Ahaus (epd). Atomkraftgegner haben weiteren massiven Widerstand gegen geplante Atommüll-Transporte angekündigt. Nach Gorleben drohten schon ab Anfang kommenden Jahres die nächsten Castor-Transporte, erklärte Felix Ruwe von der Initiative "Kein Atommüll in Ahaus" am Dienstag.
Die Bundesregierung plant demnach, insgesamt 152 Castor-Behälter mit radioaktiven Brennelementkugeln aus dem Forschungszentrum Jülich bei Aachen per Lastwagen quer durch Nordrhein-Westfalen ins Zwischenlager Ahaus im Münsterland zu verschieben. Damit könnte in einem Zeitraum von zwölf Monaten alle zwei Wochen ein Autobahn-Castortransport rollen, hieß es.
Ruwe bezeichnete die Pläne der Bundesregierung, die Transporte von der Schiene auf die Straße zu verlegen, als "absoluten Wahnsinn". Die Risiken seien erheblich, warnte der Umweltschützer. So könne es auf der Autobahn jederzeit zu schweren Unfällen kommen. Beschädigte Castoren könnten in Ahaus nicht repariert werden. Zudem biete die Leichtbauhalle in Ahaus nicht genügend Sicherheit zur Einlagerung des Atommülls.
Die Atomkraftgegner forderten Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und das Forschungszentrum Jülich auf, "diese unverantwortlichen Castor-Pläne sofort zu stoppen". Die umfangreichen Proteste am Wochenende im Wendland hätten deutlich gezeigt, dass die Atommüllentsorgung in Deutschland gescheitert sei, betonte Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung sei hier gefordert, die geplanten Castor-Transporte zu verhindern. "Im Koalitionsvertrag hat Rot-Grün genau das versprochen", sagte Hesters.
Am 18. Dezember ist eine Demonstration am Atommülllager Ahaus geplant. Mehrere hundert Umweltschützer wollen dann ab 14 Uhr ihren traditionellen "Sonntagsspaziergang" um die Anlage machen.
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