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11.02.2012
Außergewöhnliche Reise durch den Krieg
Gefährten: Eine besondere Freundschaft zwischen Mensch und Pferd

Steven Spielbergs "Gefährten" ist ein hochmanipulatives Rührstück - mit einem sehr gut aussehenden, virilen, in jeder Muskelfaser vibrierenden, wild schnaufenden, dampfenden Hauptdarsteller. Einem Hengst. Es fällt schwer, diesen Film zu mögen. Entziehen kann man sich seiner Wirkung nicht.

Albert (Jeremy Irvine) und sein Pferd Joey. | Foto: Walt Disney

Als Kriegsfilm trägt er - als groteskes Gegenstück zu Spielbergs beklemmend realistischen Oscar-Erfolg "Der Soldat James Ryan" (1998) - sein diesmal jugendliches Freigabealter völlig zu Recht. Blutströme oder allzu verstörende Nahkampfszenen, wie sie bekanntlich im Granaten- und Giftgas-Horror der Schützengräben an der Tagesordnung waren, durften hier nur angedeutet werden.

Wunden trägt eigentlich nur der Hengst davon - ein feuriges, aber eben auch verletzliches Rassepferd, das sich beim brutalen Ackereinsatz auf ländlicher Scholle, aber eben auch im Stacheldrahtverhau des Ersten Weltkriegs beinahe aufreibt. Aber eben nur beinahe. In der stärksten Szene des Films, die zwar wie viele andere in ihrer platten Symbolik höchster Kitschgefahr unterlegt und in ähnlicher Form schon in anderen Weltkriegs-Märchen zu sehen war, hat sich das edle "War Horse" (so der US-Originaltitel) hoffnungslos in den todbringenden Eisenverschanzungen im Niemandsland zwischen deutscher und britischer Front verheddert. Und das Wunder wird möglich: Von beiden Seiten klettern mutige Befehlsverweigerer - darunter auf reichsdeutscher Seite ein von Hinnerk Schönemann gespielter schlagfertiger Düsseldorfer - aus dem Morast und befreien gemeinsam das Pferd.

Aber der Reihe nach: Erzählt wird eine durchweg auf Epos getrimmte Liebesgeschichte zwischen Mensch und Kreatur - mit dem edlen Rassehengst Joey. Ihren Ausgang nimmt sie in einem pastoralen Regenbogenfarben-England.

Hier freunden sich der Bauernsohn Albert (Jeremy Irvine) und das Pferd miteinander an. Gefahr geht nur vom versoffenen Vater Ted (Peter Mullan) aus, der Joey zum harten Dienst an der Pflugschar verdonnert. Als dann wie aus dem Nichts der Erste Weltkrieg ausbricht, ists mit der Idylle rasch vorbei. Joey wird an einen arroganten adeligen Offizier verkauft. Albert weint bittere Tränen.

Auf den Schlachtfeldern wechselt das Pferd dann wiederholt die Besitzer, landet auch in den Händen von zwei deutschen Deserteuren (darunter David Kross), als Kanonenzugpferd an der Front und schließlich beinahe beim Pferdemetzger. Doch dann - kaum sind fast drei Stunden vergangen - gibt es ein wunderliches Wiedersehen.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 10.02.2012 um 23:10:54 Uhr

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