AKTUELL KOMMENTIERT
Der Integrationsbericht der Bundesregierung gibt keinen Anlass, mit den Bemühungen um eine bessere Eingliederung der Zuwanderer zufrieden zu sein. Es gibt aber auch keinen Grund zu verzagen.
Dass die Quote der Schulabbrecher unter den Ausländern gesunken ist, ist ein Erfolg. Dass sie aber immer noch doppelt so hoch ist wie unter den jungen Deutschen fordert zusätzliche Anstrengungen. Der Ertrag wird weit über den Schulabschluss hinaus reichen. Die Zahlen des Integrationsberichts bestätigen nämlich, was Lehrer im Unterricht oder Ausbilder in der praktischen Arbeit in ihren Betrieben erfahren. Die Herkunft aus einer Migrantenfamilie ist für Erfolg oder Misserfolg weit weniger bestimmend als der soziale Hintergrund, insbesondere der Bildungsstand der Eltern.
Es bedurfte zu dieser Feststellung vielleicht nicht dieser Untersuchung. Aber sie belegt mit Daten: Je geringer der Bildungsstand der Immigranten ist, desto geringer sind die Chancen ihrer Kinder auf Erfolg in der Schule und sozialen Aufstieg.
Der Fortschritt ist mühsam und manche Verbesserung wird sich erst in Jahren auswirken, zum Beispiel die erfreuliche Tatsache, dass Migranten ihre Kinder häufiger, wenn auch viel seltener als deutsche Eltern, in Kindergärten schicken, wo sie Deutsch lernen und damit die Voraussetzung für einen erfolgreichen Schulbesuch gewinnen. Hilfreich wird auch sein, dass in steigender Zahl Lehrer und Kindergärtnerinnen tätig sind, die selbst Immigranten sind oder von Immigranten abstammen.
Paradebeispiele für gelungene Integration finden sich überall, auch in der Politik. Der Bericht der Bundesbeauftragten zeigt, dass Bildung für die Integration die wichtigste, wenn nicht die entscheidende Bedingung ist. Vielleicht sollte einem Politiker oder einer Politikerin mit Migrationshintergrund auch einmal die Verantwortung für Schulen übertragen werden.
















