Dass ein bisher defizitär arbeitendes Klinikum nicht durch einen modernen aufwendigen Neubau und daraus am grünen Tisch berechneter Sparpotenziale kurzfristig schwarze Zahlen schreiben kann, das muss Aufsichtsgremien und Vorstand der MKK eigentlich von Anfang an bekannt gewesen sein.
Dennoch überraschte kurz nach Neubaubezug die Forderung des Landrates nach einem kurzfristigen "Sanierungskonzept", ein Begriff, der immer dann angewendet wird, wenn Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit drohen. Geschehen ist, sofern das MT vollständig informiert hat, in den vergangenen Monaten nicht viel. Ich erinnere mich nur an die Bestellung eines neuen Vorstandsvorsitzenden für die MKK, eines neuen Geschäftsführers für das Klinikum, einer Abweichungsanalyse zur Baukostenplanung, Plänkeleien mit Verdi und der Auswahl der Beratungsfirma Berger als Sanierungsberater.
Erstaunlich finde ich, dass die finanzierenden Banken bis jetzt stillgehalten haben. Erfreulich ist, dass mit dem Beratungsunternehmen Berger ein international bekanntes, renommiertes und vor allem sanierungserfahrenes Unternehmen gefunden worden ist, noch erfreulicher ist dessen Beraterphilosophie, nämlich den Wandel mit aktiv beteiligten, selbstständig handelnden und Verantwortung übernehmenden, motivierten Mitarbeiten herbeizuführen.
Doch noch bevor die Neuen, Vorstandsvorsitzender, Geschäftsführer und Berater ihre Arbeit aufgenommen haben, lässt der, bisher durch wenig Öffentlichkeitsarbeit aufgefallene Vorstand durch seinen Pressesprecher der Öffentlichkeit mitteilen, dass im Jahre 2009 168 Stellen abgebaut werden.
Das ist stillos, weil eine derartige Maßnahme - unter der Voraussetzung, dass die Geschäftsführung ihre Verantwortung für ihre Mitarbeiter ernst nimmt - absolute Chefsache ist. Das ist voreilig, weil erfahrene Sanierer auf eine Fülle von Sanierungsinstrumenten bspw. gesellschaftsrechtlicher, steuerlicher, finanzwirtschaftlicher, organisatorischer, betriebswirtschaftlicher Art zurückgreifen können, die sie je nach Analyse der Sanierungsursachen einsetzen.
Sanierung heißt nicht nur Personalfreisetzung. Die Maßnahme ist kontraproduktiv, weil sie die Arbeit der Sanierer und der neuen Führungskräfte unnötig belastet und erschwert, denn es ist kaum anzunehmen, dass sich die Mitarbeiter unter diesen Umständen freiwillig in den Sanierungsprozess einbringen.
Warum wird das Betriebsklima unnötig vergiftet und mit den Ängsten der Mitarbeiter gespielt, obwohl das Beraterunternehmen noch nicht einmal mit der Ursachenanalyse begonnen hat? Diese Führung verstehe ich nicht.
Jens Jacobi-Scherbenin
Kiekenbrink 68
Porta Westfalica
















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