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03.05.2010
Minden/Bielefeld/Detmold: Demonstrationen gegen Pro NRW-Veranstaltung
Partei spricht von "bürgerkriegsähnlichen Zuständen"

Minden/Bielefeld/Detmold (mt/epd/jhr). Mehr als 500 Menschen haben am Montag in Bielefeld gegen Wahlveranstaltungen der rechtspopulistischen Gruppierung "Pro NRW" protestiert. Auch bei einer Kundgebung der Partei am Montagmorgen in Minden hatte es Proteste gegeben.


Der Tourbus der "Pro NRW", hier bei der Abfahrt in Minden am Montagvormittag, soll am Nachmittag nach Informationen der Partei von Demonstranten "entglast" worden sein. | MT-Foto: Manfred Otto

Nach Polizeiangaben demonstrierten in der Innenstadt etwa 200 bis 300 Demonstranten friedlich. Im Bielefelder Stadtteil Brackwede, wo schließlich "Pro NRW" mit einem Tourbus die Veranstaltung abhielt, protestierten nach Polizeischätzungen noch einmal rund 300 Menschen. Dort wurden fünf Demonstranten festgenommen, weil sie Eier und Flaschen warfen, erklärte der Sprecher des Polizeipräsidiums Bielefeld, Martin Schultz, gegenüber dem MT.

In einer Pressemitteilung von Pro NRW ist hingegen von "bürgerkriegsähnlichen Zuständen" die Rede: "Autonome und Graue Wölfe haben Tour-Konvoi eingekesselt und Pro-NRW-Bus teilweise entglast – Kreistagsabgeordneter Ulrich Manes wurde von mehreren Dutzend autonomen Linksextremisten angegriffen und konnte nur unter massiven Polizeischutz Bielefeld wieder verlassen", erklärte Markus Wiener von Pro NRW.

Diese Angaben konnte der Polizeisprecher nicht bestätigen. "Von einer "Entglasung" des Busses ist mir nichts bekannt", so Schultz auf MT-Anfrage.

Ein Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und Migrantenorganisationen hatte zu friedlichem Protest gegen die Rechtsaußen-Kundgebung aufgerufen. "In Bielefeld ist kein Platz für Ausgrenzung und menschenverachtenden Rassismus", hieß es in dem Aufruf "Für kulturelle Vielfalt und Friedliches Miteinander", der von mehr als 60 Organisationen unterschrieben wurde. Unterstützer waren unter anderem CDU, SPD, FDP, Grüne und Linkspartei sowie mehrere Gewerkschaften. Zu den Unterzeichnern gehören zudem Migrantenverbände, die alevitische Gemeinde und die Evangelische Jugend in Bielefeld.

Der Lippische Landessuperintendent Martin Dutzmann hatte am Montag die Parolen der rechtspopulistischen Partei "Pro NRW" zur Landtagswahl am 9. Mai als islamfeindlich kritisiert. "Pro NRW will den Islam und die Muslime für alles verantwortlich machen, was in unserem Land falsch läuft", sagte der evangelische Militärbischof in Detmold dem Evangelischen Pressedienst. Solche Parolen seien mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. Die evangelischen und katholischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen hatten vor wenigen Wochen bereits in einer gemeinsamen Erklärung den Versuch von "Pro NRW" scharf kritisiert, Christen für ihre Kampagne zu vereinnahmen.

