Schmallenberg (mt/lnw). Für einen Weihnachtsbaum müssen Verbraucher in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr ähnlich tief in die Tasche greifen wie 2010. "Die Preise haben sich nicht verändert", sagte der Sprecher der NRW-Christbaum-Produzenten Meinolf Mütherich in Schmallenberg.
Derzeit beginnt die Saison; erste Bäume für die Advent-Dekorationen werden aus den Kulturen geholt. Die Qualität der Bäume ist nach Auskunft von Mütherich in diesem Jahr sehr gut. Der feuchte Sommer habe den Bäumen nicht geschadet. Im Gegenteil: "Die Bäume sind sehr grün." Besonders gefragt ist auch weiterhin die Nordmann-Tanne. Für den Zwei-Meter-Baum erster Wahl müssen Kunden mit etwa 40 Euro rechnen. Preisgünstiger sind Blau- und Rotfichten.
In Deutschland werden jährlich schätzungsweise bis zu 25 Millionen Christbäume aufgestellt. "Jeder dritte davon kommt aus dem Sauerland", sagte Mütherich. Es gebe auch beim Christbaum ein Umdenken der Verbraucher. "Die Kunden sind sensibler geworden. Viele fragen nach einem Baum aus der Region und nach den Produktionsbedingungen", sagte Mütherich.
Erste Produzenten ließen ihre Betriebe deshalb zertifizieren, sagte der Vorsitzende des Verbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger, Bernd Oelkers, im niedersächsischen Wenzendorf. Diese Betriebe müssten nachweisen, wie die Bäume produziert werden. Bei der Deko gehe der Trend "vom Glitzerbaum zu mehr Natur". Statt Lametta und bunten Kugeln sei Christbaum-Schmuck aus Holz und anderen Naturmaterialien gefragt, sagte Oelkers.
In den kommenden Jahren dürften die Preise nach Einschätzung von Produzenten und Großhändlern aus dem Sauerland vermutlich fallen. Bei Preisen um 20 Euro pro Meter sei bei den Nordmanntannen eine Schmerzgrenze erreicht. Zudem wurden insbesondere im Sauerland viele der vom Orkan Kyrill vor fünf Jahren umgeworfenen Wälder in Christbaum-Plantagen umgewandelt. Wenn diese Bäume geschlagen werden können, drücke das steigende Angebot vermutlich auf die Preise.
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