"Ich bin mit der Musik aufgewachsen", sieht Nils Buddenbohm seinen Berufswunsch bereits in frühester Kindheit begründet. Schon als kleiner Junge habe er die verschiedensten Instrumente ausprobiert und sei über Blockflöte, Gitarre, Klavier und Trompete schließlich bei "seinem Instrument", der Posaune, angekommen.
Auch während seiner Schulzeit am Mindener Besselgymnasium stand für Nils Buddenbohm die Musik immer an erster Stelle. Dass er in der Schul-Big-Band spielt, war quasi Ehrensache. "Über eine Organisation habe ich mich nach der 11. Klasse für einen Schüleraustausch in Frankreich beworben, wo ich in verschiedenen Harmonie-Orchestern und Ensembles Posaune spielen konnte", berichtet der Musiker über eine Zeit, in der die Weichen für seinen heutigen Beruf gestellt wurden. Von seiner Begeisterung habe sich sogar sein Gastbruder anstecken lassen. "Der hat Klarinette gespielt. Mittlerweile möchte er aber Posaunenlehrer werden", sagt Nils Buddenbohm mit einem Augenzwinkern.
Nach dem Abitur ging es für den gebürtigen Mindener nach Mainz. Dort absolvierte er bei der Firma "Gebrüder Alexander" eine dreijährige Ausbildung zum Metallblasinstrumentenmacher. Nils Buddenbohm: "Das war eine super Zeit. Alle Berliner Philharmoniker spielen mit den Instrumenten." Nach bestandener Gesellenprüfung ließ der Vollblutmusiker den nächsten Schritt folgen und entschloss sich, die Meisterschule in Ludwigsburg bei Stuttgart zu besuchen. Seit April dieses Jahres gibt es schließlich die Firma "Buddenbohm-Brass".
"In der Meisterschule sind wir nur zu dritt in einer Klasse, weil der Beruf doch sehr selten ist", erklärt Nils Buddenbohm und ergänzt: "In Ostwestfalen-Lippe stellt die Handwerkskammer gar keine Prüfungskommission für diesen fachspezifischen Teil."
Dafür gibt es umso mehr Kunden, die seine Arbeit in Anspruch nehmen. Die meisten Anfragen kämen von Big Bands, Posaunenchören und Musikschulen. Neben dem kompletten Neubau eines Instruments fließen viele Arbeitsstunden in die Reinigung, den Umbau, die Ventilüberholung, Ausbeularbeiten oder die Veredelung eines Musikinstruments.
Ein Instrument für Christian Lindberg bauen
"Die größte Herausforderung beim Bau eines Instruments ist das Biegen des Blechs von Hand. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie aus einem Stück Blech am Ende ein goldener Bogen wird", schwärmt der Posaunist von der Möglichkeit, die eigene Kreativität einbringen zu können.
Seine eigene Tenorposaune ist auf jeden Fall ein Hingucker: Statt einer ovalen Platte hat Nils Buddenbohm einen Stern eingearbeitet, Kordeln fallen dem Betrachter ins Auge und natürlich das "B" für "Buddenbohm-Brass". Irgendwann möchte der Mindener seine eigene Ausstellung haben, in der er die von ihm gebauten Instrumente zeigen kann. Doch das ist Zukunftsmusik. Zunächst will er mit seiner Werkstatt in der elterlichen Garage Fuß fassen und bei Musik von Bach, Haydn und Händel davon träumen, einmal für den weltberühmten Posaunisten Christian Lindberg ein Instrument bauen zu dürfen.
www.buddenbohm-brass.de

















stehenden Code hier ein*: