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08.11.2008
Endlich Licht ins Dunkel bringen

Betr.: Aktuelle Finanzsituation am Klinikum

Der MT-Kommentar bringt es auf den Punkt: Wer hat seit 2001 alle Beschlüsse zum Neubau getroffen? Wer hat Wirtschafts- und Finanzpläne genehmigt und Kreditaufnahmen legitimiert? Wer hat Vergaben zugestimmt? Haben die Aufsichtsratsmitglieder keine Vorlagen erhalten, keine Beschlüsse gefasst, keine Protokolle genehmigt?

Wenn sie angeblich nicht alles verstanden haben, wie konnten sie dann verantwortungsvoll entscheiden? Hätten sie bei solchen Summen nicht so lange nachfragen müssen, bis sie sicher waren?

Nach meinem Kenntnisstand wurde der Vorstand in den letzten Jahren jeweils entlastet. So ein Problem taucht doch nicht plötzlich auf. Ein Unternehmen dieser Größe wird doch durch Wirtschaftsprüfer geprüft.

War die Umschuldung der Kredite vielleicht sogar vom Aufsichtsrat genehmigt? Wenn das Land seine Förderpraxis während der Bauphase ändert, ist dies sicher auch im Aufsichtsrat diskutiert worden. Glaubt man wirklich, dass Banken munter Millionenbeträge auszahlen ohne genehmigte Finanzierungspläne, Bilanzen oder Jahresabschlüsse? Wohl kaum denkbar.

Je häufiger betont wird, dass es in diesem Kommunalunternehmen nur einen einzigen Verantwortlichen gegeben haben soll, der angeblich über Millionenbeträge und ein Bauprojekt von 260 Millionen Euro frei schalten und walten konnte, desto unglaubwürdiger wird diese gebetsmühlenartige Argumentation des Landrates. Hat er sich den Finanzierungsplan nie erklären lassen?

Mit jedem Tag sinkt seine Glaubwürdigkeit. Seit Monaten konzentrieren sich die Beschuldigungen gegen den freigestellten Vorstandsvorsitzenden. Einer von übrigens vier gemeinsam verantwortlichen Vorständen.

Man muss unterstellen, dass politisch etwas unter den Teppich gekehrt werden soll und Aufklärung gar nicht erwünscht ist. Warum fragt keiner, was die Top-Interimsmanagerin von Contec in den vergangenen Monaten aktiv getan hat, um die Krise zu verhindern? Jetzt müssen ihr auch noch die Spitzen der Kreisverwaltung zur Seite stehen. Ist das peinlich!

Hilfestellung durch die Kreisdirektorin Schöder, die in den vergangenen Jahren als Vertreterin von Oestreich und als Aufsichtsratsmitglied alle Probleme hätte längst erkennen können müssen.

Interessenkollision ist offensichtlich unter Juristen der Kreisverwaltung ein Fremdwort. Wenn gar einstimmige Beschlüsse des Verwaltungsrates in der Vergangenheit das Handeln des Vorstandes legitimiert haben, wäre bei Einstimmigkeit auch der Landrat dabei gewesen. Bereits Ex-Landrat Krömer hat mit dem personell unveränderten Aufsichtsrat Finanzierungsbeschlüsse gefasst.

Es bleibt zu hoffen, dass eine wirklich unabhängige Instanz Licht in das Dunkel bringt.

Wilhelm Bredenkamp

Wilsbrinkstraße 10,

Lübbecke

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Copyright © Mindener Tageblatt 2010
Dokument erstellt am 08.11.2008 um 02:25:05 Uhr

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