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22.11.2008
Nur Wind- und Regenmaschine "überlebten"
Ausstellung im Foyer wirft Schlaglichter auf Mindener Theatergeschichte / Beitrag zum 100. Jubiläum des Stadttheaters
VON URSULA KOCH

Minden (mt). Die Wind- und die Regenmaschine sind die einzigen Objekte, die 100 Jahre Mindener Stadttheater überdauert haben. Kein Wunder also, dass sie die Stars der Ausstellung sind, die bis zum Ende dieser Spielzeit im Rangfoyer des Hauses gezeigt wird.

"In den Anfangsjahren ist nahezu alles gesammelt worden", berichtet Roberth Werther, der die Geschichte des Stadttheaters für diese Ausstellung und das Jubiläumsheft recherchiert hat. In den 20er-Jahren habe die Anfangseuphorie allerdings nachgelassen. Und dann kam ein Unglück hinzu: Die Kriegsjahre hatte das Haus unbeschadet überstanden, doch dann trat im Februar 1946 die Weser über die Ufer, Teile der Stadt standen unter Wasser, auch das Theater. "Der gesamte Fundus war im Keller gelagert und damit veloren", berichtet Werther.

Trotzdem gibt es in der Ausstellung, die von den Messebauern Peter Meier und Kinnie Morel (pm.concept) in Szene gesetzt wurde, eine Menge zu sehen. In Schlaglichtern werden vier Zeitabschnitte beleuchtet: Die Jahre vor dem Bau des Hauses, die Anfänge bis zur Blütezeit in den 20er- Jahren, als Minden in der Spielzeit 1921/22 ein eigenes Ensemble hatte, der Neubeginn nach 1945 und die Jahre von 1993 bis heute. "1908 fing nicht die Geschichte des Theaters in Minden an, sondern nur die dieses Hauses", betont Werther. Zu sehen sind Originalplakate, die bis in die erste Hälfte des 19. Jahrunderts zurückreichen, die beiden Theater-Maschinen, Faksimiles von Theaterzetteln, Entwurfszeichnungen für Kostüme sowie zwei Modelle für Bühnenbilder.

"Die Jahre 1933 bis 1945 haben wir bewusst übersprungen, weil sie in Minden nicht anders waren, als überall", erläutert Werther. Spannend werde es dagegen wieder ab 1945, als das Theater unter britischer Regie wieder eröffnet wurde und dort Kinoabende und Militärkonzerte geboten wurden.

Die Zeitabschnitte hat Peter Meier durch Portale in Ziegeloptik gegliedert. Darin befinden sich kleine Monitore, auf denen Fotografien aus den entsprechenden Zeiten Minden und das Stadttheater zeigen. Ziegelsteine symbolisieren für Meier die Hauswände, an die früher die Theaterzettel geklebt wurden. Drei großformatige Fotografien - aus der Iphigenie-Inszenierung 2008, aus der Eigenproduktion "Tannhäuser" und Andreas Wellano in "Die Geschichte einer Tigerin" - hat er als symbolisch ausgewählt, um die Lebendigkeit und Dynamik von Theater darzustellen.

Die Eigen- und Koproduktionen nehmen im aktuellsten Teil der Ausstellung breiten Raum ein. "Die Zusammenarbeit mit den Hamburger Kammerspielen ist gar nicht so neu, wie gedacht", musste Theaterleiter Bertram Schulte erkennen. Die Kammerspiele waren bereits in den 50er-Jahren mit ihrer Produktion "Draußen vor der Tür" nur drei Tage nach der Premiere in Hamburg in Minden zu Gast.

Für die Ausstellung konnte Robert Werther die Sparda-Bank Minden als Sponsor gewinnen. Geschäftsstellen-Leiter Elmar Schmeding konnte dafür 10 000 Euro bei der Sparda-Bank Hannover Stiftung einwerben.

"Die Ausstellung steht allen Interessierten auch ohne Theaterkarte jeweils an den Aufführungsabenden (eine Stunde vor Beginn) offen", betont der Hausherr Bertram Schulte.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 21.11.2008 um 21:25:21 Uhr
Letzte Änderung am 23.03.2010 um 23:31:56 Uhr

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