Paderborn (mt/dpa). Der Geldautomaten- und Kassensystem-Hersteller Wincor Nixdorf streicht nach einem Gewinneinbruch europaweit mehr als 500 Stellen. Etwa die Hälfte davon soll in Deutschland entfallen, wie das Paderborner Unternehmen am späten Montagabend mitteilte. In den ersten zwei Quartalen des Geschäftsjahres 2011/2012 habe sich das operative Ergebnis (Ebita) auf 45 Millionen Euro fast halbiert. An der Börse geriet der im MDax notierte Wert am Dienstag unter Druck und verlor bis zum späten Vormittag rund 8 Prozent.
Im Gesamtjahr erwartet das Unternehmen ein operatives Ergebnis von etwa 100 Millionen Euro. Berücksichtigt seien dabei Kosten von etwa 40 Millionen Euro für ein bereits gestartetes Restrukturierungsprogramm. Im Vorjahr hatte Wincor Nixdorf noch ein Ebit von 162 Millionen Euro erzielt. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen eine Entwicklung auf Vorjahresniveau (2,3 Milliarden Euro).
Zahl der Beschäftigten in Schwellenländern soll steigen
Grund für reduzierten Ergebniserwartungen ist dem Unternehmen zufolge vor allem ein deutlicher Umsatzrückgang im Banken-Geschäft. Das Unternehmen hatte sich Anfang Februar bereits von dem verantwortlichen Vorstandsmitglied getrennt.
In Westeuropa belaste die Investitionszurückhaltung wegen der Staatsschuldenkrise das Geschäft. Das Geschäft in den Schwellenländer habe sich bisher nicht im erwarteten Umfang entwickelt. Um für die Region Asien/Pazifik passende Produkte zu entwickeln, will Wincor Nixdorf Kapazitäten in die Wachstumsregion verlagern. Die Zahl der Beschäftigten in Schwellenländern soll steigen. Der Personalabbau in Europa soll jeweils zur Hälfte im laufenden und im nächsten Geschäftsjahr erfolgen.
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