Studenten der Universität Bielefeld erarbeiten ein Marketing Konzept für Mindener Band "Distance in Embrace"
"Virales Marketing" ist das Kernthema der Masterarbeit "Alternative Vermarktungs- und Promotionsstrategien am Beispiel der Band Distance in Embrace" von Lara Schneidewind (25) aus Petershagen und Marcus Willner (26) aus Bielefeld. Beide studieren an der Universität Bielefeld Interdisziplinäre Medienwissenschaften. "Welches sind die Pfeiler einer sinnvollen und kostengünstigen Vermarktung eines neuen Albums?", das ist eine der Fragen, die sie in fünf Monaten beantworten wollen.
Die Band, die das Objekt ihrer Untersuchung ist, stammt aus Minden, über private Kontakte haben sich die angehenden Wissenschaftler und die Musiker zusammengefunden. Für Musiker und Studenten jeweils ein Glücksfall. Die Musiker profitieren vom Wissen der Studenten und dem erarbeiteten Konzept, die Studenten haben ein Forschungsobjekt.
Beim viralen Marketing wird versucht, über ungewöhnliche Aktionen Aufmerksamkeit in der Zielgruppe zu erregen. "Das kann man eigentlich mit der Mund-zu-Mund-Propaganda vergleichen", sagt Lara Schneidewind. Im Internetzeitalter ist das ein Klick auf den "Gefällt-mir-Button", der Freunde und Bekannte im sozialen Netzwerk informiert.
Die Band Distance in Embrace hat bereits drei Alben veröffentlicht, mehrere Konzerte im In- und Ausland gespielt. Auch ein Musikvideo ist auf Youtube zu sehen - 24000 Mal wurde es seit 2009 bislang angeschaut. In der Hardcore-Szene ist die Band nicht unbekannt, der Durchbruch ist aber noch nicht geschafft. Bei Facebook zählen die Musiker derzeit 289 Freunde.
Fanreaktionen werden mit Umfrage untersucht
Für ihre Masterarbeit organisieren die Studenten eine Kampagne, um den Bekanntheitsgrad der Band zu steigern. Um zu messbaren Ergebnissen zu gelangen, untersuchen sie dann die Reaktionen der Fans. "Unsere Zielgruppe ist im Alter von 13 bis 18 Jahren", sagt die Studentin. Die Kontaktaufnahme läuft fast ausschließlich über das Internet. "Wir werden zum Beispiel eine Umfrage über die Facebook-und Myspace-Seite der Band starten", sagt Lara Schneidewind.
Im Fall von "Distance in Embrace" soll die Aufmerksamkeit vor allem über ein Musikvideo erregt werden - und weil die Band zur bald kommenden CD und Single noch keines hat, haben die Studenten den Dreh gleich mitorganisiert. "Das Musikvideo ist das Herzstück der Kampagne", erklärt die Studentin. "Wir werden zum Start des neuen Albums Trailer auf der Internetseite, bei Facebook und Myspace zeigen und natürlich läuft es dann auf Youtube."
Einheitliches Auftreten auf allen Kanälen
Neu ist für die Band dabei das einheitliche Auftreten auf allen Kanälen - die Studenten haben ihnen eine sogenannte Corporate Identity verpasst, so heißt das in der Fachsprache: "Die Fotos für das neue Album und die Werbung sind während des Video-Drehs entstanden", sagt Lara Schneidewind. Damit wird der Wiedererkennungswert gesteigert.
Fünf Monate haben die Studenten Zeit, ihre Ergebnisse zu einer wissenschaftlichen Arbeit zusammenzustellen. "Wir glauben schon, dass unsere Ergebnisse dann auch auf andere Underground-Bands übertragbar sind", sagt die Studentin. Dass virales Marketing funktioniert, haben inzwischen auch viele Großkonzerne bemerkt. Auf Videoplattformen im Internet kursieren inzwischen viele oft lustige Videos, die eigentlich Werbung sind. Und das Vorbild ist einfach ein fieses Schnupfen-Virus.
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