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17.04.2012
Minden/Münster: NRW-Städte wollen weniger Geld für Deutsche Einheit Zahlen - Klage

Einige Städte in NRW wollen weniger für die Kosten der Deutschen Einheit zahlen. | Symbolfoto: dpa-Archiv

Minden/Münster (mt/dpa). Nordrhein-Westfalens Städte und Gemeinden haben gute Chancen, demnächst weniger Geld für die Lasten der Deutschen Einheit zahlen zu müssen. 91 Städte und Gemeinden waren gegen das Land vor Gericht gezogen, darunter auch Minden.

Das Landesverfassungsgericht in Münster kritisierte am Dienstag die Berechnungsgrundlagen, nach denen die Kosten zwischen dem Land NRW und den Kommunen verteilt werden. Sie seien juristisch nicht nachvollziehbar, sagte der Präsident des Verfassungsgerichtshofs, Michael Bertrams.

Info
Unter den klagenden Kommunen befinden sich auch 18 Städte und Gemeinden aus Ostwestfalen-Lippe:
  • Bielefeld, Brake, Gütersloh, Halle, Harsewinkel, Herford, Minden, Oerlinghausen, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Schloß Holte-Stukenbrock, Verl, Versmold, Werther, Hüllhorst, Rödinghausen und Steinhagen.


Es geht dabei aber nicht um den Solidarpakt an sich. Im Zentrum steht die Frage, wer in NRW wie viel zahlen muss. Die Klage richtet sich gegen ein Gesetz, das der Düsseldorfer Landtag im Jahr 2010 noch zu Zeiten der schwarz-gelben Regierung verabschiedet hatte. Das Urteil will das Gericht am 8. Mai fällen - fünf Tage vor der NRW-Landtagswahl.

Entscheidend für den Rechtsstreit ist ein kompliziertes System, nach dem deutschlandweit die Einheitslasten von Kommunen und Ländern je nach Wirtschaftskraft verteilt werden. In diesem System gibt es Be- und Entlastungen. Zum Beispiel wurde den Ländern mit Blick auf die Kosten der Wiedervereinigung mehr Beteiligung an der Umsatzsteuer zugesprochen. Weite Teile dieses großen Verteilschlüssels finden sich aber in dem strittigen NRW-Gesetz nicht wieder. Die Städte und Gemeinden prangern daher an, dass das Land Kosten für sich geltend macht, die gar nicht anfallen.

Die Oberbürgermeister einiger NRW-Städte hatten den bis 2019 laufenden Solidarpakt zuletzt kritisiert und geltend gemacht, dass sie für die Zahlungen Kredite aufnehmen müssten. Das verschärfe die ohnehin schon großen finanziellen Probleme vieler Kommunen. Als Folge müssten sie weitere Leistungen für die Bürger streichen, Gebühren massiv erhöhen oder bei Ausgaben etwa für die Straßensanierung sparen.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2013
Dokument erstellt am 17.04.2012 um 16:43:28 Uhr

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Kommentare
Na wo sind denn die gelben blind follower von Hern A. aus PoW bei diesem Thema?

Aber wahrscheinlich ist auch hier rot/grün Schuld und nicht schwarz/gelb.

Ich vermisse bei den aufgelisteten, klagenden Kommunen die Stadt Porta. Auch dort wird der Soli mit Darlehen finanziert. Na ja, war vielleicht weitsichtig, sich an der Klage nicht zu beteiligen: Keine Kosten und Nutznießer vom Ganzen, wenn das Gesetz fällt. - Bis auf das Jahr, gegen das kein Rechtsmittel mehr möglich ist, weil die Widerspruchsfrist abgelaufen ist. Meistens bekommt die Regierung Zeit, ein Gesetz nachzubessern, mit Wirkung für die Zukunft bei den nicht klagenden Städten und Gemeinden.

Hat jemand dies mal gegeneinander abgewogen ?

Es reicht halt nicht, sich über diese Last (darlehensfinanzierter Soli) pressewirksam aufzuregen und letztendlich nichts dagegen zu tun. Leere Worte ohne konsequentes Handeln.
Bin enttäuscht.


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