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16.04.2012
MEINMT
Karate für "Ältere" und als Gesundheitssport? Verträgt sich das?
Die Karateabteilung "ishiro-ryu karate-do" des TuS Hartum geht neue Wege!
CHRISTIAN LASZCZYK

Minden. Vor vielen Jahren waren Menschen, die Karate im Alter von über 40 Jahren betrieben noch eine seltene teilweise belächelte und bestaunte Ausnahme. Die Pioniere und Pionierinnen, die damals den als exotisch geltenden Kampfsport in Deutschland verbreiteten, sind heute als Trainer/innen zumeist die tragenden Stützen der Vereine und geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter.

Neben diesen, im Karatesport älter gewordenen Menschen, trifft man heute immer häufiger auf Späteinsteiger/innen, die erst mit über 35 Jahren zum Karate-Do finden. Da sich die Motive und Bedürfnisse von Späteinsteiger/innen aber auch von Karate über 40 Jahren in einigen Punkten von denen der jüngeren Mitglieder unterscheiden, sind sie eine neue Herausforderung für Vereine und Übungsleiter/innen.


Die Bedeutung der erwachsenen Mitglieder, der Spät- und Wiedereinsteiger/innen für Vereine und Verband kann man deutlich erkennen: Aufgrund der demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft (weniger Kinder, immer mehr ältere Menschen usw.) ist es sinnvoll und notwendig, sich verstärkt um die erwachsenen Mitglieder über 35 Jahren zu kümmern.


Die Mitgliederentwicklungen der Vereine zeigen, dass die Gruppe der unter 18-Jährigen abnimmt, während die Gruppe der über 35-Jährigen zunimmt. Die erwachsenen Mitglieder über 35 Jahren sind i. d. R. beruflich, familiär und damit auch örtlich gebunden.Die Fluktuationsrate in dieser Gruppe ist daher geringer als bei Kindern und jungen Erwachsenen, somit unterstützen lebenserfahrene Mitglieder die Arbeit in den Vereinen, sie bringen mit ihren Erfahrungen und auch wichtige politische und soziale Verbindungen und Kontakte in den Verein und letztlich auch in den Verband.


Der zunehmenden Bedeutung dieser Zielgruppe für die Vereine muss also gefördert werden. Aber wir sehen auch Problemfelder, denn viel zu viele ältere Karatekas verlassen den Verein und Verband, weil ihre Motive und Wünsche nichtausreichend Beachtung finden oder weil gesundheitliche Fragen und die Angst vor Verletzungen nicht angemessen berücksichtigt werden.

In Nordrhein-Westfalen werden in Kooperation im dem Landessportbund NRW bereits Ausbildungen, "Karate der Älteren",  eine Übungsleiterausbildung (Trainer B) "Haltung und Bewegung" und "Sport in der Prävention", durchgeführt. Der Karate Dachverband NW (KDNW) bietet regelmäßig Übungsleiter/-innen-Fortbildungen zu diesem Thema an. Die Trainer, Horst Volkmann, 4. Dan, und Christian Laszczyk, 4. Dan, (beide über 50), der Karate Abteilung des TuS Hartum haben sich in diese Richtung weiterentwickelt und besitzenentsprechende Qualifikationen.Christian Laszczyk hat zusätzlichdas Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT– Budomotion, DKV-Karate für ein gesundes Haltungs- und Bewegungssystem" erworben. Als im Hauptberuf Physiotherapeut besitzt er auch die entsprechende Ausbildung. Das Qualitätssiegel im Deutschen Karate Verband Der DOSB (Deutsch OlympischeSportbund) hat in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer für spezielle Gesundheitsprogramme das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT entwickelt, mit dem sich der organisierte Sport verpflichtet, die hohe Qualität seiner Gesundheitsangebote vor Ort in den Vereinen nach gemeinsamen verbindlichen Grundsätzen sicherzustellen.

