Düsseldorf/Berlin (mt/epd). Die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) sieht die neuen Sekundarschulen in NRW als Modell der Zukunft. "Wir machen pragmatische Politik und schaffen mit der Sekundarschule eine neue, starke, zukunftsfeste Schule, in der alle Kinder willkommen sind, in der sich Elemente aller bisherigen Schulformen wiederfinden", sagte Löhrmann der in Berlin erscheinenden "Tageszeitung" (Donnerstagsausgabe).
Die auch von der oppositionellen CDU getragene Gesetzesnovelle soll nach der Sommerpause in den Landtag eingebracht werden und für zwölf Jahre einen "Schulfrieden" bewirken.
Erstmalig würden integrierte Schulformen in die Verfassung aufgenommen, sagte Löhrmann. Das sei ein Fortschritt. Allen Kindern, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, werde "ohne die Selektion nach Klasse vier" der Zugang zu allen Bildungsabschlüssen eröffnet.
In der neuen "Sekundarschule" umfasst die die Jahrgänge fünf bis zehn. Durch die Kooperation mit einer Oberstufe eines Gymnasiums, eines Berufskollegs oder einer Gesamtschule soll der Weg zum Abitur eröffnet werden.
Die Ministerin räumte ein, dass die Unterschiede zwischen den neuen Sekundarschulen und den bereits seit 40 Jahren in NRW bestehenden Gesamtschulen nicht so groß seien. Es sei richtig, dass die Kinder an der Sekundarschule ein ähnliches Angebot wie an der Gesamtschule erhalten, sagte Löhrmann. Mindestens bis zur Klasse sechs werde gemeinsam gelernt, möglich sei dies auch bis Klasse zehn.
Allerdings könne die Sekundarschule bereits mit drei Klassen gegründet werden, erläuterte Löhrmann. Eine Gesamtschule brauche mindestens vier Parallelklassen. Dies sei für kleinere Gemeinden auf dem Land ein entscheidender Unterschied. Außerdem werden die neuen Sekundarschulen keine eigene gymnasiale Oberstufe haben, sondern verbindlich mit einer Oberstufe einer anderen Schule kooperieren.
Zudem werde die Hauptschulgarantie aus der Verfassung gestrichen, sagte die Ministerin. Sie verteidigte mit der Beibehaltung des Gymnasiums den von NRW damit letztlich eingeschlagenen Weg eines zweigliedrigen Schulsystems beziehungsweise die Bewahrung eines gegliederten Schulsystems.
"Ich persönliche halte überhaupt nichts davon, Schulen und Schulformen gegeneinander auszuspielen", sagte Löhrmann. Die Landesregierung wolle den Elternwillen stärken und könne daher Eltern nicht vorschreiben, ob sie ihr Kind lieber auf ein Gymnasium mit verkürzter Schulzeit oder auf eine Sekundarschule schicken.
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