Gedanken zum sonntag
Immer beim Erstkommununionsunterricht: der Kampf um das Anzünden der "Gruppenkerze". Fast alle Kinder möchten es tun - manche bedrängen mich buchstäblich, reißen mir die Streichhölzer fast aus der Hand, andere versuchen durch lautes Rufen zu erreichen, dass ich ihnen die Chance gebe, wieder andere resignieren von vornherein oder wenden sich scheinbar gleichgültig eigenen Interessen zu.
Das Licht einer Kerze anzuzünden scheint attraktiv zu sein. Es scheint relativ einfach, aber man kann sich dabei durchaus die Finger verbrennen.
Wie aber ist es, wenn wir versuchen, eine andere Art "Licht anzuzünden", d. h. Hoffnung und Freude, Frieden und Liebe, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit in einer Welt zu leben, die von Terror und Gewalt, von Hass und Ausgrenzung, von Angst und gnadenlosem Konkurrenzkampf, von Einsamkeit, Überforderung und Beziehungslosigkeit geprägt ist, einer Welt - unserer Welt - in der diese Dinge, so empfinden es zumindest viele Zeitgenossen, apokalyptische Ausmaße angenommen haben? Auch dabei können wir uns "Finger und Mund" verbrennen - oder mehr.
Trotzdem gibt es Menschen, die sich darum reißen, diese Art Licht anzuzünden - und das ist wunderbar. Es sind leider nur wenige. Mehr sind es, die "rufen", d. h. mit schönen Worten etwas bewegen wollen. Viele resignieren von vornherein und sagen: "Es bringt ja doch nichts." Eine große Menge wendet sich scheinbar gleichgültig eigenen Interessen zu.
Wir stehen am Beginn der Adventszeit. Viele Lichter werden angezündet. Ich hoffe, dass es nicht nur die Lichter der Kerzen sind. Ich wünsche mir, dass jedes dieser Lichter ein Zeichen ist für eine Tat, die ein Stück Dunkelheit im Leben eines Menschen und damit unserer Welt fortnimmt, und dass wir alle den Mut haben, uns dafür die "Finger zu verbrennen".
Annemarie Lux ist katholische Gemeindereferentin im Pastoralverbund Mindener Land.
Das ein Grossteil dieser Kriege religiös motiviert sind, naja, wer mag da kleinlich sein.
Zum Glück sind es nur noch einige wenige, die "Lichter anzünden" und einem Wahn nachlaufen, der Rest der Menscheit hat vielleicht erkannt, das wir uns selber helfen müssen und nicht auf irgendeinen Gott warten sollten.