Für die Einhaltung der Qualitätskriterien bürgt das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT alsbundesweit einheitliche Dachmarke, das gesundheitsorientierte Bewegungsangeboteim Verein ausgezeichnet. Bewegungsprogramme, welche gesundheitsorientiert sind und mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT ausgezeichnet werden, haben Akzeptanz bei Ärzten und Krankenkassen, wobei diese von qualifizierten Übungsleitern im Bereich "Sport in der Prävention" geleitet werden. Jedermann erhält dabei einen Zugang zur gesunden Bewegung. Das im Deutschen Karate Verband entwickelte standardisierte Bewegungsprogramm "SPORT PRO GESUNDHEIT – BUDOMOTION, DKV-Karate für ein gesundes Haltungs- und Bewegungssystem" ist im Rahmen des Qualitätssiegels anerkannt und kann deutschlandweit umgesetzt werden.  Kooperationspartner Krankenkassen und Ärzte Der § 20 SGB V, Abs. Primärprävention, dient als gesetzliche Grundlage für die Kooperationmit Krankenkassen.

Die finanzielle Unterstützung der Bewegungsangebote "SPORTPRO GESUNDHEIT – BUDOMOTION, DKV-Karate für ein gesundes Haltungs- und Bewegungssystem"erfolgt ausschließlich bei Kursangeboten in Form einer Kurskostenrückerstattung direkt an die Versicherten der jeweiligen Krankenkassen. Eine weitere Initiative "Rezept auf Bewegung" wurde im April 2010 von den beiden Landesärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe sowie dem Landessportbund in Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Sie hat die Förderung der Gesundheit durch Bewegung in allen Lebensphasen zum Ziel. Im Fokus der Initiative steht das "Rezept für Bewegung", das die anspruchsvolle ärztlicheGesundheitsberatung in den Arztpraxen unterstützen soll.

Mit dem Rezept, können Ärzte ihrer mündlichen Patientenempfehlung "Sie sollten sichmehr bewegen" jetzt auch schriftlich mehr Nachdruck verleihen. Ärztinnen und Ärzte, die das Instrument "Rezept für Bewegung" für ihre Patientenberatungnutzen möchten, können alle Materialien kostenfrei beim Landessportbund bestellen. Das "Rezept für Bewegung" ist nicht mit üblichen Rezepten vergleichbar und nicht zur Abrechnung vorgesehen. Die auf dem Rezept vermerkten Empfehlungen für eine Sportgruppe sollen dem Patienten helfen, geeignete Angebote mit demQualitätssiegel "SPORT PRO GESUNDHEIT" zu finden. Diese Kurse gehen nicht zu Lasten des Heilmittelbudgets. Für Patienten besteht je nach Kassenzugehörigkeit die Möglichkeit, die Kursgebühr bis zu 80 Prozent erstattet zu bekommen. Das"Rezept für Bewegung" ist in NRW teil der Öffentlichkeitskampagne "Überwinde den inneren Schweinehund" des Landessportbundes und des NRW-Innenministeriums.Karate ist, ursprünglich, als Selbstverteidigung entwickelt wordenund somit ist die Selbstverteidigung allgegenwärtiger Bestandteil unseres Trainings. Durch das Üben erlernen die Karateschüler eine Vielzahl an möglichen Abwehrtechniken gegen realistische Angriffe. In der Selbstverteidigungbeschränkt man sich dabei auf wenige effektive "Lieblingstechniken",die man seinen eigenen körperlichen Voraussetzungen gemäß gewählt hat und trainiert diese mit dem Partner.  

Neben den physischen Voraussetzungen werden im Training auch die psychischen Faktoren und die rechtliche Lage der Notwehr berücksichtigt und angesprochen. Was sind die richtigen Verhaltensweisen, damit man eine Eskalation rechtzeitig stoppen kann? Wie sieht eine Eskalation aus? Welche verschiedenen Stufen (Phasen) gibt es dabei? Nur ein paar Fragen, die bei uns erörtert werden. Also Frauen und Männer überzeugen sie sich von dieser faszinierenden und lebensbegleitenden Kampfkunst

Kontakt und weitere Informationen: www.ishiro-ryu-karate-do.de
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Dokument erstellt am 16.04.2012 um 21:22:24 Uhr

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