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05.03.2010
Versunken im Morast unfreiwilliger Komik
"Age of Alexander" bietet Echtzeitstrategie zum Abgewöhnen - aber mit viel Slapstick
VON FELIX M. WILKE

Alexander der Große kann froh sein, bei seinen Eroberungszügen nicht auf dieses Spiel angewiesen gewesen zu sein. Seinen rühmenden Beinamen hätte er sonst bestimmt nicht erhalten.

Alexander versammelt seine Truppen - vermutlich für die nächste Slapstick-Einlage. | Repro: Wilke

Eigentlich bringt "Age of Alexander", das den Werdegang Alexanders in Echtzeitstrategieform nachzeichnet, viele gute Ideen mit. Einheiten können auf- und absatteln, von besiegten Widersachern zurückgelassene Waffen für die individuell ausrüstbaren eigenen Streiter verwendet und Schiffe geentert werden. Der Wind beeinflusst die Ausbreitung von Feuer und den Flug von Geschossen.

Diese guten Ansätze versinken indes in einem Morast unfreiwilliger Komik und ärgerlicher Unzulänglichkeiten. Geschenkt sei noch, dass das Spiel standardmäßig in einen Ordner mit dem verwirrenden Titel "Sparta II" installiert wird, und dass man das erforderliche Gebäude "Kaserne Stufe 2" nicht errichten kann, weil es schlicht nicht existiert (eigentlich gemeint: "Stallung").

Doch wenn sich ein feindliches Kriegsschiff unerklärlicherweise mitten auf dem Strand wieder findet und ihn trotz eifriger Ruderanimation nicht verlassen kann, weil es sich in Palmen verhakt, ist das bloß noch Slapstick. Und warum gibt es mit der "Bireme" ein Kriegsschiff, das trotz ausdrücklicher Benennung als solches keinerlei Waffen an Bord hat?

Weitere Kostproben aus dem Kabinett der Kuriositäten: es ist allen Ernstes ein Missionsziel, "ein Dorf" zu erobern; in der zugehörigen Mission kommt plötzlich eine bis dato unbekannte Stimme aus dem Off, um Spielhinweise zu geben; Zivilisten laufen unbehelligt und ungerührt mitten durch brandschatzende Horden; gut ein Viertel der nicht ganz kurzen Speicherzeit geht für den Prozess "Vorgang abschließen" drauf.

Die Grenze zum ernsthaften Mangel wird schließlich überschritten, wenn die Einheiten am Angriffsziel vorbeilaufen, ohne erkennbaren Grund anhalten und sich überhaupt so bewegen, als müssten sie eine etwaige Zeitlupe vorwegnehmen. Unnötig erschwert wird das Spiel des Weiteren dadurch, dass die Auswahl einer Gruppe über die Zifferntasten nicht zwingend zugleich ihren Anführer aufruft. Schließlich kennzeichnen auch zu viele eintönige Phasen das Missionsdesign.

Insgesamt kann man "Age of Alexander" daher allenfalls Leuten mit viel (Galgen-)Humor und wenig Erfahrung im Echtzeitstrategie-Bereich empfehlen (ab 12 Jahre, ca. 40 Euro). mt

http://petergames.de/Age-of-Alexander.59.0.html

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 04.03.2010 um 21:55:08 Uhr

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