Nach Symposium "Intelligente Gebäudetechnologien" finden heimische Unternehmen und Fachhochschule zusammen
Der Standort ist ideal: Architekten, Bau-, Elektro-, Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieure geben sich die Klinke in die Hand. Dazu kommt der Fachbereich Gesundheits- und Krankenpflege. Sie beschäftigen sich immer wieder mit Gebäuden und intelligenten Gebäudesystemen. Jeweils in ihrem Fachbereich, abgeschottet von den anderen Bereichen.
Das ist an sich kein Problem. Es ist nur unpraktisch. Denn hier könnten die Mitarbeiter und Studenten der Fakultäten vieles voneinander lernen. Und damit ist es noch nicht getan: "Das ist ja schön, wenn wir hier forschen - aber das muss ja auch irgendwohin fließen", sagt Oliver Wetter, Professor am im Aufbau befindlichen Fachbereich Technik. Wohin? Zum Beispiel in die heimischen Unternehmen.
Denn die haben ein ähnliches Problem: Rund um das Thema Bauen haben viele Betriebe und Unternehmen Spezialwissen und Spitzentechnologien. Dabei überschneiden sich die Bereiche der Gewerke immer wieder, ihre Technik ist aber nicht immer miteinander zu verbinden. Damit das anders wird, startet nun am Campus Minden ein Forschungsschwerpunkt, an dem örtliche Unternehmen direkt beteiligt werden. "Wir müssen lernen, wie die denken", sagt Joachim Bahndorf, Vizepräsident der FH Bielefeld und Professor im Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen.
Es gelte, bereits im Vorfeld eines Neubaus, die Gewerke miteinander ins Gespräch zu bringen, sagt Joachim Bahndorf: "Beim Bau einer Glaskuppel muss vorher ein Industriekletterer hinzugezogen werden, der die Scheiben später putzt." Denn alle Nachbesserungen am fertigen Gebäude sind teurer, als sie von vornherein einzuplanen. Auch die Betriebskosten müssen einkalkuliert werden: "Was nützt es, wenn der Bau günstig war und die laufenden Kosten killen sie", erklärt der Professor. "Wir haben 90 Prozent alte Gebäude - da müssen wir ansetzen."
Bereits im Oktober fand das Symposium "Intelligente Gebäudetechnologien" am Campus Minden statt (das MT berichtete). 160 Teilnehmer aus der Region waren dabei. "Wir haben da in ein Wespennest gestochen", sagt Oliver Wetter. Vom Handwerksbetrieb bis zu Unternehmen wie Miele oder den Mindenern Lab Electronic und Wago waren die unterschiedlichsten Branchen vertreten. Die Initiatoren des Netzwerkes hoffen auf weitere Unternehmen.
Mit dabei sind auch Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer und der Verein Deutscher Ingenieure. Mit dem Forschungsschwerpunkt am Campus Minden soll eine weitere Ansprechstation für die heimische Wirtschaft entstehen. Die FH ist als neutrale Instanz Mittler zwischen den Teilnehmern. Oder wie Oliver Wetter es formuliert: "Die Hochschule bietet einen sicheren Hafen für den Austausch - und spendet dazu noch den Hafenmeister."
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