Immer den roten Punkten auf dem Fußboden folgend, sind "das" Blutflecken? Nein, sie führen den heimischen Wanderfreund symbolträchtig in die Notaufnahme des "Klinikums der kurzen Wege" und wie sich herausstellt: in die im wahrsten Sinne des Wortes "Warte-Zone", den "Gedulds"-Bereich, das "Frust"-Areal.
Soweit körperlich möglich, Anstellen am Tresen der Anmeldung zur stationären Aufnahme, selbstverständlich den Diskretionsbereich einhaltend, in gespannter Erwartung der Aufforderung zum Nähertreten.
Schon hier beschleicht den Patienten ein beklemmendes Gefühl, gewinnt er doch den Eindruck, dass hier stimmungsschwankende Menschen arbeiten, denen die Freude an ihrer Tätigkeit in den unendlichen Weiten des großflächig angelegten Johannes-Wesling-Klinikums abhandengekommen ist.
Hinsetzen, warten. An den Wänden hängen mindestens drei Plakate, auf denen zu lesen ist, dass die Patienten nicht der Reihe nach, sondern je nach Schweregrad der Erkrankung behandelt werden. Vollstes Verständnis.
Warum aber wartet der an Krebs erkrankte ältere Herr mit starken Schmerzen seit fast zwei Stunden auf einen Arzt? Seine Angehörige berichtete, dass sie vor nicht allzu langer Zeit zehn (in Worten: Zehn) Stunden gewartet habe. Man hatte sie schlichtweg vergessen.
Warum muss eine Mutter ihre zwei kleinen Kinder über mehr als zwei Stunden hinweg beruhigen? Ein im Rollstuhl sitzender Patient ohne Begleitung wagt es kaum, die Toilette aufzusuchen, um nicht seinen Namensaufruf zu verpassen.
Unsicherheit macht sich breit, zaghaftes Nachfragen am Anmeldebereich: "Wartezeit kann bis zu sieben Stunden dauern", so die harsche Rückmeldung.
Eine neue Geschäftsidee flammt auf: Frittenbude, Catering in der Wartezone! Belegte Brötchen und allerlei Leckereien für die inzwischen unterzuckerten Wartenden. Freundliche Vorleser und Animateure zur Beschwichtigung der ungeduldigen Patienten.
Zeitung der Mühlenkreiskliniken liegt aus, Lesen verkürzt bekanntlich die Wartezeit - Seite 9: "Neue Aufnahmestation - Patienten sollen schneller behandelt werden", erfährt der geneigte Leser. "Durch unsere neuen Strukturen erhoffen wir uns einen besseren Behandlungsfluss", so das Zitat. Einfach unglaublich!
650000 Euro für eine unerfüllte Hoffnung! Geld, das zur Einstellung weiteren Fachpersonals sicherlich sinnvoller angelegt gewesen wäre.
Fazit: Die Notaufnahme des Johannes-Wesling-Klinikums ist ein Not-Fall für sich!
Ursula Watermann
Minden
watermaenner
@teleos-web.de

















Sowas hätte es früher nicht gegeben?
Stimme ich zu. Früher ist auch nicht jeder wegen jedem Sch*** ins Krankenhaus gegangen!
Muss man wirklich mit einer Grippe/Erkältung/nem Verbandswechsel/ usw. in eine NOTaufnahme?!
Das gab es früher wirklich nicht. Wer krank war blieb zu hause und wurde in den meisten Fällen durch Ruhe und ein paar gute alte Hausmittel gesund. Auch ein bei Zeiten vorbeischauender Arzt reichte damals oft. (natürlich sind "echte" Notfälle immernoch ausgenommen)
Kein Wunder dass dort dann eine NOTaufnahme irgendwann aus allen Nähten platzt. Denn leider gibt es auch genug vom Rettungsdienst gebrachte Patienten, die nicht unbedingt dringend behandelt werden müssen. Diese verzögern natürlich den weitern Ablauf auch.
Ich denke die meisten sollten sich wirklich zuerst einmal fragen, ob Sie wirklich in die Notaufnahme müssen! Komisch auch wenn man plötzlich an einem Mittwoch/Feiertag/oder am Wochenende driiiiingenst einen Arzt für eine längst bekannte Erkrankung braucht.
Schade dass dort dann immer das Pflegepersonal den Frust abbekommt!