Die Muppets: Eine Horde Kuscheltiere versucht ein altes Theater zu retten / Neuling Walter mit dabei
Indem "das liberale Hollywood" in "Die Muppets" einmal mehr "einen erfolgreichen Geschäftsmann zum Bösewicht abstempelt". Ein Vorwurf, der über die Denkweise der amerikanischen Rechten deutlich mehr aussagt als über den eigentlichen Film. Aber wer hätte auch etwas anderes erwartet?
Tex Richman (mit viel Herzblut: Oscarpreisträger Chris Cooper) heißt der Industrielle, den Fox so furchtbar missverstanden weiß. Besagter Geschäftsmann will sich die längst verfallenen Muppet-Studios unter den Nagel reißen. Doch nicht etwa, um daraus ein Museum über das Werk der plüschigen Showgrößen zu machen, wie er behauptet. Abgerissen sollen die heiligen Hallen werden, damit Richman auf dem Grundstück mitten in Hollywood nach Öl bohren kann.
Die Muppets ahnen davon natürlich nichts. Noch nicht. Doch ihr größter Fan Walter, selbst plüschiger Natur, belauschte den Tycoon unfreiwillig beim Pläneschmieden - und setzt nun unterstützt von seinem großen Bruder Gary (Jason Segel) und dessen Freundin Mary (Amy Adams) alle Hebel in Bewegung, um die zerstrittenen Muppets zurück auf die Bühne zu holen und so ihre alte Heimat zu retten.
Eine Filmidee, die auf ein Post-it passen würde. Doch die Qualität einer Geschichte lässt sich glücklicherweise nicht ausschließlich an ihrem Inhalt bemessen, sondern auch an der Art, mit der sie erzählt wird: in diesem Fall mit viel Liebe, viel Selbstironie, viel Musik und viel Nostalgie. Gut möglich, dass die Augen der Eltern, die mit den Muppets aufwuchsen, zunächst sogar heller leuchten werden als die der Kinder, die die Muppets - nach immerhin zwölf Jahren Kinoabstinenz - erst noch kennenlernen müssen.
Während Kermit und Co. in schöner Regelmäßigkeit mit spitzen Kommentaren zum Film die vierte Wand durchbrechen, singen und tanzen Amy Adams und Jason Segel bestens gelaunt und mit der angemessenen Überdrehtheit durch das kunterbunte Szenenbild. So unbefangen, als hätten sie nie gehört von einer Welt, in der erwachsene Menschen ernsthaft darüber diskutieren, ob Kermit und Miss Piggy Kinder zum Klassenkampf erziehen. Wobei: Mehr oder weniger versteckte Botschaften lassen sich in der gaststarbeladenen Komödie sehr wohl ausmachen.
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