Herausragendes Action-Adventure: "Bastion" / Schnelles und aufregendes Spielgeschehen
Die namensgebende Bastion dient als Ausgangspunkt für Erforschungsausflüge in verschiedene Teile der Spielwelt. Bringt Kid bestimmte Artefakte zurück, kann er die Bastion ausbauen. Um sich gegen herumstreunende Monster zur Wehr zu setzen, verfügt Kid über einen massiven Schild, Spezialfähigkeiten und eine eigentümliche Mischung von Nah- und Distanzwaffen, von denen er je zwei gleichzeitig ausrüsten kann (linke und rechte Maustaste). Dazu zählen ein überdimensionaler Hammer, ein altes Repetiergewehr, ein mächtiger Bogen und eine Machete, die sich auch werfen lässt. Mit ausreichend Geld und den richtigen Fundstücken kann man alle mehrfach und unterschiedlich aufwerten. Kid selbst sammelt Erfahrungspunkte, die es ihm erlauben, sich mehr fähigkeitserweiternde Zaubertränke gleichzeitig einzuverleiben.
Die Grafik löst nicht nur sehr hoch auf, sie spricht auch mit ihrem Auge fürs Detail sehr an. Das Spielgeschehen ist schnell und aufregend, die Steuerung dabei akkurat. Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich irgendwo im Mittelfeld, lässt sich aber spielintern an diversen Stellschrauben erhöhen. Damit korrespondiert dann die Aussicht auf mehr Erfahrungspunkte und Geld. Es gilt also abzuwägen. Überhaupt bietet "Bastion" ein sehr individuelles Spielerlebnis, sieht man vom weitgehend linearen Leveldesign ab: Zusammenstellung der Waffen und Spezialfähigkeiten, Reihenfolge der Renovierungsarbeiten an der Bastion, Auswahl der aktuellen Zaubertränke. Nach dem ersten Durchspielen, das ungefähr zehn bis zwölf Stunden dauert, steht der "Game Plus"-Modus zur Verfügung. Darin beginnt man wieder am Anfang, allerdings ausgerüstet wie am Ende.
Hauptfeature des Werks jedoch ist der dynamische Erzähler: Ein Sprecher, der den individuellen Spielfortschritt erklärend und kommentierend begleitet. Zum Glück hat man auf eine Synchronisierung des ebenso trocken-lakonischen wie hypnotischen Originals von Logan Cunningham verzichtet. Stattdessen gibt es mit offenbar einiger Überlegung erstellte, wenn auch in sich nicht immer ganz korrekte deutsche Untertitel. Es ist dieser Erzähler, der "Bastion" von einem einfach nur gut gemachten Action-Adventure zu einem der herausragenden Titel des Jahres macht (ca. 14 Euro).
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