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16.01.2012
"Geschüttelt, nicht gerührt"
50 Jahre Leinwand-Bond / Am 16. Januar 1962 begannen die Dreharbeiten für "Dr. No"

London (dpa) - Es sind die immer gleichen Zutaten, die James Bond zu einem der größten Erfolge der Filmgeschichte gemacht haben. Der blendend aussehende und scheinbar unfehlbare Agent 007 im Geheimdienst Ihrer Majestät füllt auch 50 Jahre nach seinem Hollywood-Drehstart noch immer die Kinos. Am 16. Januar 1962 begannen auf Jamaika die Kameras für den ersten "Bond" mit dem Titel "Dr. No" zu surren - der Auftakt zu einem atemberaubenden Kapitel der Kinogeschichte.

Die James-Bond-Darsteller: Sean Connery (von links oben), George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton, Pierce Brosnan und Daniel Craig

50 Jahre später hat der Agent, Weltretter und Frauenheld nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Mit "Skyfall", der im Herbst in die Kinos kommen soll, laufen schon die Arbeiten für den nächsten und 23. Streifen aus der Erfolgsreihe. Mit Daniel Craig in seinem dritten "Bond" hat inzwischen der sechste Hauptdarsteller nach Sean Connery, Roger Moore, George Lazenby, Timothy Dalton und Pierce Brosnan die "Lizenz zum Töten" erhalten.

"Geschüttelt, nicht gerührt", mochte Bond seinen Wodka Martini, die Flirts mit Sekretärin Moneypenny sind schon legendär, ebenso wie die Affären mit den attraktiven Bond-Girls, die raffinierten Technik-Spielereien aus der Werkstatt von Tüftler "Q" - und natürlich der Sieg des Guten zum Schluss: Fast alles hat über ein halbes Jahrhundert dem Zeitgeist in der Film-Industrie getrotzt.

Viel zu britisch

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Dabei war der Erfolg des Agententhrillers 1962 keineswegs programmiert, als die Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman sich endlich über die Filmrechte am Romanstoff von James-Bond-Schöpfer Ian Fleming geeinigt hatten. "Viel zu britisch", hieß es damals in Hollywood. Selbst die Suche nach geeignetem Personal vor und hinter der Kamera hatte sich zuvor schwierig gestaltet.

Weder Hauptdarsteller Sean Connery, noch sein Widerpart Joseph Wiseman als "Dr. No" waren damals erste Wahl. Broccoli und Saltzman holten sich auch bei der Regie erst einmal vier Absagen, ehe Terence Young einschlug. Die zur Legende gewordene Filmmusik soll Komponist Monty Norman angeblich in nur zwei Minuten geschrieben haben. John Barry arrangierte schließlich die Komposition, was zum jahrelangen Streit der beiden Musiker führte.

Regisseur Young war es auch, der die Idee hatte, ein paar Witzeleien in die Handlung einzubauen. Begründung: Sonst besteht die Gefahr, dass die Sex- und Gewaltszenen nicht durch die Zensur kommen. Für den Schauspieler Richard Johnson, der wie Richard Todd die dann schließlich an den Schotten Connery vergebene Bond-Rolle ablehnte, ist das eines der Erfolgsgeheimnisse: "Sean machte die Sache witzig, und das ist es, was den Erfolg ankurbelte."

Ursula Andress schrieb Filmgeschichte

Ursula Andress in "James Bond - 007 jagt Dr. No" (l) und Halle Berry 40 Jahre später in einem ähnlichen Outfit in "James Bond 007 - Stirb an einem anderen Tag. | Foto: dpa

Inwieweit auch weibliche Reize zum Erfolgskonzept beitrugen, bleibt Spekulation. Der Auftritt der schweizerischen Schauspielerin Ursula Andress als jamaikanische Muschelfischerin Honey Rider im Bikini mit Messergurt machte jedenfalls für sich allein schon Filmgeschichte. So sehr, dass Halle Berry 40 Jahre später im Bond-Streifen "Stirb an einem anderen Tag" die Szene nachspielte. Zu Ikonen wurden auch die Bond-Autos. Das Nationale Motor Museum von Großbritannien in Beaulieu bei Southampton zeigt 50 Jahre nach Beginn der ersten Dreharbeiten eine Auswahl von 50 Fahrzeugen, die in den Filmen eine wichtige Rolle spielten.

Das Budget der Filmgesellschaft United Artists war für den ersten Bond vergleichsweise bescheiden: Eine Million US-Dollar. Es reichte nicht einmal für echtes Leder an der schallsicheren Tür des Geheimdienstchefs "M". Und seine Bilder an der Wand waren aus Pappkarton. "Ich habe über das Wochenende noch schnell einen Goya gemalt", erinnerte sich Ken Adams, der für Autos, Waffen und Kulissen zuständig war, jüngst im "Guardian". Das Bild hing dann im Film-Apartment von Bösewicht Dr. No. Die britische United-Artists-Tochter musste sogar noch 100 000 Dollar extra locker machen, damit "Dr. Nos" jamaikanische Privatinsel am Ende des Films auch effektvoll in die Luft fliegen konnte.

Heute haben die Kinder von Albert R. Broccoli - Stiefsohn Robert G. Wilson und Tochter Barbara - das Ruder im Produzententeam für die Bond-Saga übernommen. Wilson spielte in elf Bond-Filmen als Statist, ehe er Produzent wurde, seine Stiefschwester arbeitete als Regie- und Produktionsassistentin. Kontinuität scheint garantiert. 007 wird sich vermutlich noch viele Jahre vorstellen mit den Worten: "Mein Name ist Bond, James Bond...".

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Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 16.01.2012 um 12:02:09 Uhr

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