Am Montagmorgen hatten in Minden rund 80 Demonstranten vor allem aus der autonomen linken Szene, aber auch Mitglieder des Mindener Bündnisses gegen Nazis und des Deutschen Gegenwerkschaftsbundes versuchten mit Rufen und Trillerpfeifen die Kundgebung der Partei Pro-NRW zu stören. Die war mit einem halben Dutzend Aktiver nach Minden gereist, um hier ihre Sechs-Tage-Wahlkampftour durch 26 nordrhein-westfälische Städte unter dem Motto "Abendland in Christenhand" zu starten.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 03.05.2010 um 17:37:42 Uhr
Letzte Änderung am 03.05.2010 um 19:38:11 Uhr

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Kommentare
@ ulex also bei aller liebe ich war da in bielfeld und es waren keine sogennanten "graue wölfe" anwesend, genausowenig wie die von dir sogenannten gettho-schläger (es gibt genug andere menschen aller nationen etc. die sich selbst als solche bezeichnen auch vonsdeutschen hab ich solche assagen schon gehört) es waren ganz normale türkische mitbürger aller altersklassen die ihren unmut gegenüber pro NRW luft gemacht haben. Zitat:"Ulrich Manes wurde von mehreren Dutzend autonomen Linksextremisten angegriffen und konnte nur unter massiven Polizeischutz Bielefeld wieder verlassen" auchd as habe ich mit angesehen und es waren genau fünf stinknormale stadtpolizisten die den netten herren zum busbahnhof geleitet haben nachdem er sich fluchtartig in ein türkischen haarsalone verirrt hatte =] am ende wurde er bis zum bus-bahnhof gebracht und dort in ein taxi gesetzt und wieder weggeschikct. die sogenannten angriffe bestanden lediglich in beleidigungen und wasser-spritzer "attacken". später am kirchplatz tobte auch kein gewaltbereiter mob und die einzigen gegenstände die flogen waren eier und eine einzige flasche. ansonnsten wurde nichts randaliert sondern nur lautstark protestiert. das es hierbei reibereien mit den bereitschaftspolizisten kam is nicht wunderlich und kommt auf so gut wie jeder demo vor. seitens der linken wie der rechten, wobei provokationen seiten der polizei mal ausenvorgelassen wird. und auch gegen weibliche mit-demonnstrantinnen wurde hart durchgegriffen obwohl diese "nur" im weg standen oder unbeteiligt sich in der laufrichtung aufhielten. und es kann nicht angehen das menschen die sich schützen vor einem am boden liegenden menschen stellen weggeknüppelt werden, nur weil die polizei das nette "hm dem sein gesicht gefällt mir nicht, den schnapp ich mir jetzt mal und gucken wie er sich anstellt und was ich ihm anhängen kann"-prinzip raushängen lässt, nur um ihre "erfolgsquote" zu bestätigen. da fällt mir ein nettes kommentar einer der beamten ein als ein junger demonstrant festgenommen wurde " ach mensch den haste ja grade noch so erwischt, gut gemacht (handschlage der beiden polizisten)"

das halte ich für hochgradigen blödsinn! die bekanntmachungen seitens pro nrw muss man sich auf der "zunge zergehen" lassen. das bereitet jeden kognitiv uneingeschränkten menschen kopfschmerzen. pro nrw hat das talent sich sogar noch vor der wahl als unfähig zu präsentieren.

Tja, die POlizei, dein Freund und Helfer - natürlich ist es legitim, wenn man politisch gegen pro NRWportestiert, wie dies wohl in Minden friedlich geschehen ist. Nicht legitim ist es hingegen, wenn ein gewaltbereiter Mob, wohl noch nichtmal von den üblichen Linksextremen sondern von türkischen Rechtsextremisten und Ghetto-Schlägern dominiert, Randale macht, ohne ein einziges politisches Argument vorbringen zu wollen. Mit Verlaub: In Berlin wurden dieses Wochenende 300 NeoNazis die den Kudamm runterzogen mal eben einfach festgesetzt und festgenommen - da fragt man sich doch, weshalb es der Polizei in NRW nicht gelingt so einen gewaltbereiten Mob aus dem Flaschen und Eier fliegen und der nachweislich (auch für den Reporter der MT rechierchierbar) wenigstens ein Busfenster entglast wurde, festzusetzen und einzuknasten. Aber vielleicht ist dies Nicht-Vorgehen der Polizei in NRW ja politische gewollte..


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