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17.08.2010
Guter Klang und schwammige AGB´s
Online-Musikdienste noch nicht "gut"
VON NADINE HANTKE

Der Musikkauf per Mausklick boomt. Immer mehr Titel werden legal übers Internet gekauft. Die Lieblingssongs in guter Soundqualität herunterzuladen, ist kinderleicht. Doch alle deutschsprachigen Musikshops haben auch ihre Tücken.

Vorbei ist die Zeit der guten alten Schallplatte. | Foto: dpa

Mehr als 49 Millionen Songs und fast 8 Millionen digitale Alben haben Musikfans hierzulande im Vorjahr gekauft. Dem Bundesverband Musikindustrie zufolge sind das so viele wie noch nie. "Über 40 deutschsprachige Online-Musikdienste bringen legal Musik an den Konsumenten", sagt Daniel Knöll vom Verband. Doch das Web-Geschäft scheint den Kinderschuhen nach wie vor nicht ganz entwachsen zu sein: Im jüngsten Vergleich von Musikshops durch Stiftung Warentest schnitt kein Portal "gut" ab. Die Bestnote 2,6, ("befriedigend"), ging an Musicload , hinter dem die Telekom steht.

Abwertungen gab es anderswo wegen des Umgangs mit Nutzerdaten und Mängeln in den AGB. "Gestört haben uns schwer zu findende oder schwammige Informationen über Kaufbedingungen und Lizenzen und unverständliche AGB", sagt Simone Vintz, Projektleiterin bei der Stiftung. Auch die Zahlungsmodalitäten seien nicht immer optimal.

Diese Defizite haben etwa Apples iTunes Store einen guten Platz gekostet - trotz des besten Angebots. "Auch wer Exotisches oder Klassisches sucht, wird es bei iTunes finden", weiß Matthias Rößler vom Technikportal Chip-Online.

Nicht überall ist der Zugriff auf die Songs wirklich komfortabel - bei Musicload dagegen schon: Der Testsieger punktete mit seiner guten Produktsuche. Pluspunkte sammelten Music-load und die Zweit- und Drittplatzierten - die Shops von Media Markt und Saturn - auch bei der Zahlung. Die Telekom kassiert über die Telefonrechnung, die Elektromarkt-Ketten über Guthabenkarten. Das erspart Käufern, ihre Daten online angeben zu müssen.

Beim Nokia Music Store etwa geht es allein mit Kreditkarte. Daher reichte es beim Test nur für ein "ausreichend". Was die Qualität der Musik angeht, haben die Experten nichts zu bemängeln. "Alle Portale bieten Musik in Super-Qualität", so Rößler. Wer vergleicht, kann bei Alben deutlich sparen. Und in der Regel etwas billiger als bei der Konkurrenz sind Songs beim MP3-Laden von Amazon.

Schlager- oder Jazz-Fans suchen oft vergeblich

"Wie oft ich die Musik anhören oder kopieren darf, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich", sagt Vintz. Recht kompliziert ist es bei Napster : Die dort heruntergeladenen Songs sind mit einem Digitalen Rechte-Management (DRM) ausgestattet und lassen sich dadurch nicht auf allen Playern abspielen. "Wer nur ab und zu Songs oder Alben herunterlädt, sollte Anbieter bevorzugen, die nicht allzu viele persönliche Daten haben wollen", rät Vintz. Dazu zählen etwa Musicload, Media Markt und Saturn. Für Fans von Schlagern oder Jazz gilt: Sie werden nur bei iTunes richtig große Auswahl finden. "Da muss ich dann eventuell in Kauf nehmen, dass die AGBs nicht lupenrein sind" - oder in den Laden gehen und CDs kaufen. dpa

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Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 16.08.2010 um 21:15:58 Uhr

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Kommentare
Auch wenn insgesamt der Vergleich mal interessant ist, so kommt Napster doch etwas zu schlecht weg. Warum hat Napster wohl das nervige DRM in die wma-Dateien eingebaut? Doch nur, weil hier neben der Möglichkeit runterzuladen auch die einmalige Music-Flatrate zu haben ist. Für einen lächerlichen Beitrag von 9,99 € im Monat kann man den kompletten Musikkatalog von Napster anhören und auch downloaden. Die Lizenz ist so lange aktiv und die Titel hörbar, wie man bei Napster angemeldet ist. Für jemanden, der im Schnitt 1 CD im Monat kauft lohnt es sich schon.


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