Es ist geradezu paradigmatisch: Während die 3-D-Hochglanz-Fassung völlig zu Recht floppt, überzeugt die auf 8 Bit gebürstete Retroversion auf ganzer Linie. Die Rede ist von Capcoms "Dark Void Zero", einem 2-D-Shooter im Stile der Klassiker "Metroid" und "Contra". Der Retrobezug geht dabei so weit, dass als netter Eröffnungsgag zunächst ein virtuelles NES-Modul von Staub auf den Kontakten zu befreien ist. Das waren noch Zeiten!
Zu einem Soundtrack, der so wunderbar ist, wie es nur Chiptune-Musik sein kann, läuft, springt und schießt sich Held Rusty durch die Spielabschnitte bis zu den Endgegnern. Diese sind - wie bei einem Capcom-Spiel auch kaum anders zu erwarten - nur mit besonderem Augenmerk auf die Angriffsmuster zu überwinden. So weit, so wenig spektakulär. Freilich in einer nahezu perfekten Umsetzung in Bezug auf Steuerung und Leveldesign.
Geprägt wird "Dark Void Zero" indessen von Rustys Jetpack, das im Spiel selbst kontinuierlich überkorrekt-deutsch als "Raketenrucksack" bezeichnet wird. Damit eröffnen sich knifflige Flugpartien und schwierige Luftgefechte.
Angesichts der Kürze und des Preises des Spiels ist schließlich noch bemerkenswert, mit wie viel Sinn fürs Detail Capcom eine Entstehungsgeschichte erfunden hat. Sie beginnt zu NES-Zeiten und involviert in ihrer Fortsetzung zur heutigen Zeit US-Moderator Jimmy Fallon. Dieser hat auch, so viel sei noch verraten, eine Art Gastauftritt (ab 6 Jahre, ca. 4 Euro, verfügbar für PC, iPhone und DSi).