seien unterwegs im Straßenbild präsent gewesen, meinte Echtermeyer am Montag gegenüber dem MT aus Haiti zu seinen ersten Eindrücken am Anfang des zweiwöchigen Aufenthalts. Die Fahrt sei dann nach Saint-Francois de Sales gegangen, wo er vor einem Jahr im Bereich eines teilzerstörten Krankenhauses operiert hatte. Dort sei der Betrieb mittlerweile eingestellt worden, erfuhr Echtermeyer zu seiner Überraschung.
Auch andere Ziele auf Haiti gaben dem Mindener Mediziner in den vergangenen Tagen wenig Anlass zu Optimismus. Nach seiner Einschätzung sei das Stadtbild der Hauptstadt Port-au-Prince nach den Zerstörungen vor einem Jahr nahezu unverändert geblieben. "Aber überall brennen mittlerweile Müllhalden und das Abwasserproblem ist noch immer nicht gelöst."
Vielerorts gebe es Zeltdörfer, in denen die Cholerakranken untergebracht seien. Und mittlerweile habe es auch den Anschein, dass die Bevölkerung gegenüber ausländischen Helfern zurückhaltender geworden sei. Offenbar seien die großen Erwartungen an die Hilfe der Weltgemeinschaft in dem armen Land massiv enttäuscht worden (siehe Infobox).
Deutsche Helfer aber auch Bürger der Dominikanischen Republik hätten ihm bestätigt, dass sich auch das Problem des Kinderhandels in Haiti verschärft habe. Die arme Landbevölkerung überlasse ihren Nachwuchs Stadtbewohnern, wo er zum Opfer von Ausbeutung aller Art werde.
"Deutlich sichtbar sind auch die Frauen in Haiti diejenigen, die die Last der ganzen Not allein zu tragen haben." Während Männer meist müßig anzutreffen seien, müssten sich die Frauen vollständig um die Bewältigung des harten Alltags kümmern.
Gesundheitszentrum aufgebaut
Die nächsten Tage wird Echtermeyer in Petit Goave verbringen. In der Stadt hat Help eine eigene Produktionsstraße errichtet, wo der Fertigteile zum Bau von Wohnhäusern und Krankenstationen hergestellt werden. In Kooperation mit Malteser International hat die Organisation zudem ein Gesundheitszentrum in Canapé Vert aufgebaut und mit Medikamenten ausgestattet. Die Einrichtung soll die medizinische Versorgung von mehr als 180 Familien sicherstellen.
Zur weiteren Planung der Gesundheitsversorgung durch die Hilfsorganisation ist nun auch Echtermeyer als medizinischer Berater gefordert. Unter anderem wird er sich ein Bild über die Lange in den Zeltdörfern der Cholerakranken machen, sich um den unterbrochenen Krankenhausbetrieb in Saint-Francois de Sales kümmern und nach Möglichkeit seine ehemaligen Patienten untersuchen.
"Help - Hilfe zur Selbsthilfe e.V.",
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