Minden (mt/hjA). Nach einer Stunde war alles vorbei. Die Kundgebung der rechtspopulistischen Pro-NRW heute Vormittag auf dem Marktplatz in Minden verlief friedlich.
Rund 80 Demonstranten vor allem aus der autonomen linken Szene, aber auch Mitglieder des Mindener Bündnisses gegen Nazis und des Deutschen Gegenwerkschaftsbundes versuchten mit Rufen und Trillerpfeifen die Kundgebung der Partei Pro-NRW zu stören. Die war mit einem halben Dutzend Aktiver nach Minden gereist, um hier ihre Sechs-Tage-Wahlkampftour durch 26 nordrhein-westfälische Städte unter dem Motto "Abendland in Christenhand" zu starten.
Mit einem "Tourbus" waren die Mitglieder der Partei Pro-NRW auf dem Marktplatz vorgefahren. | MT-Foto: Jan Henning Rogge
Mit der Bibel in der Hand richtete sich der deutsch-schwedische Unternehmer und Ex-DVU-Politiker Patrik Brinkmann, der vor allem auch als Finanzier von Pro-NRW gilt, an die Handvoll Zuhörer. Zentrales Wahlkampfthema der als rechtsgerichtet geltenden Partei: Die Verhinderung von Minaretten in Nordhrein-Westfalen und Deutschland insgesamt. Begleitet wurde Brinkmann unter anderem vom ehemaligen stellvertretenden Bürgermeister von Köln-Ehrenfeld, Jörg Uckermann, und vom Ex-Republikaner und jetzigen Minden-Lübbecker Kreisvorsitzenden von Pro-NRW, Ulrich Manes.
Bereits seit dem Morgen sicherte eine Hunderschaft der Polizei aus Bielefeld die Eingangsbereiche zur Mindener Innenstadt, um Übergriffe im Zusammenhang mit der Kundgebung auf dem Markt zu verhindern. Demonstranten der autonomen Szene und das halbe Dutzend Aktive von Pro-NRW, die von eigenen Sicherheitskräften begleitet wurden, wurden von der Polizei strikt getrennt.
Gegen Ende der Kundgebung bildeten die Demonstranten Sitzblockaden an den Übergängen Markt/Scharn und in Höhe der Deutschen Bank, um die Ausfahrt von Brinkmann und seinen Begleitern, sowie des belgischen "Tourbusses" von Pro-NRW zu verhindern. Die Polizei ließ die Demonstranten gewähren, die Fahrzeuge von Pro-NRW wurden über die Obermarktstraße und Simeonstraße abgeleitet.
Bereits am Mittag sollte eine weitere Kundgebung in Bad Salzuflen stattfinden. Am Spätnachmittag wird mit größeren Demonstrationen gerechnet, wenn Pro-NRW in Bielefeld auftritt.