Minden/Worms (mt/dpa). Der schwedische Büromöbelhersteller Kinnarps AB hat den größten Teil der angeschlagenen Samas Deutschland Gruppe übernommen und will bis zu 480 der 720 Arbeitsplätze erhalten. Vorgesehen ist unter anderem, dass die Samas-Standorte Worms und Minden einschließlich Produktion, Verwaltung und Vertrieb zum 1. März in den Besitz von Kinnarps übergehen. Das gelte auch für die Samas- Handelshäuser in mehreren Städten und für die Rechte an den Marken ("Martin Stoll", "Drabert", "Fortschritt", "Schärf", "MBT"), teilten Kinnarps und Samas-Insolvenzverwalter Tim Brauer am Montag in Worms mit.
Der Produktionsstandort im brandenburgischen Trebbin, wo etwa 180 Menschen arbeiten, soll noch sechs Monate produzieren und dann geschlossen werden. Die Produktion ("MBT") wird an andere Kinnarps- Standorte verlagert. Mit der Übernahme wird das fast 70 Jahre alte Unternehmen Kinnarps nach eigenen Angaben "einer der größten Büromöbelhersteller und Einrichter Europas". Zum Kaufpreis wurde nach Angaben von Insolvenzverwalter Brauer Stillschweigen vereinbart.
Nach Brauers Angaben werden am Standort Worms von 280 Stellen 60 bis 70 abgebaut. Dies laufe zum Teil über Kündigungen, zum Teil auch über normale Fluktuation. In Minden sinkt die Zahl der Arbeitsplätze um 20 bis 25 auf etwa 140. Zur Gesamtbelegschaft zählen außerdem 80 bis 100 Mitarbeiter der Handelshäuser. Das Geschäft soll künftig unter dem Namen "Kinnarps Samas GmbH" gebündelt werden.
Insolvenzverwalter Brauer zeigte sich mit dem Ergebnis "insgesamt zufrieden". Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sei ein "für die Branche wichtiges Unternehmen" im Kern erhalten worden, und zwei Drittel der Stellen hätten gerettet werden können. Außerdem sei für die Gläubiger "ein angemessener Kaufpreis" erzielt worden. Samas Deutschland hatte im November Insolvenzantrag gestellt.
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