Zahlreiche Feuer durch Brandstiftung am Sonntag / Polizei schnappt Tatverdächtige / Kein Zusammenhang
VON STEFAN KOCH
Minden (mt). Autos gingen in Flammen auf, Strohballen brannten, Feuer entwickelte in Gebäuden zerstörerische Kraft: Eine Brandserie großen Ausmaßes durchzog am Sonntag den Kreis Minden-Lübbecke. In vielen Fällen waren Brandstifter am Werk. Nach Auskunft der Polizei sind die Vorfälle nicht einem Täterkreis zuzuordnen.
So gab es am Sonntag, gegen 20.33 Uhr, bei der Mindener Feuerwehr Alarm. Feuer war in einer leer stehende Maschinenfabrik an der Friedrich-Wilhelm-Straße 85 (nicht wie im MT berichtet ein ehemaliger Saatguthandel) ausgebrochen. Als die ersten Kräfte eintrafen, brannte ein Holzanbau an der westlichen Gebäudeseite in voller Ausdehnung. Sie konnten nur eingeschränkt verhindern, dass die Flammen auf den vorderen Gebäudeteil übergriffen. Der Brandort war auf dem unwegsamen Gelände schlecht zu erreichen und es mussten Drehleitern eingesetzt werden. Eine nahegelegene Tankstelle war eine weitere Gefahrenquelle, auf die die Feuerwehr achten musste.
So beförderten die Einsatzkräfte über zwei Drehleitern bis zu 5000 Liter Wasser in der Minute in die Brandstelle. Eine Teleskopleiter der Feuerwehr der Stadt Petershagen war zur nachhaltigen Unterstützung ebenfalls im Einsatz. Zwischenzeitlich gingen noch Trupps unter schwerem Atemschutz zur Brandbekämpfung in das Gebäude vor - sie mussten aus Sicherheitsgründen zurückgezogen werden.
So beförderten die Einsatzkräfte über zwei Drehleitern bis zu 5000 Liter Wasser in der Minute in die Brandstelle. Eine Teleskopleiter der Feuerwehr der Stadt Petershagen war zur nachhaltigen Unterstützung ebenfalls im Einsatz. Zwischenzeitlich gingen noch Trupps unter schwerem Atemschutz zur Brandbekämpfung in das Gebäude vor - sie mussten aus Sicherheitsgründen zurückgezogen werden.
Erst in den frühen Morgenstunden hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle gebracht. Ab 3 Uhr wurden Reservekräfte zur Ablösung eingesetzt. Nachlöschen und weitere Arbeiten erstreckten sich bis weit in den Montag.
Neben der Berufsfeuerwehr Minden war die Freiwillige Feuerwehr mit Einheiten aus Stadtmitte, Hahlen, Rechtes Weserufer, Dankersen, Meißen, Aminghausen, Päpinghausen, Leteln, Bölhorst, Dützen, Häverstädt, Haddenhausen sowie Kräfte aus den Löschgruppen Stemmer und Todtenhausen zur Besetzung des Einsatzleitwagens dabei. Ab den frühen Morgenstunden kamen noch zusätzliche Kräfte Todtenhausen und Kutenhausen. Insgesamt waren 146 Feuerwehrmänner und -frauen an dem Großeinsatz beteiligt. Der Sachschaden beträgt nach Auskunft der Polizei eine halbe Million Euro.
Der Polizei gelang es noch, während der Löscharbeit die mutmaßlichen Brandstifter zu schnappen. Es handelt sich um zwei 15-jährige Jugendliche und zwei 13-jährige Jungen. Nach Auskunft von Werner Wojahn, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, hatten Nachbarn beobachtet, wie diese das Gelände nach Ausbruch des Feuers verließen. Eine Polizeistreife habe daraufhin zwei Jungen angehalten und festgenommen, da sie noch Ruß vom Feuer an den Händen hatten. Bei der Rückfahrt im Streifenwagen zu der Lagerhalle tauchten dann die anderen beiden auf und wurden ebenfalls verhaftet.
In den Vernehmungen hatten die Vier erklärt, dass sich in der Halle mit Spielzeugwaffen gespielt und dabei auch mit Feuer hantiert hatten. Dabei soll es zum Ausbruch des Brandes gekommen sein. Ob sie auch für die Brandserie an der benachbarten Festungsstraße vor einem Jahr verantwortlich sind, konnte die Polizei nicht bestätigen. Bislang gebe es dazu keine Anhaltspunkte, meint Wojahn.
Vor einem Jahr hatten Unbekannte in den leer stehenden Hallen der ehemaligen Dachpappenfabrik Westermann sowie in einem Wohn- und Bürotrakt fünfmal Feuer gelegt. Bei dem Einsatz in dem unwegsamen Gelände gerieten mehrfach Feuerwehrleute in Gefahr. Zuverlässige Spuren zur Ermittlung des Täters fehlen bislang.
Während der Großteil der Mindener Feuerwehr am Sonntag durch den Einsatz an der Friedrich-Wilhelm-Straße gebunden war, kam es gegen 21.30 Uhr zu einem Kellerbrand eines Wohnkomplexes der mit neun Mietparteien der GSW an der Schenkendorfstraße. Aus bilang noch ungeklärter Ursache war im Keller eines Mieters Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr brachte die Flammen rasch unter Kontrolle. Am Montag hatte die Mindener Polizei noch nicht die Ermittlungen aufgenommen. Laut Werner Wojahn ist bislang auch Brandstiftung nicht auszuschließen.
Nicht nur in Minden, sondern auch andernorts sind seit Sonntag wieder die Brandermittler vollauf beschäftigt. So zündete ein Unbekannter in Bad Oeynhausen-Eidinghausen gegen 2.35 Uhr einen Renault Twingo an. Laut Wojahn steht diese Tat nicht im Zusammenhang mit der Serie von sieben Autobränden in der Zeit vom 30. April bis 28. Juni. Einen Tatverdächtigen sei allerdings nicht gefunden.
Dagegen scheint die Polizei der Ermittlung von Strohballenbränden in Porta Westfalica (Seite 10) mehr Glück zu haben. Hierzu werden heute die Beamten einen Tatverdächtigen vernehmen. Auch ein Auto brannte in Porta Westfalica.
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ich finde es so schrecklich, dass die Kinder/Jugendlichen nichts besseres zu tun haben als irgendwelche Gebäude. und dann noch vorallem an Orten wo auch noch gleich eine Tankstelle in der Nähe ist. Und Anwohner wohnen.
Ich wohne in dem Mehrfamilienhaus nebenan. Es war so schrecklich, wir hatten alle Angst das schlimmeres passiert.
Ich hoffe sowas wird in Zukunft nicht wieder passieren.
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ich finde es so schrecklich, dass die Kinder/Jugendlichen nichts besseres zu tun haben als irgendwelche Gebäude.
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Und Anwohner wohnen.
Ich wohne in dem Mehrfamilienhaus nebenan.
Es war so schrecklich, wir hatten alle Angst das schlimmeres passiert.
Ich hoffe sowas wird in Zukunft nicht wieder passieren.
Mit freundlichen Grüßen
Sarah