Zweites Schulungswochenende "Sportmedien-Volontariat" / Kreisweit sind jetzt 18 Schüler dabei
Helmut Schemmann, Geschäftsführer des KSB, eigentlich seit Jahren im Umgang mit Sportgruppen geübt, musste sich an die Ansagen doch etwas gewöhnen. Das galt auch für den Ehrenpräsidenten Prof. Dr. "Auwi" Meyer genauso wie für die Frauenbeauftragte Jutta Eis. Eigentlich galt es für alle.
Denn statt der typischen Sporthallensituation mit dem Aufbau von Geräten oder Anweisungen für das Geschehen auf dem Spielfeld ging es jetzt um das professionelle Portraitfoto. Angetreten war das gesamte KSB-Team – vor ihm standen die 18 angehenden Vereinsreporter, die Teilnehmer des kreisweiten KSB-Bildungsprojekts.
Worauf es nun ankam, hatten die Teilnehmer bereits vorher theoretisch und praktisch ausprobiert. Dozent Jürgen Krüger hatte die Begriffe Blende, Zeit und Tiefenschärfe eingeführt, die üblicherweise heutzutage durch die digitale Fotografie per Programmautomatik für die meisten Anwender keine Rolle spielen. Motto: Man drückt auf den Auslösesensor und dann wird es schon passen. Doch die angehenden Sportreporter werden intensiver geschult. Ein guter Fotograf lässt sich eben nicht alles von der chipgesteuerten Kamera vorgeben, physikalische Gesetzmäßigkeiten haben auch im digitalen Zeitalter Bestand. Und so war es für die 18 Schüler und Schülerinnen der 8. Jahrgangsstufe zunächst nicht einfach, den Zusammenhang zwischen Blende, Verschlusszeit und Tiefenschärfe zu ergründen. Doch viele Lehr- und Übungsbeispiele waren das richtige Vermittlungskonzept. Gegen Mittag hatten es alle "drin".
Und dann war es um 13 Uhr soweit. Die Teilnehmer trafen auf das gesamte
KSB-Team. Und es dauerte nicht lange, da hörte der Beobachter die
professionellen Kommandos der Fotografen. "Bitte direkter in die Kamera schauen." Oder: "Bleiben Sie locker, alles wird gut." Immer wieder auch: "Nicht zu stark lächeln…" Schon eine halbe Stunde später war alles vorbei. Neben verschiedenen Portraitsituationen hatten die Teilnehmer auch unterschiedliche Gruppen quasi auf dem Chip. Und alle hatten in der Praxis das Wichtigste überhaupt gelernt: Menschen, ob alleine oder als Gruppe, professionell zu fotografieren bedeutet ein hohes Maß an Kommunikation. Der Fotograf muss ständig mit dem "Objekt" im Gespräch sein, um Unsicherheiten oder auch mögliche Ängste zu nehmen.
Fast ein bisschen so wie beim Arzt, wenn es eine Spritze gibt. Dozent
Krüger: "Um so besser die permanente Kommunikation, um so besser wird
dann auch das Foto."
Das kreisweite Sportmedien-Projekt des KSB wird gemeinsam mit dem
Fachbereich Medien der Fachhochschule des Mittelstands (FHM)
veranstaltet. Es ist vom Landessportbund NRW offiziell als Pilot-Projekt anerkannt und dauert drei Jahre. U.a. werden auch Video-Schnitt und Radio-Beiträge produziert.
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